Wes Dúr

Mike Wall – 26 jähriger Sohn des Stadtchef, Protestant und Geldhaber, dunkelblond, wild, aggressiv

dicker Mann mit Herzleiden, der Wes Dúr aufgrund der Reden von Mike verachtet, bis er von ihr gerettet wird.

Dürrer Stadthalter, die zweite Hand Mikes, der von Wes Dúr ‚verdreht, erleuchtet‘ wird und sie akzeptiert, als gute Seele.

Wes Dúr – eine bekannte Göttin, die sich in einer mittelmäßigen Gestalt einer 24jährigen zeigt. Klein, dunkelhaarig, meerblaue Augen.
Der Sage nach, gibt es fünf Splitter eines Kristalls, die auseinandergebrochen wurden, um die zu gefährliche Macht für jeden unzugänglich zu machen.
Ein Junge hatte die Wahl zwischen vier Edelsteinen und wählte. Dieser öffnete ein Portal der finstre Gestalten in die Welt lockte. Erst mit den Worten des alten Weisen, zerstörte er den erwählten Edelstein und teleportierte sie, so es die Sage sagt, mit der Kraft seiner Vorstellung an die gedachten Orte. Fortan verschwanden die finsteren Wesen und wurden nicht mehr gesehen. Einzig die Welt hatte sich in ein Wust aus verschiedenen Verschmelzungen entwickelt, die sich heute in vier Ebenen teilt und eine geheime fünfte in denen man die Splitter vermutet. Aus diesen Splittern, die sich in Wirtsobjekten eingenistet haben und ihre Magie entfalten, wurden die Götter der vier Ebenen.
Wes Dúr ist die Göttin Westfalls. Einer verkommenen Stadt, mit Dieben und Raufbolden, aber auch ein Ort in denen viele Völker aufeinander treffen, ebenso verschiedene Lebewesen leben.
– Sie hat nur bedingte übermenschliche Kräfte. Sie steigern sich bei Wasserkontakt. Ansonsten ist sie flink, gelenkig und biegsam. Ihr Gemüt ist stolz und sanftmütig. Sie kann keine Wünsche erfüllen.

Die Stadt – sieht auf den ersten Blick fahl und grau aus. Weite Plätze und hohe Türme, Einkaufspassagen und verzierte Brücken. Menschen aus allen Ebenen trifft man hier, die Schwalben trainieren und ihnen kunststücke durch Melodie und Belohnung beibringen und das auf ihren Videos aufnehmen um der Welt eine Freude zu schenken. Genauso wie der Hauptsitz von Mike Wall, der einen Turm bewohnt, dessen Aussicht von Pfauen gekrönt wird, die über der Stadt schweben und ihren Ruf hinaushallen lassen.

