Wünsche

Was passiert, wenn alle Wünsche erfüllt werden? Und was, wenn auch die Wünsche erfüllt werden, die niemals in Erfüllung gehen sollten?

Ist es eine Strafe oder bleibt der Segen einfach aus? Nimmt man es hin und ändert nichts am gegebenen Los? Oder war das Los selbst bereits die Niete? Wie lebt man damit, wenn es nichts mehr gibt, wofür man leben kann? Einfach weiteratmen und hoffen das es  weiter geht? Wie soll so etwas gewaltiges so plötzlich und unbemerkt geschehen ohne Folgen? Ich hätte nicht mit wünschen anfangen sollen. Ich hätte nichts mit dir anfangen sollen.

Morgen + 1

Ausgelaugt. Schwach. Aufgeregt. Herzrasen. Schweißattacken. Übelkeit. Durchfall. Zittern. Kopfschmerz. Schlaflosigkeit. Wütend. Nicht gut drauf. Traurig. Genervt. Usw.

Ich bin kein Symptom, aber die Symptome machen es mir gerade nicht einfach. Versuche Ruhe zu finden. Finde sie aber nicht. Es ist überall. In jedem Winkel meines Gehirns. Kreischend. Fauchend. Beißend. Wenn ich die Augen schließe, schießen die Bilder in mein Kopf. Wenn ich mich zurücklehne, befinde ich mich nicht mehr hier. Alles ist nah und echt und furchtbar. Ihn wieder zu sehen. Der mein Leben im Griff hat. Ich sehe, wie seine Faust es noch immer umschließt, merke aber, dass ich an Kraft gewonnen habe. Nur dieser Tag. Ich  muss dahin, ich kann den Schwanz nicht einziehen. Ich muss es mir beweisen. Für mich. Nur für mich.

Ohne dich? Was würde ich tun? Durch dich habe ich in einem Jahr so viel gelernt. Bin so groß gewachsen. Spüre, wie du meine Zellen erweiterst. Das alles… ist deinetwegen. Das alles… fühlt sich besser an. Wie Wachstum, statt Stillstand. Danke dafür.  Manchmal braucht man einen Stoß.

 

Nicht.

Starre an die Decke. Wollte die Augen nicht aufmachen. Wache auf und denke.. heute gibt es nichts. Nichts wofür ich lebe. Nichts wofür ich atme. Nichts. Dabei wartet das Café auf mich, Freunde.. Kino. Wo ist das alles hin, das mich fühlen lässt? Kopfschmerzen sind die klägliche Antwort darauf.

Meine Gefühle mischen sich in meine Träume. Lassen mich schlecht schlafen. Zeigen mir, wie groß der Fehler in mir pulsiert. Das schlagende Herz sollte aufhören sich zu wehren. Hat mein oder dein Gefühl recht? Irren wir uns nicht alle? Ich hätte niemals erwachen sollen.

Überall Wasser. Die Massen haben die Autos zusammen geschoben. Du bist schon da. Hilfst den Menschen, während ich mich quälend langsam durch die Wassermassen schiebe, die Kälte bis zu meinen Knien spüre und deinen Namen japse. Aber du hörst nicht. Du bist gerade in einer Autotür, hilfst jemanden raus, verarztest ihn. Hilflosigkeit stülpt sich über mich. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Kann. Ich frage dich. Doch du reagierst nicht, stößt mich beiseite. Gibst mir das Gefühl unnötig zu sein. Wenn ich nur wenigstens dir helfen könnte.

 

Luft

Etwas liegt in der Luft. Unruhe martert mich. Sie greift in meine Innereien und wühlt sie bis zum Kopf hinauf auf. Ich bin rastlos. Kann nichts beginnen, nichts beenden. Die Hände nicht still halten, weil sie bewegt werden  wollen. Alles ist wie in Panik. Aufruhr und ich kenne die Gründe ohne etwas daran ändern zu können. Ist es, weil ich nicht mehr bei dir bin. Weil ich bei dir so ruhig werde, still, leise, achtsam? Es ist gut bei dir zu sein. Es ist immer gut bei dir zu sein.

Aufregung in meinem Herzen, vor den Entscheidungen die ich beginne zu sondieren. Die Wege sich aufteilen und ich wählen muss, welcher der Beste für mich ist. Entscheidungen ist niemandes Stärke. Es macht auch keinen Spaß, wenn die Auswahlmöglichkeiten gleich schlecht sind. Stärke ist es, sich entschieden zu haben und dabei zu bleiben ohne zurück zu sehen. Aber ich bin müde, endlos  müde. Und ich schlafe nicht mehr, weil ich aufgebracht, wütend bin, gereizt und es ist Kalt. Ewig kalt. Ich brauche wieder Luft zum atmen. Eine Freiheit, in der ich mich bewegen kann. Hier sitze ich fest. Spüre, wie es dünner um mich wird.

Man sollte nicht ganz tief tauchen müssen, um Liebe zu finden.

„Unser ganzes Leben verbringen wir damit, uns Sorgen über die Zukunft zu machen. Wir planen die Zukunft. Als würde uns das vor der Wucht der Zukunft bewahren. Aber die Zukunft ändert sich dauernd. In der Zukunft wohnen unsere tiefsten Ängste und unsere größten Hoffnungen. Aber eins ist gewiss: Wenn sie sich am Ende offenbart ist die Zukunft nie so wie wir sie uns vorgestellt haben.“

 

Ich wasche mich. Dieser Körper riecht nach Depression. Sie erreicht mich nicht. Mein Kern ist vergiftet, die Traurigkeit ist nur Oberflächlich. Innen, innen bin ich ganz hohl. Nichts kommt mehr in mich hinein.
Ich sehe ihn an. Seine Augen stehen voll Liebe. Sie erreicht mich nicht. Mein Kern ist vergiftet, diese Liebe ist nur Oberflächlich. Innen, Innen bin ich ganz hohl. Nichts kommt mehr in mich hinein.
In mir ruht absolute Leere. Fühlt sich so das Menschsein an? Einer Egalität gleich, die mich einschließt und zerkaut. Ich strecke meine Arme, doch es fühlt sich an als würde der Widerstand sie zurück an meinen Körper pressen. Wie kann ich dir die Hand geben, dir helfen, wenn ich mir nicht einmal selbst helfen kann?

Du hast es schön gesagt. Die Metapher wiederholt. Er hat mein Schiff geklaut und steuert geradezu in tödliche Strömungen. Am Ende reißt es uns beide in die Tiefe. Ich muss dieses Schiff kapern. Muss das Ruder übernehmen um den sicheren Hafen anzusteuern. Ist es nicht so?

Denn ich bin müde des Tauchens. Müde des Suchens. Müde vom Hiersein. Vom bei-ihm-bleiben-müssen aus Gründen, die keinen Sinn mehr ergeben.

Schmerz

Mein Körper schreit auf. Jede Bewegung ist ein Hindernis. Es dringt in meine Knochen, beißt zwischen den Muskeln und nichts mag es besänftigen. Zeit, ich hoffe die Zeit lindert den Schmerz meines Lebens.

Bald werde ich dich, der du die Hälfte meines Lebens Leid in meinen Kopf gesetzt hast, wieder sehen. Die Welt bebt, wenn ich nur daran denke. Ich möchte dich nicht sehen, doch es lässt sich schwer vermeiden. Andere werden da sein, Andere die mich nicht ablenken können. Ich weiß, dass ich nur den Blick nach dir ausstrecke, dass ich dein ergrautes Haar erkennen werde, die Fältchen um deine Augen zähle, in die Sprenkel eintauchen werde, die in deinen Augen zu sehen sind. Hoffentlich ist das Licht dunkel genug, das man es nicht bemerkt. Jetzt zerfetzt es mich schier, nur weil ich daran denke. Denke, wie das Licht mit deinen Schatten spielt und ich nervöser werde, bereits zu kämpfen habe. Mit den Tränen. Mit dem Lachen. Keine Pille kann dieses Gefühl auslöschen, niemand, wird die Wunde besänftigen können. Nur du, du legst den Finger drauf, bohrst darin. Ich weiß es. Werde es nicht lange aushalten können und möchte bis zum Schluss bleiben. Mir zerreißt es die Brust und dabei sind es noch zwei Wochen und es gibt nicht einen Funken Hoffnung. Es gab nie Hoffnung für uns, nicht wahr? Haha, meine eigene dumme Seele betrügt mich. Ideale, die es sind. Illusionen, denen ich nachgejagt bin. Und doch, kann es mich noch immer so zerstören, dieses einzelne kleine Gefühl, dieser Brocken, den ich nicht ausmerzen kann. Die Reste der Scherben, die du in mein Herz gerammt hast. Es ist ohnehin alles meine Schuld. Also mach dir keine Sorgen. Nur ein Tag, dann wieder heilen. Eine lange Zeit der Stille, die dein stummer Sturm hinterlassen wird.

