Sedierung

Weitermachen oder aufhören? Mein Kopf ist ein Hort der Fäkalien. Die Tabletten machen mich ruhig. Still. Sie halten das Chaos davon ab aus mir heraus zu brechen. Machen, dass ich mir nicht selbst schade. All meine Gedanken sind eingepackt in diesen fluffigen Nebel. Die Tabletten machen aber auch alles andere um mich herum ganz weich und zugedeckt. Ich saß einfach nur so da, den Mund offen und starrte vor mich her. Die Schwere legt sich auf meine Glieder und jeden Mucks den ich tun will.

Ich könnte arbeiten, unter Schmerzen und mit viel Mühe. Aber ich könnte weitermachen, wenn ich mich nur genug zusammen reiße, wird es schon gehen. Weiter bluten und sich später um die Wunde kümmern. Mir geht es nicht gut, mir geht es überhaupt nicht gut. Aber auch das verschleiern die Tabletten, während meine Lider immer schwerer werden.

Wenn ich eine Pausierung in Anspruch nehme, zögere ich die Grausamkeit lediglich hinaus. Habe dann keine Lust mehr oder sehe keinen Sinn in dem Fortführen der Ausbildung, obwohl ich schon so weit gekommen bin. Die Schule bereitet mir Sorgen, ängstigt mich sogar. In flüchtig guten Augenblicken, denke ich, sie zu schaffen, aber dann streckt es mich wieder nieder.

Arbeit macht frei, sagen sie. Ich wünschte es wäre immer so.

Hatte einen Traum in dem Gewalt eine Rolle spielte. Gewalt die bis in das Sehnen meines verkrüppelten Herzens vordringt und mich schwindelnd nach mehr macht. Aber niemand ist so gewalttätig meine Wünsche zu erfüllen.

Es ist seltsam wie leicht und gleichzeitig wie schwer alles wird. Gedanken fließen, der Schmerz wird abgelenkt, kommt nicht bis zu mir heran, obwohl ich ihn deutlich vor mir sehe. Und der Körper wird deswegen viel schwerer. Einfache Tätigkeiten wie aufstehen kosten Überwindung. Etwas anzuheben ist mühsam, schwerer als es sein sollte. Den Reißverschluss zu machen, ist ein Kraftakt, den sich niemand vorstellen kann. Wenn ich ihm dabei zu sehe, wie einfach es ist, wie seine Hand sich geschwind dreht und handelt, frage ich mich, woher er diese Kraft nimmt? Woher nimmst du diese Kraft, mh?

Vielleicht schaffe ich es heute mit dir zu schreiben, dich um Rat zu fragen, wenn wir beide nicht viel zu müde von diesen Tagen wären.

Ein Gedanke zu „Sedierung“

  1. Für ein Leben gibt es kein Rezept. Keine Bau- und keine Bedienungsanleitung. Ich werde dir immer zuhören und immer versuchen dir mit Rat und Tat beiseite zu stehen, egal wie müde wir sind. Wir können das durchstechen und du wirst es schaffen. Nur das was überhaupt ist die Frage, die uns umtreibt, nicht wahr? Du musst dich nicht jeden Tag deines Lebens martern, damit du etwas schaffst. Manche Dinge schaffen sich ganz wie von allein und muss man nicht danach suchen, statt nach dem Weg sich in etwas Unschaffbares, ja, Unerwünschtes hineinzuquälen? Such dir deinen Weg, nimm dir deine Zeit, welchen Weg du auch einschlägst… ich bin da.

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