Impulse

Ich esse wieder. Und jedes Mal sage ich mir, danach nie wieder etwas essen zu wollen. Nur um am nächsten Buffet alles in mich hinein zu stopfen. Der Körper, der Kopf, alle wissen, dass die nächste Dürre jederzeit anbrechen kann. Deswegen ist der Hunger um ein vielfaches größer als die vorige Leere. Das Loch will mit Essen gestopft werden und so stopfe ich alles in mich hinein. Bis es weh tut. Bis ich mich selbst beginne zu hassen.

Kennst du dieses widerliche Gefühl, wenn du in anderer Müll herumwühlst nur um deinen eigenen nicht sehen zu müssen? So ähnlich ist es gerade nur dass ich dabei jedes Mal das Gefühl habe ertappt zu werden. Ist es so schlecht, andere interessant zu finden und der Neugierde zu folgen? Meine ist ein tödliches Signal. Sie schaufelte mir bereits so viele Gräber, knüpfte den Strick um meinen Hals.

Und dann tut es weh. Tut es einfach nur so weh zu sehen wie wenig ich geworden bin, dass ich all die Menschen sein könnte, denen ich so angetan bin und mir gleichsam so viel Schmerz zufügen können in ihrer Unwissenheit um Perfektion schönheiliger Geister. Mein Kopf ist nicht mehr was er einst war. Ich komme nicht an die Menschen heran, ich kann mich nicht in sie hinein fühlen, nicht bei ihnen sein, stelle die falschen Fragen und alles wirkt so ichbezogen, dass ich mich aus der Welt werfen will.

Literaturgeschichte war heute sehr schön. Ich habe gespürt wie mein Gehirn arbeitet und wie ich all die Dinge begreife und noch nicht gänzlich verloren bin. All die Worte ergeben einen so schönen Klang, auch wenn sie so wenig mit alldem zutun haben. Ein Bild von Allem ist entstanden.

Ein Wunsch lässt mir keine Ruhe, der scheinbar in unaufhörlicher Geschwindigkeit näher rückt. Freude sollte mein Herz zersprängen, stattdessen immer noch diese Angst. Der Unglaube, alles könnte vernichtet werden, nichts davon wahr. Weil Wünsche zu einer Bombe geworden sind. Wünsche haben seither nicht mehr den Effekt den man ihnen nachgesagt hat. Nichts gutes mehr. Nichts glückliches mehr. Nur noch eine wunde Stelle.

Das Gefühl von Besserung hat sich eingestellt und trotzdem umschleicht sie die Taten vergangener Woche. Die Leere und Trauer, die noch in meinem Kopf spuken, ich warte darauf, dass sie hervorbrechen, aber sie verstecken sich zu gut. Wissen, dass ich lauere, wie sie lauern. Ich sehne mich danach mich aufzuschneiden und habe gleichzeitig Angst vor diesen Schmerzen. Die selbe Geschichte wie mit dem Tod. Ich kann ihm nicht in die Augen sehen, obwohl ich diesen Abgrund so sehr liebe. Eine Sackgasse, eine Einbahnstraße, hier gibt es keinen Ausweg mehr. Keine Richtung in die ich noch flüchten kann. Du bist noch da. Deinetwegen lebe ich.

Angst hatte nie eine Rolle gespielt. Nun umgreift sie mich  mit kalten Armen, schnürt mir die Kehle ab und greift in meine Organe. Mit den eisigen Fingern dringt sie in meine Augen ein und färbt die Zukunft schwarz. Ich kann nicht weiter gehen als bis zum nächsten Schritt. Alles andere schaffe ich nicht.

Ein kurioser Impuls räkelte sich heute in mir. Ich könnte Theater spielen. Zumindest könnte ich es versuchen. Versuchen aus mir heraus zu brechen. Den Sprung zu wagen. Nicht mehr so starr zu sein, sondern echte Gefühle zu zeigen. Zeigen wer ich bin, was ich fühle, wenn ich verletzt bin, wenn ich mich freue. Anstatt diese reglose Maske die vor sich hin starrt. Ein kleiner süßer Impuls.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Ysardssons Welt

Science Fiction und Fantasy

Der verwunschene See

Im Märchenland

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Kayla McCurdy's Blog

Write the truth as you know it, as you feel it and as you learn from it.

Strange Trails

“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

Deus Ex Teacup

Paperplanes are a way of communication, too.

%d Bloggern gefällt das: