Teil IV – Nacktheit (gekürzt)

Wir baden zusammen.“ Legst Du strickt fest, als würde es keine Alternative geben… oder Privatsphäre. Wobei ich mir um meine gar keine Gedanken mache. Ich weiß, wie Du Dich fühlst und das Du diese Nähe und Nacktheit nicht willst. Du gehst zu der riesigen Badewanne und lässt Wasser ein. „Such Dir eines aus.“ Sagst Du und weißt gar nicht was das für eine Aufgabe ist mit all den Düften. Unzählige. Betörend. Doch ich habe mich längst für eines entschieden. Während ich es ins Wasser kippe – und davon nicht gerade wenig – ziehst Du Dich aus und ich versuche nicht hinzusehen. Man kennt das ja, die angespannte Luft und dieses Jucken, die Anspannung, sich zusammenzureißen, wenn ein Blickfang im Raum ist. Eine Stelle die man nicht ansehen darf, ist eine Stelle an die man unbedingt hinsehen will. Stur genug, Dich nicht anzustarren konzentriere ich mich auf das einfüllen des Duftes. Du gehst ins Wasser, während ich den Badezusatz wieder zurück stelle und mich ebenso ausziehe. Ein Bad ist Ewigkeiten her. Das Wasser schwappt warm um meinen Körper. Angenehm warm, als hättest Du es auf meine Temperatur abgestimmt. Knisternde Schaumberge haben sich vor uns aufgetürmt und ich schütte mit der Handfläche das duftende Wasser über meine Arme. Über den Schaum hinweg schaue ich beinahe verstohlen zu Dir. Du hast Dich zurück gelehnt, die Augen geschlossen, Du siehst beinahe entspannt aus, wüsste ich es nicht besser, dass Du gerade mit Dir selbst ringst und Deine Dämonen verscheuchst. Ich bewege mich im Wasser zu Dir, an Deine Seite. Wie gewagt das ist, brauche ich niemanden zu sagen und das es ein bisschen Überwindung kostet ebenso wenig. „Das wir das noch erleben, mh?“ Versuche ich mit Dir ein Gespräch anzufangen, aber Du öffnest nicht einmal Deine Augen. Ich hebe den Arm und rieche daran, erst da blickst Du zu mir und ich habe nicht einmal gemerkt, wie Du Deinen Kopf dabei gedreht hast. „Es ist sehr lange her.“ Sagst Du und lächelst. Dann nimmst Du Deine Hände aus dem Wasser und schaust auf die bereits mit Wasser vollgesogene Haut, ehe Du nach meinem Arm greifst und über die Narben streichelst, als würdest Du öfter darüber nachdenken, als ich. „Das ist…“ Beginne ich und fühle mich unwohl, daran erinnert zu werden. „…nicht mehr von Bedeutung.“ Ich lege meine Hand auf Deine, die über den Narben innehält. Dann ziehst Du mich an Dich und unsere nassen Körper berühren sich, so schnell und innig, dass mir schwindlig wird. „Ich lasse nicht zu, dass es jemals wieder Bedeutung hat.“

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