Es gibt kein anderes Leben

Du traust Dich nicht mehr diesen hemmungslosen Schritt zu gehen. Verlierst Dich nicht mehr und gibst Dich auch nicht hin. Dieses einfache ereignislose Leben, sagst Du, ist es, dass Du gewählt hast und Du willst keine Stürme mehr, obgleich Du Dich im selben Atemzug danach sehnst und manchmal auch den Druck spürst, der sich auf Dein Herz legt und es zerquetscht.

Eine Leere, die Dich fesselt und hemmt. Jeden Gedanken und jedes Gefühl, hast Du gelernt, vergeht und verliert sich. Du musst nur oft und fest genug schlucken und dem Grund keine Existenzberechtigung geben. Als würdest Du wieder und wieder mit Farbe darüber streichen, bis nichts mehr von dem vorigen Gefühl übrig ist.

Das ist nicht was Du gewollt hast, es ist das, was Dein Herz lahm legt, was die Wunden Dir geflüstert haben, bis Du ihnen geglaubt hast.

Das ist nicht, das was der Moment und das Leben bedeuten. Nicht das, was sie sind. Du musst wissen, dass nichts wieder kommt. Das Du nur diese eine Chance hast, dieses eine Leben. Dein ABER ist groß. All die Ausflüche und Feigheit, die sich in Dich hinein gegraben haben und Löcher hinterließen, weil es das ist, was Dich die Dunkelheit gelehrt hat.

Du entscheidest. Die einzige Konsequenz ist leben.

Stillstand ist Achtsamkeit

Die Frage, warum wir immer hetzen müssen, lernen müssen, wachsen müssen. Warum immer mehr sein, mehr können, mehr Wissen, sammeln und in den Schädel stopfen, bis nichts mehr rein geht. Warum nicht innehalten, durchatmen und stehen bleiben? Warum nicht anhalten, verharren, nichts tun müssen, nichts lernen müssen, nichts aufnehmen müssen? Einfach sein. Im Stillstand. In der Geduld, dem Genügsamen, dem Vollkommenen. Immer muss der Kopf Arbeit haben, der Körper was zu tun. Niemals darf man nichts tun, ständig unter Strom. Dann überkommt einem das Gefühl, wertlos zu sein, irgendwas zieht da im Innern und drängt danach, etwas tun zu müssen, nur nicht nichts tun, weil das wie ein rotes Tuch vor uns hängt. Nur einfach dasitzen; unmöglich. Nur Musik hören, ohne etwas nebenher zu tun; geht nicht. Weniger ist mehr. Viel mehr. Einfach die Hand halten, Stopp sagen. Im ersten Moment eine Überwindung und vielleicht ein scheinbar unmöglicher Schritt, aber bald, eine Erfüllung, eine Ruhe und Konzentration, die erfüllender ist, als alles Wissen und jedes Können.

 

Einige Schüler fragen ihren Zen-Meister
warum er so zufrieden und glücklich ist:

Der Zen-Meister antwortet:
“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich
gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann
sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich …”

“Das tun wir auch, antworteten seine
Schüler, aber was machst Du darüber
hinaus?” fragten Sie erneut.
Der Meister erwiderte:
“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich
gehe, dann gehe ich, wenn ich … ”

Wieder sagten seine Schüler:
“Aber das tun wir doch auch Meister!”
Er aber sagte zu seinen Schülern:
“Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn
ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”

showing the relationship between time and distance

Heute bin ich zufrieden, denke ich. Hellwach sind meine Gedanken, so wach, dass ich alles und zu viel aufnehme und tief greift. Dennoch klettert allmählich dieses Gefühl in mir hoch. Schon seit Tagen, immer in den Abendstunden. Es wird schlimmer und ich muss aufpassen. Wissend, ich sollte mir auf die Schulter klopfen, weil ich mir nichts getan habe. Denn dieser Impuls ist stark, so stark, dass es wehtat. Das es immer noch leidvoll ist und nicht an Kraft verloren hat.
So weit habe ich es gebracht. Ich habe das stumme halbe Jahr überstanden und betrügerische Menschen, ich weiß ich kann es schaffen und ich werde überleben, auch wenn alles auseinander bricht, werde ich weiter machen, weil ich es kann, weil es immer weiter geht, weil ich keine andere Wahl habe. Wenn ich mein Leben retten will, dann muss ich stark sein.
Trotzdem ist und bleibt diese Ungewissheit, die mich zerdrückt. Diese Probleme, die sich wie ein Messer in mich hinein bohren und meine vollkommene Unfähigkeit offenbaren. Soziale und tiefer gehende Konflikte sind für mich unsagbares Leid. Stumm und regungslos stehe ich davor und egal welches Wort, egal welche Formulierung… wie kann ich das Gefühl und den wahren Gedanken dahinter erklären? Und warum kann es nicht einfacher sein? Meine Gedanken leiser und ohne diesen Schmerz in ihrem Inhalt. Dann überwältigt es mich wie eine Welle und die alten Tricks wirken nicht mehr. Auch wenn da Licht ist, auch wenn da andere Zeiten kommen, zieht der Himmel sich zu.
Denn alles was nach Dir kommt, ist nichts mehr wert.

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Did you ever notice I’ve been ashamed?