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Frohe Ostern

Geschenkt. Heute ist die Haut zu dünn. Alles geht durch sie hindurch. In mir drinnen ein stiller Sturm. Unruhe, die sich festbeißt. Meine Gedärme sind in Aufruhr. Mein Kopf spielt verrückt. Mein Herz das rast, ich kann es in den Ohren hören. Schon als sie mir Frohe Oster gewünscht haben, konnte ich nichts erwidern. Wie eine Blockade. Nicht als würde ich auf dem Schlauch stehen, sondern als wäre ich gar nicht richtig da. Zu viele Süßigkeiten liegen rum. Mir wird schlecht, wenn ich sie ansehe. Die Waage hat mich betrogen, mir gefällt nicht, welche zahlen sie mir vorgaukelt. Habe bei meiner Mutter eine Broschüre über Depression gefunden. Halb gelesen. Ich war sehr erstaunt und wünschte mir, der Chef würde sich das auch  mal durchlesen. Er liest doch so gern, wenn er schon in einer Buchhandlung arbeitet…

Weiß heute nicht wohin mit mir. Was mit mir anfangen. Riddick tat gut, aber nur am Vormittag, als ich begonnen hatte. Am Nachmittag hat mich die Geduld verlassen. Hier liegen unzählige Filme herum. Bücher. Dinge, die es zutun gibt. Gerade kann ich nichts tun. Und schreiben fällt schwer. Obwohl ich so viel in meinem Kopf habe, das nach draußen will, klingt alles falsch. Nicht richtig und fahl. Bin gereizt, weil ich nichts schaffe. Unstet, funktioniere nicht. Ich habe nur darauf gewartet. Ein Tag im Monat, der gut ist. So lautet der Durchschnitt. Für einen Tag im Monat leben, an dem ich mich freue? Was ist das für ein Leben?

Bin ein Grünschnabel. Und rede Stuss. Das auch. Blauäugig. Dumm. Ich finde mich in dieser Welt nicht zurecht. Habe nie den Weg gefunden. Mich ständig verlaufen. Niemals angekommen. Mir fehlt so viel. Ich wurde ohne alles hierher geschickt und soll zurecht kommen? Du lachst mich aus.

