Kreislauf

Das Problem ist, wenn ich los lasse fällt alles weg. Niemand hält sich dann noch an mir fest und ich mich auch an niemandem. Niemand wird sich an mich erinnern oder einen Gedanken an mich verschwenden. Ich verschwinde einfach und das ist es, was so wehtut. Die endgültige Tatsache, dass ich nichts weiter als ein Sandkorn bin, nie den Platz in dieser Welt gefunden habe und nie die Menschen erreichen werde, die ich liebe. Ich hab versucht über viele Wege eine Lösung für dieses Problem zu finden. Aber ich finde kein zufriedenstellendes Ergebnis. Menschen sind so. Man muss sie lassen und hoffen, dass man irgendwann Teil ihres Lebens wird oder eben nicht. Meistens ist das nicht der Fall. Ich nenne das Verständnis und Geduld. Selbst wenn ich daran kaputt gehen sollte, kämpfe ich um diese verloren gegangenen Werte und warte ab, bis es besser wird. Einer vagen Hoffnung, die letztendlich kaum eine Chance hat. Ich bin Durchschnitt. Langweiliger Durchschnitt. Nichts sticht an mir heraus. Ich habe keine überragenden sozialen Fähigkeiten, noch irgendein vorweisbares Talent, das nur mir gegeben ist. Zudem sind meine sozialen wie kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt. Ich kann sie nicht in dem wünschenswerten Maß einsetzen, wie sie gebraucht werden. Beschädigt. Absolut unbrauchbar.
Außerdem möchte ich niemand sein, der ich nicht bin, niemals sein kann und zu dem ich nicht werden kann. Was nicht heißt, das ich nicht jeden Tag darum kämpfe ein besseres Selbst zu sein, um irgendwann vielleicht mal stolz auf das zu sein, was und vor allem wer ich bin.
Doch allmählich kann ich nicht mehr kämpfen… um Anerkennung, um Beachtung, um Teilhabe, um Interesse, um Freundschaft, um das Gefühl gebraucht zu werden. Vielleicht bin ich einfach unfähig für zwischenmenschliche Beziehung, was aber nicht heißt, das ich einfach aufgeben werde. Wir alle wissen, wie schwer es mir fällt los zu lassen und wie spät ich erst bemerke, dass es längst zu spät ist.

Und solange warte ich. Das es vielleicht besser wird oder die Ungewissheit sich in etwas erträgliches verwandelt.

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Und das Schlimmste ist, dass ich weiß dass es vorbei geht und immer wieder kommt und immer schlimmer wird. Aber es absolut keinen Ausweg gibt. Ein endloser Kreislauf in endloser Marter seiner Wiederholungen, die mir alles zertrümmern, was ich bis dahin aufgebaut habe. Und immer wieder aufstehen wird jedes Mal schwerer. Immer wieder an etwas so zerbrechliche, wie Hoffnung festhalten, fehlt mir zunehmend die Kraft, wenn ich nicht weiß woher sie kommen soll. Ich hab das Gefühl, dass alles was ich getan habe, jede Entscheidung die ich traf, mich in eine andere Hölle gebracht hat. Immer ein bisschen tiefer.  Immer ein bisschen schmerzhafter. 
Was wenn es noch schlimmer wird… und danach?
Ich habe verstanden, dass es für mich keinen Ausweg mehr gibt und man auf keine Hilfe mehr warten darf. Positiv denken, sagen sie. Lächeln, sagen sie. Und ich tue es. Doch zu welchem Preis? 
Verhaltenstherapie. Weil eine Persönlichkeitsstörung sich bis tief in die Hirnrinde gefressen hat. Sich komplett verändern. Jemand anderes werden. Nichts bleibt mehr übrig. Immer das Gefühl, als hätte man alles falsch gemacht, als wäre man immer falsch gewesen. So was kann einen verrückt machen. 

 

 

Ich weiß, dass nichts in Stein gemeißelt ist und genauso sind meine Worte…

 

Stadt Land Fluss

Die Zeit vergessen. Vergessen, dass es Probleme gibt, dass ich mich minderwertig fühle, dass ich alleine bin. Das ist mein Sinn. Meine Suche. Für einen kurzen Moment, war alles gut. Ich  möchte darin zurück. Dieses Spiel spielen und lachen, nicht nachdenken. Mich angenommen fühlen, so wie ich bin. Nicht dauernd Sätze hören wie:

Du darfst dich nicht auf deiner Trauer ausruhen.

Deine Musik ist depressiv.

Hör auf immer so scheiße Depri zu sein.

