Kisten & Chaos

 

Überall liegt das Chaos verstreut. Ich sammle Artefakte auf und packe sie in Kisten. Staub lasse ich zurück. Krümel, eine nicht zu verfolgende Spur einer Ansammlung von gewagter Gemeinsamkeit, die letztendlich an sich selbst scheitern musste, weil wir nicht nebenher, sondern vorneweg gelaufen sind. Meine Finger sind schmutzig. Ich spüre, wie dieser Raum immer leerer wird. Ich lasse Dinge zurück um neuem Platz zu schaffen.

Wut und Trauer, beide zeitgleich in einer Brust. Eine Kombination, die nicht zu ertragen scheint. Ich darf sie haben, das habe ich gelernt. Sie dürfen da sein. Aber ich weiß nicht was ich mit ihnen machen soll. Wie soll ich mich um diese gewaltigen Gefühle kümmern, die sich so intensiv in meine Brust fressen, mein Rückgrat brechen und alles so viel schwerer machen. Nicht klar denken zu können, weil man von Emotionen eingenommen wird, ist furchtbar. Man macht so viel dumme Sachen. Entschließt sich für falsche Wege, die man anschließend bereut. Wie noch unterscheiden, welcher Weg da der Richtige ist? Zweifel an dem eigenen Bewusstsein. Zweifel, die gerade so groß werden.

Ich erzähle dir so viel über Gefühle und hab doch selbst keine Ahnung davon. Wollte ein guter Mensch sein, so wie du. Aber ich schaff es nicht. Unfrei. So liegen die Kette noch immer eng an meinem Körper. Unfähig mich zu bewegen. Wo man dann, nicht einmal den Arm zum Dank heben kann, wenn man über die Straße gelassen wird. Wo man den Menschen nicht einmal ansehen kann, weil die Scham zu groß ist und die Schwäche zu mächtig. Deswegen lieb ich dich so. Du hast all die Stärke, die ich nicht kenne. Den Mut, den Menschen zu helfen, sie anzusehen, vorbehaltlos ihre Hand zu schütteln, ihnen in die Augen sehen zu können, mit deinem ganz besonderen Blick. Güte und Mitgefühl. Du sagst sehr oft, dass du nichts fühlst, vielleicht ist es wie bei mir, dass du manchmal einfach viel zu viel fühlst und deswegen, dann nicht mal mehr die kleinen Gefühle wahrnehmen kannst, die trotzdem da sind.  Weil wir uns mit anderen Dingen ablenken. Weil wir nach der Flut nichts mehr fühlen wollen. Weil die Flut uns manchmal alles entreißt. Sie nennen es Vermeidung. Und ja, darin sind wir richtig Klasse, nicht wahr? Weil Vermeidung, manchmal alles ist, was wir tun können um nicht zu zerbrechen. Das ist unsere Bewältigungsstrategie.

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