Das ich nicht genug bin… das heißt es nicht, aber es fühlt sich so an.

3:36

Manchmal, möchte ich nicht, dass er vorbei kommt. Dann gefällt mir der lethargische Status, in dem ich mich befinde. Ein bisschen Taub, ein bisschen leer und ein bisschen als wäre alles egal, bis er schreibt oder nicht schreibt. Mein Abwehrmechanismus ist kaputt. Ich funktioniere nicht richtig und er hat es noch immer nicht verstanden. Der Mensch, der für mich da sein sollte, der mich unterstützen will, mich heilt und so ein Scheiß.  Das gibt es nicht. All die Träume, blumige Ziele, Wünsche und Vorstellungen, sind erloschen. Ich erinnere mich nicht mehr an sie und alle die ich hatte sind mit dem Zauber verflogen, den diese Realität gefressen hat.

Ich versuche mich an das nächtliche Gespräch zu erinnern, während das Feuer knisterte und ich in die orangene Glut sah, mit dem Gedanken, was wohl passieren würde, wenn ich hinein falle. Das Feuer war ganz leise, es strahlte Ruhe aus. Nur die Stimme neben mir war angefüllt mit etwas anderem. Ich dachte dieser Mensch wäre einer, der in einem Zaun lebt. Den Zaun bis ins Detail kennt und auch den Baum außerhalb des Zauns aufs kleinste beschreiben kann, aber keine Ahnung davon hat wie es sich anfühlt ihn zu umarmen oder den Wind in seinen Blättern zu lauschen. Nur einer der weiß, aber nichts fühlt, nicht lernt, indem er fühlt. Es hat sich nichts daran geändert, nur die Sicht auf einzelne Spektren. Seine Worte kann ich nicht persönlich nehmen. Er hat triviale Plattitüden von sich gegeben. Dinge, die man zu jedem hätte sagen können. Wie ein falscher Wahrsager, der die Sätze so verallgemeinert, das sie auf jeden zutreffen. Nur haben die Worte und das eindringen mich bewegt. Wir müssen härter um unsere Beziehung kämpfen, müssen uns mehr als alle anderen bemühen. Sind gebrannte Kinder. Tragen unsere zerbrochene Vergangenheit mit uns herum. Wir können aneinander wachsen und etwas tiefes unvergleichliches haben. Wir passen wie die Faust aufs Auge. Usw. Er hat vieles davon gesagt und mein Wochenende gerettet. Weil ich bis zu dem Moment, nicht wusste, was ich tun soll, denn ich habe nichts gespürt. Nur ein strampeln und sich winden. Leider kann ich diesen Augenblick und das Gespräch nicht wiederholen. Nichts davon wird noch einmal geschehen und das macht die Dinge so kostbar und traurig. Mein Gefühl schwindet und ich muss mir neue Praktiken einfallen lassen wie ich das Feuer nähre.

Es ist nur schwer, wenn ich nicht mehr weiß, wofür ich das Feuer anzünden soll. Denn er macht es mir nicht leicht. Zündet das Feuer nicht mehr an. Lässt es erlöschen und verhungern. Manchmal liegt die schwarze Decke auf mir und dann weiß ich gar nichts mehr. Nicht wofür er da ist, nicht wofür ich atmen soll oder wohin der Weg geht. Es gibt Ziele, aber für keinen von denen fühle ich Begeisterung. Es ist als klettere ich von einer Schlucht zur anderen. Die Ketten wandeln sich, sie bleiben aber immer noch Ketten, die mich am Boden halten.

Dennoch mehren sich die guten Tage. Ich kann fühlen wie mich manchmal eine Stärke packt. Trotzdem ist sie von etwas traurigem beseelt. Die Vergänglichkeit macht mir zu schaffen und die Angst schließt ihre Finger um meinen Hals. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, was ich tun kann. Und ich weiß nicht, was ich tun will.

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