Waage

Dieser Schritt und jener Schritt. Die Haut wird dünner. Der Schädel dick. Bilder kriechen in mich hinein und setzen sich fest. Ich muss standhaft bleiben. Ich habe gute und schlechte Gedanken. Sie halten sich die Hand. Wie Yin und Yang. Es läuft nicht alles bunt und manchmal tut mein Lächeln weh, aber ich habe heute viel gelächelt. Viel gesehen, viel wahrgenommen, gerochen und gegen das schlechte Gefühl angekämpft. Weiter gemacht. Das ist das einzige, was manchmal bleibt: Weiter machen. Dennoch fühle ich mich schrecklich müde und oft nutzlos. Das mit dem Auto fahren klappte mal besser. Jetzt macht es mir Angst, schon allein in eines zu steigen, mit zu fahren. Meine Hände werden feucht und ich unruhig, dabei passiert nichts. Und ich weiß, wenn ich das nicht in den Griff kriege, wird es schlimmer. Kämpfen, strampeln, schwimmen, obwohl ich nicht mehr kämpfen, strampeln und schwimmen will. Am Abend überkommt mich ein tiefes Unwohlsein. Mir ist schlecht, schwindlig und es fühlt sich allgemein seltsam an. Ich ahne nur woher sie kommt, was sie auslöst. Allerdings habe ich noch nichts dagegen gefunden. Mein Schlafmittel führt dazu, dass mein Bein fürchterlich wehtut. Mittlerweile nicht nur, nachdem ich es nehme, sondern über den ganzen Tag hinweg. Aber ohne die Tabletten, kann ich nicht schlafen, fühle noch mehr und nichts ist mehr stabil, alles wird weniger kontrollierbar. Ich weiß, dass ich es ohne schaffe, aber der Zeitpunkt zu früh ist.

Gestern ein wirklich intensives Gespräch darüber geführt, dass man Raum für seine Gedanken braucht und wenn man mit niemanden darüber spricht, schwelt es und wird schlimmer. So viele Punkte, die so wichtig sind, über die man Reden muss. Am gestrigen Abend ging es um Suizidgedanken. Man braucht einen Raum, muss sich eine sichere Höhle schaffen, in der man das einfach mal los werden kann ohne gleich eingewiesen oder weggesperrt zu werden. Wie es bei mir so oft der Fall war und was alles nur noch schlimmer gemacht hat. Sie sind chronisch und ein Teil von mir. Ein Alarmzeichen in manchem Fall um zu sehen, hier muss ich was anders machen, eingreifen, das Ruder rumreißen. Dennoch kehren sie immer wieder zurück und darüber sprechen, kann ich nicht. Sie haben mich nicht gebrochen, ich bin stumpf geworden. Ich bin abgestumpft. Und das macht mir am meisten Angst.

 

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