Teil II – Du bist alles, hört sich so viel besser an, als lass mich los.

Ich blicke in Deine Augen. Du hast seit Tagen nicht mit mir gesprochen. Vielleicht hatten wir einen Streit, den ich nicht mitbekommen habe oder Du hast mich satt, doch fühlst Dich gefangen in Deiner Verantwortung. Du weißt, dass Du gehen kannst und ich Dich nie festhalten werden. Wir aßen schweigend unsere Dosen vor dem Lagerfeuer. Das war die einzige Nähe, die wir teilten. Jetzt hänge ich an Deinem Arm und spüre unter mir die Luft, die nach meinen Beinen greift. Ich war unachtsam und habe den Abhang nicht gesehen. Die Sterne über Deinem Kopf flimmern und lachen mich aus. Dein Gesicht so angestrengt oder genervt. Die Dunkelheit verschluckt den Teil, der mir das verrät. Auf meinen Lippen liegt ein leichtes Lass mich los, dass ich beständig runter schlucke, weil ich nicht fallen will. Mein Herz klopf aus mehreren Gründen und eine verräterische Träne läuft aus meinem Auge. Ich weine nicht vor Dir. Niemals. Unter Dir bröselt die Erde und Du rutscht nach vorn, greifst mit der anderen Hand nach meinem Arm und ziehst mich nach oben. Du hast mehr Kraft als ich. Jeder Gegner war ein Kinderspiel für Dich. Ich höre wie die Luft aus Deinen Lungen weicht. Meine Beine finden halt an dem porösen Hang und ich klettere mit Deiner Hilfe hinauf. Wir kommen beide auf dem Boden an. Stolpern und fallen und bleiben liegen. Du auf dem Rücken ich auf dem Bauch. Schwer atmend. Du bewegst Dich vor mir, ziehst mich hoch und drückst mich an Dich. Deine Hände fahren in meine Haare. Nur das. Ich weiß nicht ob ich weinen, lachen oder sterben soll. Jauchze und schnappe nach Luft, als ich meine Hände in Dir vergrabe, mich festhalte, als wärst Du alles. Du bist alles. Du hast mich gerettet.

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