Teil I – Hühnerfrikassee

Wir essen es aus der Dose, weil es nichts anderes mehr gibt. Vor uns brutzelt das Lagerfeuer, während im Nacken die Kälte ihre Finger spielen lässt. Der Löffel ist verbogen und oft benutzt. Scheppernd höre ich, wie du bereits zu essen beginnst und ich nicht anders kann als zu schmunzeln, weil mich eine warme Erinnerung packt. Vor dem allem. Vor dem Aus dieser Welt. Ich erinnere mich an die Wärme der Küche, in der du das Fertiggericht in der Pfanne hast braten lassen, wie ich um dich herum geschlichen bin. Wie ich es immer tue, wenn ich bei dir war. Weil in mir so viel ist, so viel Unruhe, als hätten wir nie genügend Zeit. Und so viel zu zeigen, zu sagen, zu fühlen, dass ich nie weiß wo ich anfangen soll, weil dann alles verschwunden ist. Wie wenn man in einen Teich mit Kaulquappen greift und alle schwarzen Punkte dem Griff entfliehen. Ich habe den Tisch gedeckt, die Ruhe genossen, weil niemand im Haus war. Nur wir zwei, so wie jetzt, ganz anders bloß. Gläser und Wasser, ich erinnere mich an die kühle glatte Oberfläche. Mein Magen grummelt und du blickst mich an, du fragst mit diesen Augen stumm, warum ich nicht esse und ich schüttel leicht mit dem Kopf, grinse was ziemlich dämlich aussehen muss. Und nehme einen Löffel aus der Dose. Es schmeckt nicht wie damals. Ich habe dir nie gesagt, dass ich es gerne mit viel Zitrone und Kapern mag. Ich war schon immer ein bisschen komisch oder einfach nur genügsam. Froh bei dir zu sein, das war meine Luft, die ich zum Leben brauchte. Nichts anderes mehr. Du bist schon fertig, da fange ich gerade an. Ich bin nicht satt, aber Hunger habe ich auch nicht. Deswegen hebe ich meine halbvolle Dose in deine Richtung. Du hast dich zurückgelehnt, deine Füße dem Feuer zugestreckt und siehst über mich hinweg, als wäre ich gar nicht da. „Mhm?“ Bringe ich lediglich hervor und strecke meinen Arm soweit, bis es zieht, in deine Richtung, beuge meinen Oberkörper nach vorn, sodass meine Haare fast vom Feuer berührt werden. Du reagierst langsam, als erwachst du erst, greifst um die Dose, streichelst meine Finger sacht. Ich nehme es wahr und lächle in dein Gesicht, obwohl du mich nicht einmal ansiehst, die Dose an dich nimmst und isst. Der Winter wird lang und die Welt, darf dich nicht verlieren. Mach dir um mich keine Sorgen, ich bin zäh, das weißt du doch. Ich blicke in den Himmel, die Sterne sind heut zu sehen und ich fange sie alle mit den Augen ein. Lehne mich zurück, schiebe die Hände hinter den Kopf, wie ein Kissen und schaue hinauf. Ich weiß noch, wie ich die Sternschnuppen bei dir gezählt habe. Als wären sie nur für diesen einen Abend geboren wurden um sich uns zu zeigen. Was würdest du dir jetzt wünschen? Frage ich heimlich, aber du antwortest nicht.

And if you don’t mind
Can you tell me
All your hopes and fears
And Everything that you believe in
Would you make a difference in the world
I’d love for you to take me to a deeper conversation
Only you can make me
Does your name rhyme with mine?

YUNA – deeper conversation

Zurückweisung

tödlich.

Wenn ich nicht aufpasse nehme ich mir das Leben. Wenn ich nicht den Körper anspanne und mich dagegen wehre, kann das schnell gehen. Ich erinnere mich, an die ersten Male. Mit Tränen im Gesicht und der bunten Packung Seroquel. Starke Tabletten zum sedieren. So stark, dass ich danach 3 Tage im Koma und 7 Tage keinerlei Erinnerungen an diese Tage habe. Eine eigentlich tödliche Dosis, ganz ohne Zweifel. Ein desolater Zustand. Die Ärzte haben gesagt es wäre ein Wunder, wenn ich wieder normal würde. Bin ich also ein Wunder? Oder bin ich einfach nicht normal?

  • Haben Sie Angst, allein zu sein oder verlassen zu werden?
  • Idealisieren oder entwerten Sie nahestehende und geliebte Menschen?
  • Wie nehmen Sie sich selbst wahr?
  • Wie impulsiv sind sie? Wichtige Anhaltspunkte sind zum Beispiel Ihr Kaufverhalten, eine rücksichtslose Fahrweise oder übersteigerte Sexualität.
  • Verletzen sie sich selbst oder haben Sie Suizidgedanken?
  • Verspüren Sie öfters eine innere Leere?
  • Haben Sie häufiger Wutanfälle?
  • Leiden sie in stressigen Situationen unter paranoiden Vorstellungen?

Wir sind aufs Herz gefallen.
Jetzt ist die Liebe Kaputt.

Leichen

„Du weißt, dass es nur ein Traum ist, aber alles in dir, hängt noch in diesem Chaos fest. Das Gefühl hinterlässt Rückstände. Wie also, kann es nicht wahr sein?“

