Weinen und weiter machen

Du kannst Dich belügen, jeden Tag. Du kannst es wie eine weiße Decke, darüber hängen, damit Du es nicht mehr sehen musst. Nicht fühlen musst. Für eine Weile wird das gut gehen, Du wirst es vergessen und Du wirst nicht daran denken. Aber irgendwann, reißt jemand die alten weißen Laken herunter und krallt sich in Deinen Geist hinein, um die Wunden neu aufzureißen und wirst Du dann stark genug sein, Dich abzuwenden? Wegzusehen? Es nicht an Dich heran zu lassen? Oder hast Du den Dämonen damit gezeigt, wie schutzlos Du bist?
Ja, Du kannst es verstecken, Du kannst es verbergen und in den tiefsten Abgrund werfen. Aber verschwinden wird es davon nicht. Es ist immer da. Existiert. In Deinem Kopf. Er ist der Abgrund, in dem alles landet, was man hinab wirft.

Da ist er, dieser Abgrund, der sich in kleinen Gesten, einem Augenblick und Momentaufnahmen zeigt und auseinander reißt. Als würde der Spiegel brechen und die Scherben sich ins Herz rammen. Mit einem Mal wird einem bewusst was fehlt und das man es nicht hat, nie haben kann, nicht für einen bestimmt ist. Und man redet sich ein, das man genügt, das man damit klar kommt, es einfach weiter verdrängt. Doch diese Endgültigkeit ist wie die Quecksilberkugel im Herzen. Das Gift entströmt langsam.

Am Ende gibt es keinen Weg, als ihn allein zu bestreiten, dennoch warten hier und da Überraschungen und Freundschaft, die es erträglicher machen und daran erinnern, das die Welt schön ist und es immer weiter geht.

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Ewig so weiter machen? So tun als wäre nichts und so tun als würde es vergehen, weil es das immer tut. Die Zeit weiter wandern lassen, aber während des Moments leiden, weil es keinen Ausweg gibt. Nur der eine Gedanke, dass es vorbei geht, aber wie aushalten, wenn es unerträglich ist? Wenn der Körper sich von innen aufreißt, wenn man schreien will, wenn man sich aufschneiden will und wenn man einfach gar nicht mehr so weiter machen will, weil es sich wie ein lebendiges Gefängnis anfühlt. Ein immer wiederkehrender Alptraum, aus dem es kein erwachen gibt.
Aber was ist, wenn Du einfach so weiter machst? Und was, wenn es gut wird? Wenn es weniger wird und irgendwann aufhört? Es gibt keine Garantie, aber es gibt Hoffnung und vielleicht ein Teil Zuversicht.

 

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