beschädigt

Ich schaff das nicht. Ein Satz der in meinem Schädel pulsiert und zu meinem selbstzerstörerischen Mantra wird. Ich laufe mit Messern in meiner Haut herum. Scherben zerschneiden meine Innereien. Trotzdem gehe ich aufrecht. Halte durch. Muss durchhalten.
Der erste Tag nach langem Ausfall auf Arbeit lief gut. Prächtig. Ausgezeichnet. Ich war gut, sehr gut sogar. Das ist das Problem. Ich hab einfach zu viel gegeben, gebe zu viel und mache mich kaputt, weil ich nur diesen einen Gang kenne. Ungebremst gegen die Wand fahren. Jedes Mal. Meine Schaltung, mein Getriebe ist kaputt und es gibt niemanden, der es wieder ganz macht.
Ich mochte die Lautlosigkeit in mir und das ich nicht reden wollte. Das nötigste gesagt habe, aber auch nicht mehr. Die Stille war angenehm, blieb aber nicht für lange Zeit. Nach sechs Stunden konnte ich nicht mehr und musste noch drei leisten.
Die Autofahrt hinwärts war einfach, die Rückfahrt gefährlich. Keine Kraft und Konzentration, weil ich ausgelaugt und leer bin. Ich habe die Augen geschlossen gehalten, ich habe nicht hingesehen, habe nichts gesehen und doch kam ich sicher an. Der freie Tag danach war nötig. Ich lag förmlich in einem Koma, so fest schlief ich. Aber wie soll ich es ohne freie Tage neun Stunden sechs Tage die Woche durchhalten? Mittwoch werden viele Menschen kommen, Markttag, und ich kann die Maske bereits fühlen, wie sie sich enger macht, wie sie in mein Fleisch schneidet und ich blute, indes alle Lächeln. Lächeln, freundlich sein und so tun als wäre ich der glücklichste Mensch auf der Erde… während ich sterbe.
Ein Jahr klingt lang. Eine Woche ist schon zu lang. Ein Tag nicht zu tragen. Wie soll ich das schaffen? Wie durchhalten, wenn ich nach Luft schnappe, die ich nicht habe?
Jetzt kann ich nicht schlafen, weil mich die Angst wach hält. Alles in meinem Kopf. Da drin, in diesem kaputten Schädel, ist die ganze rührende Scheiße, die sich im Kreis dreht. Und selbst wenn ich die Angst überwinde, kehrt sie mit Anlauf zurück um mich am Boden zu halten. Wofür das alles? Wofür atmen, wenn der Atem bloße Tyrannei ist. Ich habe der untergehenden Sonne zugesehen und wusste, dass ich sie verpasst habe. Die Zeit, in der ich mich hätte besser fühlen können. Will ich das überhaupt? Mich besser fühlen…oder ist das auch schon egal geworden?

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