Wir liefen von dem Bus weg, der uns auf einem Hügel raus gelassen hatte. Es war Nacht und die Lichter sahen schön aus. Ich habe sie dir gezeigt. Doch diese Lichter kamen von künstlichen Lampen, die über den Hügel strahlten. Wir gingen über das Feld, trafen seltsame Gestalten, doch hatten keine Angst vor ihnen, wir wussten, sie gehörten zu dem Feld, pflegten es, bis der Morgen anbricht. Allmählich wurde es heller und wir sind an der Spitze des Hügels angekommen. Du hast gefragt wohin, und ich habe geradeaus gezeigt, auf einen schmalen Pfad, der durch ein großes Feld gemäht wurde. Ich habe gesagt, es wäre perfekt. Doch als wir näher kamen und die vielen Leichen von Kleinkindern vor unseren Füßen sahen, war es alles andere als Perfekt. Du wurdest immer leiser. Betreten sah ich zu Boden, sah das Blut und die blauen verwesten Körper dieser Kinder. Zwischen ihnen ihr Spielzeug von der Witterung zerfressen. Es mussten über 30 tote Kinderleichen gewesen sein. Mich störten die Toten nicht, in meinem Kopf dachte ich nur daran, wie du empfinden musst und wie dich dieser Anblick verstört. Im Nacken spürten wir, dass wir nicht mehr allein waren. Und eine dürre ausgemergelte Gestalt erschien. Eine Frau mit einem weizenfarbenen Kleid, auf denen dukelbraune Flecken waren. Ihre Haar eine Mischung aus Braun und Grau, das ihr lang und unordentlich vom Kopf stand. Eine runde Brille sitzt auf ihrer Nase und betonte so ihren bohrenden Blick. Wir wollten einfach an ihr vorbei, so tun als hätten wir die Leichen nicht gesehen. Nur Heim, ohne aufgehalten zu werden. Ich zog an ihr vorbei, durch einen kleinen Bogen, wie man ihn für das koordinierte wachsen von Rosenpflanzen verwendet. Der Boden wurde asphaltiert, hart und eine Mauer zog dunkle Schatten an diesen Ort, der von zwei Häuserblocks umgeben war. Wir wurden gestoppt. Ich sagte, wir wollen heim und haben nichts gesehen, wir schwören es. Ein kleiner Junge tauchte neben ihr auf. Seine Haare waren steinbraun und klebten im wirr an dem Schädel, sein Blick war blutunterlaufen und dunkle Augenringe untermalten das. In seiner Hand ein Brecheisen. Sie verlangte, dass ich ihr die billige Uhr an meinem Handgelenk gebe. Ich wollte erst nicht, es war wohl ein Erbstück, ich weiß es nicht. Aber dann war mir dein Leben wichtiger, als meines. Und der Junge, klopfte einmal aggressiv mit der Brechstange in seine Hände. Ich wollte nicht von ihr getroffen werden, hatte Angst vor dem Schmerz und fummelte an der Armbanduhr, die ich ihr gab. Aber sie ließen uns immer noch nicht frei. Wir redeten uns um Kopf und Kragen. Fragten sie, was hier passiert sei? Wie sie her kamen? Was sie taten? Aber es kamen keine Antworten nur seltsame Blicke. Ich sah mich um. Und entdeckte eine große verspiegelte Fensterscheibe, sah einen Schatten der auf uns blickte. Jemand saß da drin und konnte uns helfen. Ich schlich mich an dem Jungen vorbei und ging hinein. Ein kleiner Raum, der noch weiter in ein unbekanntes Innere führte und ein Mann dem ich heißer zu schrie dass er uns helfen müsse. Dass ich anrufen wollte. Er meinte, er habe die Diakonie bereits verständigt. Warum beruhigte mich das nicht? Ich wollte die Polizei, wollte über die Leichen sprechen, mich in Sicherheit wissen. Aber die gab es nicht. Ich sah mich um, kam näher. Er wollte es nicht. Ich sah, dass er Videospiele auf dem PC spielte, während im Hintergrund ein unbekanntes Programm lief. Er zerrte mich auf seinen Schoß, begann mich zu befummeln und mir gefiel es auf der einen Seite, auf der anderen überhaupt nicht, ich hatte zu viel Angst, zu viel im Kopf, Zeit die drängt und dich da draußen. Spielte jedoch mit, um hier raus zu kommen. Ich schob den Stuhl auf sechs rollenden Beinen durch den Raum, presste mich pendantisch an ihn, bis ans andere Ende wo ein großes Fenster offen stand und war von dem Anblick hingerissen. Eine leuchtende Großstadt erstreckte