Prolog – falscher Held

Um ein Held zu werden, wollte ein Junge nicht mehr bloß ein Junge sein. Denn wie man weiß, sind alle Helden für ihre übermenschliche Kraft bekannt. Auf der Suche nach solcher Stärke, fangen die wenigsten im Herzen, sondern in der weiten Fremde und Mythen an. Dunkle Höhlen mit verheißungsvollen Geschichten, bieten hierbei geradezu eine verlockende Darbietung, nach jenen mächtigen Wünschen, verzweifelter Jungen.
Die Wände sind spitz und schwarzgrau, an denen glitzernde Feuchte seine Kleidung streift, während sein Haar feucht an der Stirn klebt und seine Schritte in der Ferne von dem Stein und den Hohlwänden hallt. Er fühlt sich, als gäbe es kein Ende an diesem Gang. Nie ein Ziel, so zweifeln seine Gedanken, denken an seine Mutter, Vater die nichts von dieser Sache wissen, die denken, er sei mit Freunden in den Bergen, wandern oder klettern, oder was man sonst in der Natur treibt. Aber Natur, das war nichts für den Burschen, er wollte Abenteuer und keine Stille. Er wollte seinen Namen in aller Munde und nicht nur in seinem eigenen Kopf strahlen. Wie die Super helden in den Comics wollte er schnell wie ein Blitz sein, dunkel und flink wie eine Fledermaus und raffiniert und tückisch wie eine Spinne, sich an Wänden hochklettern und die Feinde mit Fäden einweben. Irgendwo, muss es doch eien Lösung für sein Dilemma geben.
Geschichten sind dabei geradezu geeignetes Futter für die Hirngespinnste Jugendlicher. Und seine Geschichte beginnt wahrhaftig heute. Eine Legende die er im Comicladen aufgeschnappt hatte, von zwei skurilen Typen, die geradezu danach rochen, ihnen zu folgen. Wer so aussieht, muss doch die Wahrheit sagen, da muss doch was dran sein.
Und nun ist er hier, schlängelt sich durch die immer schmaler werdenden Steinwände, macht sich schmutzig und bald in die Hose, weil seine Blase vehement gegen ihn spielt.
Er hätte vielleicht nicht so viel Trinken sollen, aber besser zu viel, als dehydriert in einer unbekannten Höhle zu sterben. Da hat ihn Mutter gut erzogen.
Schritt um Schritt kämpft er sich mit allen Gliedmaßen voran. Bis irgendwann seine Hand ins Leere greift, er beinahe stürzt, und bei diesem Sturz hätte es keine Wiederkehr gegeben. Am Rand einer Kante, konnte sich seine Hand ins Gestein klammern, so fest, dass er das Blut förmlich riechen konnte, das die Spitze in seine Handfläche gerissen hat. Ein Kratzer, im Vergleich der unendlichen Tiefe, die er nicht einmal mit seiner Taschenlampe ermessen kann, die in ein bodenloses Loch scheint.
Dunkelheit starrt ihm entgegen, mit einer Stille, die ihm die Nackenhaare aufstellt. Fast hört er sie flüstern, meint der junge Kerl in seinem Wahn. Fast, kann er Worte hören, die aus der Finsternis plätschern.
Und dann taucht plötzlich neben ihm ein Mann auf. Ob alt oder in den mittleren Jahren, war dabei schwer zu sagen, weil die Schwärze ein Talent dafür hatte, alles zu verschleiern, was keine Bedeutung spielt. Zumindest nicht wirklich.
„Du suchst nach einer Kraft,die dich stärker macht? Nach etwas, dass dich unvergleichlich und nicht nur wie den Rest dastehen lässt?“ Weise klang die Stimme. Alt und Weise, aber nicht schwach und schrumplig. Sondern mit einem Eifer, den man besser nicht nachgeht.
Doch der Jüngling, wurde getroffen von den Worten, weil es sein Wunsch war, der ihn bis hierher gebracht hatte. Ein starkes Nicken folgt und die Höhle füllte sich mit einer kurzen Bewegung des seltsamen Fremden mit Licht, verschiedener Farben.
„Sie haben auf dich gewartet. Wähle einen Stein und du bekommst, was du willst.“ Grün, Rot, Gelb, Blau und Weiß flimmerten in einem unaufhörlichen Kreis aus der Tiefe hinab. In der Mitte ein düstrer runder Stein, während die anderen wie Edelsteine wirken. Schwebende Edelsteine.
Seine Augen wurden groß, und sein Verstand immer kleiner. Seine Finger spreizen sich nach den glühenden Objekten. Ihm ist egal welche Farbe, hauptsache er bekommt was er will.
Es ist der Grüne, den er ergreift. Und die anderen verlieren ihre Farbe, erblassen und fallen plumb in die Tiefe, aus der sie kamen, nur um im nächsten Moment ein Beben zu verursachen, das ihm Mark und Bein erschüttern lässt. Der Alte ist weg. Nicht mal ein Lachen, nicht mal ein Wort, nicht mal eines seiner dunklen Haare, ließ er zurück. Nur das vibrieren des Gewölbes und ein Kreischen aus der Tiefe und seltsame Kratzlaute, die wie Klauen auf Stein klingen. Das Herz des Jungen rast, vor Freude und Angst gleichermaßen. Er glaubt die Kraft zu spüren, will sich den Wesen die emporklettern entgegen stellen und entscheidet sich doch lieber aus der Höhle zu flüchten.