Im Kopf und im Herzen dieses auf zucken, dieses unnahbare Greifen, nach etwas, dass man nicht haben kann, das man so sehr will, aber nicht bekommt. Ich bekomme alles was ich will, aber nicht was ich brauche, denke ich oft und weiß nicht einmal was das ist. Und ich habe Angst, das es eine Strafe ist, so viel Glück zu haben und Freude zu empfinden. Aber was, wenn es ein Geschenk ist?

In dieser einen Szene, die mich so überwältigt hatte, brennt es in meinem Innern und möchte genau das ein ganzes Leben lang empfinden. Dieses vollkommene Interesse für einen anderen, dass man ihm nachläuft und merkt, dass etwas nicht stimmt. Es ist so selten geworden, dass man hinsieht, das man dem nachgeht, hinein rennt, in dieses Unbekannte des Anderen und sich damit auseinander setzt. Es ist weniger geworden und ich habe das Gefühl, es hört ganz auf. Über mir eine graue Decke, die alles abschirmt, selbst den Mut und die Motivation. Dabei sind manche Gedanken so greifbar, dass nur mein Wille sie vom Tun abhält. Jemanden berühren, nicht mit den Fingern, sondern mit dem Geist. Ganz tief eindringen und merken, dass man wichtig ist, dass Du wichtig bist.

Und dann diese Achtung, dieser Respekt und der Ungewissheit dem gegenüber, gleich einer Angst, kriecht sie in meine Glieder und lähmt mich. Mir fehlt es an dem Essentiellen. Dem einen Schritt der wichtig ist. „Bitte zerbrich mich“, denke ich in dem Glauben, das damit alles geheilt wäre.

Aber ich werde mich nicht beklagen
Nein ich werde mich nicht beklagen
Auch wenn meine guten Zeiten lange vorbei sind
Sie werden sicherlich eines morgens wieder zurück sein
Also werde ich mich nicht beklagen, nein, nein

Meine Seele ist ein Spiegel, eine Reflexion die nur ich kenne
Und für die, die mich hassen:
Je mehr ihr mich hasst, desto mehr helft ihr mir
Und für die, die mich lieben:
Je mehr ihr mich liebt, desto mehr verletzt ihr mich

Und auch wenn ich meine Träume nicht verstehe, weiß ich,
dass da Hoffnung ist, dass da Hoffnung ist. Irgendwo ist Hoffnung

Ich träume, ich lächle, ich laufe, ich weine
Ich träume, ich lächle, ich laufe, ich weine

Du wirst nicht unbedingt sagen, dass es eine wundervolle Welt ist
und dass es ein wundervolles Leben ist
und dass es ein wundervoller Tag ist
So wie gestern

Weinen und weiter machen

Du kannst Dich belügen, jeden Tag. Du kannst es wie eine weiße Decke, darüber hängen, damit Du es nicht mehr sehen musst. Nicht fühlen musst. Für eine Weile wird das gut gehen, Du wirst es vergessen und Du wirst nicht daran denken. Aber irgendwann, reißt jemand die alten weißen Laken herunter und krallt sich in Deinen Geist hinein, um die Wunden neu aufzureißen und wirst Du dann stark genug sein, Dich abzuwenden? Wegzusehen? Es nicht an Dich heran zu lassen? Oder hast Du den Dämonen damit gezeigt, wie schutzlos Du bist?
Ja, Du kannst es verstecken, Du kannst es verbergen und in den tiefsten Abgrund werfen. Aber verschwinden wird es davon nicht. Es ist immer da. Existiert. In Deinem Kopf. Er ist der Abgrund, in dem alles landet, was man hinab wirft.

Da ist er, dieser Abgrund, der sich in kleinen Gesten, einem Augenblick und Momentaufnahmen zeigt und auseinander reißt. Als würde der Spiegel brechen und die Scherben sich ins Herz rammen. Mit einem Mal wird einem bewusst was fehlt und das man es nicht hat, nie haben kann, nicht für einen bestimmt ist. Und man redet sich ein, das man genügt, das man damit klar kommt, es einfach weiter verdrängt. Doch diese Endgültigkeit ist wie die Quecksilberkugel im Herzen. Das Gift entströmt langsam.

Am Ende gibt es keinen Weg, als ihn allein zu bestreiten, dennoch warten hier und da Überraschungen und Freundschaft, die es erträglicher machen und daran erinnern, das die Welt schön ist und es immer weiter geht.

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Ewig so weiter machen? So tun als wäre nichts und so tun als würde es vergehen, weil es das immer tut. Die Zeit weiter wandern lassen, aber während des Moments leiden, weil es keinen Ausweg gibt. Nur der eine Gedanke, dass es vorbei geht, aber wie aushalten, wenn es unerträglich ist? Wenn der Körper sich von innen aufreißt, wenn man schreien will, wenn man sich aufschneiden will und wenn man einfach gar nicht mehr so weiter machen will, weil es sich wie ein lebendiges Gefängnis anfühlt. Ein immer wiederkehrender Alptraum, aus dem es kein erwachen gibt.
Aber was ist, wenn Du einfach so weiter machst? Und was, wenn es gut wird? Wenn es weniger wird und irgendwann aufhört? Es gibt keine Garantie, aber es gibt Hoffnung und vielleicht ein Teil Zuversicht.

 

Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

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In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

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