sich in voller Pracht, nach dem weiten Feld. Dann zog er mich weg, berührte mich weiterhin an intimen Stellen, als wir mit dem Stuhl ins innere des Raumes fuhren. Ich sah ein breites Bett. Bot ihm an mit mir zu schlafen, doch er hielt es für keine gute Idee, was er nicht deutlich sagte, aber mir signalisierte. Dann öffnete ich eine Tür. Nun gingen, wir, kaum noch berührend weiter, auch wenn ich seine Nähe bei mir spürte. Ein weiter Raum öffnete sich vor mir, die Wände waren mit roter Farbe beschrieben, ich konnte es nicht lesen. Aber ich fühlte mich unwohl. Als drohe eine unmittelbare Gefahr, die man nicht sehen konnte. Auf der rechten Seite waren milchglasfenster die ein wenig Licht brachten. Auf der linken Seite mehrere Duschen mit beigen Duschvorhängen. Ich ging in den Raum hinein und an der linken Seite bog ich ab, ging ein Gang tiefer in das Gebäude. Ich kam zu den Toiletten. Ein Schauer durchfuhr mich und ich wollte zurück, aber ich war auch neugierig und öffnete die vielen schweren Eisentüren. Zerkratzte Eisentüren, als hätte jemand mit den Fingernägeln an ihnen geschabt. Voller Verzweiflung. War das Blut oder nur Rost? Ich wurde weggezogen, schnell gingen wir zurück. Doch es war zu spät. Ein anderer fremder Mann, der mit dem anderen hier leben muss, stand vor uns und ihm gegenüber die zerloderte Frau, hinter im hatte der kleine aggressive Junge ein langes Jagdmesser herausgezogen. Die Frau schrie noch, dass er es nicht tun soll, doch da jagte er die Klinge bereits in den Nacken des großen Mannes, der darauf hin zusammenklappte. Ich nutzte diese Gelegenheit und rannte aus dem Gebäude, auf der Suche nach dir. Du warst ganz bleich, in dich gekehrt. Ich habe gesehen was der Ort mit dir getan hat und hatte Angst vor den Folgen. Ich schnappte mir deine Hand und trieb dich an, das wir gehen mussten. Du wolltest nicht, wolltest ihnen helfen, aber ich trieb dich an. Seitdem warst du nicht mehr die, die ich kannte. Als hätte ich etwas getan, dass dich immer, sehr weit von mir weggetrieben hätte.
Wenig später waren wir daheim. Ich war gerade einkaufen, als du mir schriebst, dass du noch etwas von der Apotheke bräuchtest. Und ich habe nur gedacht, nicht zum Freitag, weil ich wusste, das man lange anstehen würde, aber ein Gefühl in mir wollte dir unbedingt helfen. Also stellte ich mich an. Die Schlange ging bis auf die Verkaufsstraße hinaus. Doch ich wartete geduldig in ihr, spielte mit dem Handy und fragte, was du brauchst. Als ich beinahe an der Reihe war, stand vor mir ein Mann. Er erinnerte mich an das Geschehen dort bei den Kinderleichen. Er wollte ein Buch, etwas über Giftpflanzen oder Heilpflanzen und ihre Wirkung wissen. Drei Mitarbeiterinnen kümmerten sich um die Bestellungen und eine davon rief gerade laut genug aus, dass sie sich um fünf mit Tante I. treffen will. Ich wurde hellhörig und war nervös ob des Mannes vor mir. Als ich über die Theke meine Tante sah und ich in Tränen ausbrechen wollte. Sie ging gerade fort, aber ich ging aus der langen Warteschlange, lief ihr nach und rief ihren Namen nur um sie dann heulend zu umarmen. Denn die traumatischen Erlebnisse hingen noch an mir, aber ich konnte niemandem etwas davon sagen, deswegen sah sie mich sorgenvoll und überrascht an, weil ich sie in so eine feste Umarmung nahm. Hatte ich angst um unserer Leben? Angst, diese schönen Menschen nicht mehr zu sehen, Angst ihnen nie mehr begegnen zu können? Wir verabschiedeten uns und du schriebst, dass du Kopfschmerztabletten brauchst, damit du die Nacht durchspielen kannst. Also stellte ich mich ans Ende der Schlange und wartete bis ich dran kam und dir helfen konnte.

Klapperhorn

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Irgendwas ist immer

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Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

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