Es sind schreckliche Kreaturen über das Land gefallen, und der Junge hatte nichts besseres zutun als seine Eltern aufzusuchen ohne ihnen ein Wort zu erzählen. Nur, wie das mit Lügen so ist, erhellen sie bald die Welt. Sie zwängen sich durch jede Ritze und werden immer prägnanter. Genau in dem Moment als seine Mutter und Vater angegriffen wurden, spürt der Junge seinen Fehler. Sucht nach Hilfe, weil die Bestien ihn meiden, aber ihm alles nehmen was ihm lieb ist und er keine Kräfte wie versprochen hat, sondern nur das Pech, nicht zu sterben, sucht er nach Hoffnung, die sich in einem alten Mann offenbart. Wäre es in der Höhle heller gewesen, hätte man den Alten mit dem anderen Mann vergleichen können, sie sahen sich ähnlich. Nur war der Wunsch diesem Irrsinn ein Ende zu setzen größer als alles andere.
„Du musst ihn zersplittern, den Saphir, dann nimmst du ein paar Splitter, gibst sie an andere und jeder denkt sich einen Ort aus, egal welchen, ob Nah, ob Fern, ob bekannt oder Unbekannt. Dahin verschwinden die Splitter und die Monster verschwinden.“
So einfach war das.
Die Splitter wurden von Mutter, Freundin und dem Jungen in die Lande ausgezogen. Man weiß nicht wo sie sind, nur einige Analytiker glauben sie gefunden zu haben. In seltsamen Vorkommnissen, entarteten Pflanzen, ungewöhnlichen Hügellandschaften oder merkwürdigen Meeresströmungen.

Kap. 1. Die Parade

Westfall ist der Sage nach der Hort der Göttin Wes Dùr. Sie soll unter der Stadt im Fluss, Vâs Leben. Sie sprechen von einer Göttin, obwohl Niemand sie je gesehen hat. Sie sprechen von ihr, nicht gerade in den höchsten Tönen, weil Götter immer mit Gebeten und Wünschen belagert werden, die nicht erfüllt werden können. Und aus unerfüllten Wünschen entsteht große Verzweiflung, aus der wiederrum noch größerer Hass geboren wird.

Die Legende der Splitter zieht große Kreise, selbst bis zu den Kleinsten. Und in dieser Stadt beginnt das Verbrechen bereits im Speichel der Babys.