Na hoffentlich bist du dann nicht den ganzen Tag so traurig.

Ich kenne dich quasi nur schwarz und tief deprimiert. Ich habe seit dem wir uns kennen, noch nie erlebt, dass es dir mal wegen etwas gut ging. 
Ich weiß nicht ob ich es je anders von dir erleben werde.
Oder ob ich auf diesen kurzen Moment überhaupt warten soll.

Kein Wunder dass du so oft depri bist bei den Texten.

die sich in einer nie enden wollenden Oktave wiederholen. Ich habe mein Resümee daraus gezogen und mich in eine Unehrlichkeit begeben, die mich zerbricht. Aber manchmal glaub ich meinen Lügen sogar, was mir noch mehr Angst macht.

In der Gruppe war eine Frau. Nur ein Jahr älter als ich, aber im Geist ein Kind. Unbeschwert und mit so viel Energie. Ich habe sie darum beneidet und gleichzeitig tat sie mir leid. Weil sie Dinge erlebt hat, Dinge getan hat, die nicht spurlos an der Welt vorüber ziehen. Dennoch strahlt sie etwas lebendiges aus, das mir wohl nie anhaften wird. Eigentlich, ist mein Leben doch gut. Alles geht seinen Gang. Ich bin gesund. Ich habe Menschen, die bei mir sind. Keine Schulden. Eine Wohnung. Essen und immer genug Wasser. Mein Leben ist doch toll, oder? Bald werde ich fort gehen. Es steht ein Datum fest. Aber ich habe Angst. Angst, die immer größer wird, während ich zusammen schrumpfe. Mir sollte es gut gehen. Ich sollte der glücklichste Mensch dieser Welt sein. Mich freuen. Immer nur lächeln. Mein Leben feiern. Nichts ist so wie es scheint. Ich möchte immer noch sterben, aber ich sag es keinem. Denn niemand kann etwas daran ändern. Ich hab verstanden, dass ich damit allein bin, hörst du. Und dennoch ist da irgendwie diese Hoffnung, dass ich auch irgendwann lächeln kann ohne an ein Morgen zu denken. Also schaue ich zu den Menschen auf die es können.

 

„Ich achte auf mein Denken und wähle bewusst gesunde Gedanken“

 

Dinge die ich gerade brauche

  • Verständnis
  • Geduld
  • Menschen um mich herum
  • Liebe – nein, nicht ganz. Eher das Gefühl beachtet zu werden, wertvoll zu sein, wichtig, das was Liebe bedeutet, nicht was man für Liebe hält
  • eine Aufgabe
  • eine Perspektive
  • eine Umarmung
  • jemanden zum Reden

 

 

 

Gedankensprünge

Was ist, wenn es wirklich so einfach ist? Wenn es nur an einem Gedanken liegt, die Welt aus den Angeln zu heben? Wie ein Fingerschnippen, auf einmal alles zu verändern. Kann es wirklich so einfach sein? Habe ich dass all die Zeit übersehen und nicht glauben wollen, um jetzt mit Tränen in den Augen dazu stehen und auf ein Trümmerhaufen zu sehen, den ich mir selbst erschaffen habe? All die Scherben die hier herumliegen, auf denen ich herum trete, das war alles mein altes Leben, das war alles ich.
Dabei liegt der Sinn wohl darin, in der Hölle ein Paradies zu erschaffen, bis man sich wohl darin fühlt. Dann geht es weiter und man wiederholt es so lange, bis es zu Ende ist. Paradiese, die man erschafft und fallen lässt um ein Neues zu erschaffen.
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Es gibt Menschen bei denen fühle ich einen gewissen Widerstand. Gleich dem Ekel, möchte ich nicht genauer hinsehen. Sie haben eine Ausstrahlung wie eine Sonne. Schön anzusehen, vielleicht auch wärmend, aber wenn man zu dicht herankommt verbrennt man. Manchmal durchbreche ich das Licht und sehe dahinter eine Menge Schatten. Dunkelheit, die sie verschlingt. Wenn es zu leicht wird Menschen zu lesen, tut es weh. Manchmal, will man einfach nicht mehr hinsehen müssen, weil das was man sieht, nicht das ist was einem gefällt. Und das was sie zeigen wollen, ist nicht das was ich sehe. Ich sehe etwas trauriges, das verletzt ist und darum ringt geheilt zu werden. Heute quälte mich eine unruhige Langeweile. Die Gespräche waren flach und eintönig. Es drehte sich nur ums Wetter. Niemand redete von etwas anderem. Niemand sieht genau hin. Mir tun die Augen weh. Der Kopf. Manchmal tut mir einfach alles weh, weil ich das alles aufnehme und nicht wegsehen kann. Es hat nicht einmal genutzt als ich blind und taub zugleich war. Als würde mein Körper mit allen Sinnen wahrnehmen. Alles um mich berum. Beständig.
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Lass sie nicht an dein Herz heran. Die Wunden sind noch zu frisch die geschlagen wurden. Lass niemanden an dein Herz heran, es ist zu schwach, neue Verletzungen zu ertragen. Ich langweile mich, sagt das Herz, weil es weggesperrt wurde. Es langweilt sich und macht übermütige Sprünge in den Abgrund. Du holst dir nur weitere Schrammen, steckst Splitter in die verwundete Schale. Wieder den selben Fehler begangen. Wieder zu viel gefühlt um verletzt zu werden. Ein Kreislauf, der sich mit beängstigender Beständigkeit wiederholt. Aber das Herz lernt nicht, das Herz fühlt. Es tut was es immer tut; Schlagen.

