Dämmerung

Ich versuche mir vorzustellen, was Du sagen würdest. Du schaust in die Ferne, Dein Gesicht ist ganz starr und konzentriert. Die Hände auf den angewinkelten Knien. Galaxienweit entfernt fühle ich mich wie in einem schwarzen Loch gefangen, obwohl ich merke, wie Dein Blick mich streift und ein sanftes Lächeln folgt, als Du mich bemerkst. Gebrochen fühle ich mich, als würde ich jeden Moment zusammenfallen, weil die zerfallenen Bruchstücke nichts mehr zusammenhält. Mit der flachen Hand deutest Du auf den Platz neben Dir. Der Raum der nur für mich geschaffen wurde. Langsam setze ich mich in Bewegung. Automatisch, geführt vom Wind und meiner Bestimmung geleitet, komme ich näher und rutsche schwerfällig an Deine Seite hinab. Sogleich nimmst Du meine Hand in Deine. Warm, schützend, rau. “Das was Du erlebt hast, wünscht sich niemand je zu erfahren.” Beginnst Du sanft zu sprechen. Deine Worte legen sich federleicht auf mich. “Du bist stark geblieben, hast niemandem deine Narben gezeigt, sie so gut es ging versteckt.” Dein Daumen streicht über meinen Handrücken und Du schaust in die Ferne der Dämmerung, die sich vor uns abzeichnet  und mit den Farben spielt. Ich bin ganz still, atme kaum in dem Rausch Deiner Stimme. Wachsam warte ich auf Deine nächsten Worte. “Aber manchmal musst Du Menschen Deine Wunden zeigen-“ Eine kleine Pause folgt, als bräuchte es Zeit bis diese Information zu mir durchdringt und Du sie ergänzt: „-damit sie heilen können.” In mir bebt etwas und Du spürst es am Zittern meiner Hände. Weil ich nicht mehr weiß, wer diese Menschen sind und weil ich meine Vergangenheit lieber wie ein ungeliebtes Kind behandle, als sie zu akzeptieren. Du weißt es, Du nimmst mich in den Arm und hältst mich fest bis ich zu sprechen beginne.

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