Wes Dùr, die sich lieber als Dúr bezeichnet und gern in vielerlei Gestalten unterwegs ist, hat es heute auf eine Gruppe von jungen Tunichtguten abgesehen, in die sie sich geschlichen hat, angeblich die Schwester von dem und dem Kumpel eines anderen Kumpels. In dem kleinen Einkaufszentrum, sind sie ganz schön zur Sache gekommen, dass selbst die Göttin es kurzzeitig mit der Angst zutun gehabt hatte, aber genau das liebt sie, an diesen Spielen, die Echtheit, mit der sie gespielt werden. Die Kinder haben den Krieg um den ersten Edelstein nachgespielt und dabei keinen Karton auf den anderen gelassen, Gläser umgeworfen und Dosen als Gefechtfeuer verwendet. Natürlich bekamen sie Hausverbot, aber dieser Kampf war es wert.
Geladen vor Eifer, treibt es die Gruppe auf den großen Platz, auf dem sich Menschen tümmeln, nicht genug, um überrannt zu werden, aber genug um den ein oder anderen zu beobachten.
„Schau mal dort, Inder“ Protzt der eine und zeigt auf ein dürres Mädchen mit Bemalungen am Arm, die nicht zu Indern gehören und trotzdem schön sind. Sie hält eine Kamera und filmt etwas, während ein Ton erklingt und über ihren Köpfen, ganz dicht, eine geordnete Reihe Schwalben vorüberfliegt.
Fasziniert schaut sie sich das Spiel an. Schaut weiter in den Himmel und hört die Melodie, die sich monoton durch die Luft mit den Schwalben zieht. Als ihr Blick an einem kahlen Baum hängen bleibt, an einem bunten Vogel, der sich hinter der verschleierten Sonne versteckt. Im ersten Moment wirkt er wie Gold, der sich am Firmament abzeichnet, dann streckt er seine Flügel, in dunklem bunt und kräht in markanter Stimme um auf einen hohen Turm zu fliegen, auf dem sich noch mehr seiner Art tummeln, uneins ob sie dort oben bleiben wollen oder den Todessprung wagen.
„Schaut mal“ Sagt sie, doch die Lastwagen, die plötzlich über die Brücke preschen, ersticken ihren Ruf. Sie kamen so schnell, dass nicht einmal die Tauben auf der Brücke eine Chance hatten wegzufliegen. Mit weitaufgerissenen Augen, sieht sie, wie die Vögel mit einem lauten Klatschen von den Rädern zermatscht werden. Sie zählt sieben Tauben, die mit roten Flecken auf dem Apshalt gelassen werden.
Es bricht Getuschel auf, jedoch ist der Blick der Menschen auf die andere Seite gelenkt. Eine Parade? Ein Tumult? Menschenmassen sammeln sich auf der langen Brücke. Denn auf der anderen Seite der Straße nähert sich eine Horde Demonstranten. Sie halten Schilder, schreien, demonstrieren ihren Ärger. Dann beginnt die Erde zu vibrieren.
Ihre fremden Freunde, sind längst nicht mehr hier und Dùr steht allein inmitten der Massen, die immer mehr und dichter wird. Ein furchtbares zucken erhebt den Boden, die Brücke ist nicht länger eine Brücke, sondern eine abgeschiedene Fläche vor dem Fluss Vâs.
Die Demonstranten werden von einem Mann angeführt, der sich jetzt der Masse nähert. Und ihren Namen schreit. Schreit von Unterdrückung. Von Misshandlung. Und lässt sich böse Worte einfallen. Davon nicht wenige.
Die Göttin sieht in den Fluss, hört kaum zu, sieht nur die toten Quallen am Rand. Violette sprenkel. Sieht die roten Fische. Die Vermischung, der Welt. Sie kämpft sich durch die Masse, denn sie muss hier runter. Will nicht länger auf diesem Gefängnis bleiben, sondern muss gehen. Ein riesiger Ankerhaken, verbindet Land und Brücke. Es bedarf einiger Versuche, ehe sie den Sprung ans Ufer schafft. Die Steine sind mit glitschigem Moos bedeckt, dass die Flut auf die Steine getragen hat. Aber auf ihren Füßen rutscht sie nicht aus.
Sie schaut sich die große tote Qualle an, trauer im Blick. Sieht die Kinder der Mutter am Ufer wie Leichen schwimmen, bis eine Stimme durch die Masse schreit.
Der Mann, der Demonstrant ruft sie. Beschimpft sie.
Wut ist in ihr. Wut, die ihn in Stücke reißen könnte.
„Hey, ich weiß dass du hier bist Wes Dùr. Ich will dich sehen. Will dein Höschen sehen und deine attraktive Gestalt. Komm zeig dich!“
Starr ist ihre Miene, starr aber nicht feindselig und weder von Angst noch Panik ergriffen. Langsam, erklimmt sie die glitschigen Steine hinauf. Langsam drehen sich Menschen zu ihr, als erkennen sie sie. Als wüssten sie, wer sie ist.
Auf einem höher gelegenen Stein stellt sie sich hin. Nun in älter Gestalt, doch immernoch mittelmäßig, braunhaarig und mit steinharter Miene. Gefasst auf alles.
„Willst du vielleicht auch noch meine Titten sehen und dich daran brüsten?“ schreit sie zurück.
Und aus der Menge schält sich der Mensch. Sein Gesicht wirkte für einen Augenaufschlag erschüttert und überrascht, dann zog sich die Maske seiner Ignoranz darüber und er ruft in sein Mikrofon.
„Du bist dürr wie ein Skelett, hatte mir mehr erhofft. Von dir will Niemand mehr was sehen.“ Ohne Ende, wirft er ihr diese Worte zu, die sie stumm mit erhobenen Kopf quittiert. Er kommt näher, nimmt sogar einen Stein auf und wirft nach ihr. Er trifft hart an ihrem Oberschenkel, doch der Schmerz, den er verursacht, lässt sie im verborgenen.
„Seht ihr, wie verletztlich sie ist. Auch nur eine wie wir. Schwach. Erbärmlich und… “ Er nimmt wieder einen Stein. Doch diesmal fängt sie ihn mit dem Fuß und einer Leichtigkeit, die sie alles andere als Schwach und erbärmlich wirken lässt.
„Wie?!“
„Lass dir eins gesagt sein Mensch, traue niemals deinen Augen, so wie ich niemals deinem Mund vertrauen werde.“