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Viele Worte

… in  meinem Kopf.

Trennung. Neubeginn. Angst und das Gefühl der Einsamkeit. Das übliche Tammtamm. Was soll ich sagen? Nach dem Ja folgt ein Nein. Eines das mich ganz besonders traurig macht, weil ich mich so daran geklammert habe, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie ich immer tiefer sank, keine Luft mehr bekam und beinahe daran erstickt wäre. Es hat so schön begonnen und musste so hässlich enden. Ich habe versagt. In allem. Dennoch tat ich es für mich. Seit dem fühle ich neben dem gebrochenen Herzen, Flügel die schlagen. Luft die ich neu atme. Jeden Tag fühle ich mich ein bisschen freier. Merke was gefehlt hat, was unterdrückt wurde, wie verbogen ich war. Dennoch spüre ich die Angst dort um die Ecke, wie eine Dunkelheit, die mich beobachtet, darauf wartet, dass ich wieder schwach werde und sie sich meiner bemächtigen kann. Lass es nicht soweit kommen. Ich stemme mich dagegen. Ja, die Gedanken sind immer da, formen meine Gefühle, die mich in den Abgrund reißen. Dennoch bin ich nicht mehr so hilflos wie noch vor Jahren. Ich habe es in der Hand und ich spüre es. Trotzdem ist es traurig, dass Liebe zu so etwas verkommen ist. Dass ich weiß, ich werde nicht mehr sterben, ich werde es überleben. Und immer wenn ich es überlebe, fehlt ein großes Stück von mir, dass ich in dich investiert habe…

Gedanken liegen überall herum. Es begegnet mir so viel und ich muss einen starken Schutzwall aufbauen, es nicht zu nahe an mich heran lassen. Paare die sich küssen und liebevoll behandeln. Sätze und Bilder über Beziehungen. Dinge, die einem überall begegnen. Man kann sich nicht aufregen, nicht beschweren, aber versuchen für diejenigen glücklich zu sein, die dieses Glück erleben. Für mich fällt es weg. Ich werde mich auf andere Dinge konzentrieren. Es wegschieben. Abdichten. Vergraben. Dann tut es nicht so weh, zu wissen, dass es für Menschen wie mich, niemanden gibt.

Dieser Schmerz

Dieser Schmerz hört nicht auf. Er hat Dornen aus Rasierklingen. Dieser Schmerz macht taub, leer und dumpf. Die Gedanken drehen sich wie schmetternde Schläge. Man will sich selbst aufschneiden, weil das weniger wehtut, als das was gerade im Innern schmerzt. Nichts könnte dem Körper etwas anhaben, wenn es so wehtut wie jetzt.

Der Tag war schön. Es gab Momente, in denen konnte mir nichts etwas anhaben. Ich fühlte mich stark, unbesiegbar, gesund. Und dann schlägt das Katapult um sich. Reißt mich hinab. Mit nur einer Unachtsamkeit und einem Gedanke. Eine kleine Enttäuschung und die Hölle öffnet sich unter meinen Füßen um mich zu verschlingen. Es fiel schwer noch die Beherrschung zu halten, zu lächeln und bei den Menschen um mich herum zu bleiben. Für Menschen wie mich, gibt es Niemanden. Es fällt schwer in einer Gruppe zu sein, wenn ich nichts zu sagen habe und wenn mir das zuhören schwer fällt. Eine Einsicht, die sich wie der rote Faden durch mich hindurch zieht: ich bin kein guter Mensch.

 

Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

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In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

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