Kap. 2 Der Traum von Wes Dúr

Der Ort, an dem sich Mike Wall jederzeit zurückzieht, ist ein rundes Loft, im oberen Teil seines Turms, von dem aus er den Blick auf die Stadt senken kann, um darüber zu sinnieren, welche Revolte er als nächstes schlägt. Heute flattern lediglich ein paar wilde Tauben an seinem Fenster vorbei, die nicht weiter ins Bild fallen, denn er hat sein Soll erfüllt. Hat die Göttin niedergemacht und dass sie plötzlich verschwand, empfindet er als einen glorreichen Sieg. Kein blutender Säureregen, keine verfaulenden Hände und die Summe auf seinem Konto steigt noch immer an. Doch die Luft verändert sich plötzlich. Der Raum füllt sich mit jemanden. Ihr.
Die Hände der Göttin schlingen sich mit einer nie gekannten Zärtlichkeit um seine Brust, säuselnd haucht ihr Atem an seine Wange.
„Wir müssen uns nicht vor der Welt verstecken. Wir können überall zusammen sein.“
Ihre Lippen sind warm und sanft, als sie sich an seinen Hals legen und zu seinem Mund wandern um sich mit einer inbrunst darin zu verheddern, die ihn schwindlig macht. Ihre Hände drücken sich gegen seinen Körper, stoßen Mike zu Boden, während sie sich auf ihn legt und in ihren leidenschaftlichen Fängen behält.
„Stell dir nur ihre Gesichter vor, wenn sie erfahren, dass die, die du hassen sollst, liebst.“ Stößt sie zwischen ihren stöhnenden Küssen hervor und bearbeitet seinen Körper bis zur Hüfte, die Lenden entlang, während bereits alles an ihm nach dem Trieb verlangt, den sie entfacht.

Kap. 3 Überdenken

Mit Träumen ist es so, dass die Götter die Erinnerung nachempfinden können, wenn sie in der Fantasie anderer vorkommen. Zumindest, sobald sie in einen gewissen Umkreis des Traums kommen. Dúr weiß zwar nicht mehr wie sie in das Loft des Stadtjüngling kam, dafür spürt sie die Stahlplatten unter ihren Händen umso intensiver, als sie sich vom Boden hochhievt, auf dem eben noch das Liebesspiel vor ihrem Auge ablief. Schauder erfassen sie und ihre Augen suchen die Ferne aus dem Fenster, während ein Gedanke permanent hängen bleibt; das wäre wirklich eine Überraschung, wenn die Dinge sich so verlaufen sollten. Zitternd, blickt sie sich in dem runden Raum um, kann aber nichts spektakuläres entdecken, nicht einmal den Besitzers dieses Zimmers, nur die Treppe, die nach unten führt und Stimmen, die hinaufhallen.
Der Schauder des Traums legt sich und in ihrem Kopf regt sich ihr alter Abenteuergeist. Eine Provokation gegen die Menschheit, wenn man es so will. Ein Spiel der Götter um den Ernst zu vergessen.
Die Stimme des Menschen, der sie beleidigt hat, ist nicht darunter, denn die hätte sie erkannt. Es waren andere. Mehrere. Eine ganz besonders intensiv. Sie blickt die Leiter hinab und der Mann blickt hinauf. Seine Statur ist geradezu dürr und groß, sein Scheiter in einer korrekten Linie gegelt, und seine Knochen markant hervorhebend. Er sieht diszipliniert aus, wie jemand, der alles genau nach Regeln macht. Seine stahlblauen Augen fixieren sie sekundenlang. Länger als nötig gewesen wäre um etwaiges Wachpersonal zu informieren, stattdessen ruft er nur „Sicherheitschef! Ich hab doch gesagt, du sollst die Luken ordentlich überprüfen? Ist alles abgeriegelt und stehen genug Männer an den Toren? Geh nachschauen, sofort!“ Schritte entfernen sich und eine fühlende Stille schleicht sich zwischen den Blicken beider ein.
„Mike ist nicht da, wenn du Rache suchst.“ Wird sie stattdessen begrüßt. Der Schein trügt. Dennoch schnalzt sie mit der Zunge und kommt die Stufen hinab, bis vor die spitze Nase des Mannes.
„Warum hast du nichts gesagt?“ Begrüßt sie den Mann ohne Vorrede und starrt ihm tief in die Augen.
„Nicht alle Folgen den Worten eines Einzelnen, der die Masse anstachelt und gegen andere, vielleicht Unschuldige, wirft.“

Kap. 4 Rettender Feind

Als sie runter springt, trifft sie auf einen dicken Choleriker, der sie niedermacht, daraufhin bekommt er einen Herzanfall und sie kämpft mit ihren Gedanken um sein Überleben. Rettet man so jemanden?

Wes Dúr erscheint auf der Party und kommt Mike zu nahe.

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