Die Lüge, die Du erzählst

Wie geht es Dir wirklich? Da ist ein staubiges Lachen in meiner Kehle aus einer anderen Zeit, in einer anderen Weise, hätte ich vermutlich ehrlich geantwortet. Aber die Lüge brannte sich in meine Haut und wurde zu mir. Mir geht es gut. Prima. Auch wenn ich nicht mehr weiß, wie es weiter gehen soll und an manchen Tagen, ist das so überwältigend, dass es nur ein Schritt zur Freiheit wäre. Denn die Sache ist, dass es weiter geht, aber niemand sagt Dir wie. Niemand sagt, dass nicht alle Tage schön sind und das nichts davon fair ist. Dass es nicht fair ist und das ich wütend bin und Menschen verabscheue, dass es Menschen gibt, die ich nicht leiden kann und Menschen, die das nicht verstehen können und mich, die sich selbst verurteilt dafür, dass sie so fühlt. Und dass ich diese Gefühle nicht im Zaum halten kann und beständig davon begleitet wird, alles falsch zu machen und nicht liebenswert zu sein, nein, nicht einmal wertvoll, nicht einmal zurechnungsfähig eine Freundschaft aufrecht zu erhalten oder würdig ein Mensch für einen anderen zu sein. Dann fühle ich das Bröckeln unter den Fingern, während ich alles zerstöre aus der Unfähigkeit heraus ein Mensch zu sein.

Und dann habe ich begriffen, dass diese Lüge überall lebt. „Und Dir geht es soweit gut?“ Das flüchtige Gespräch zwischen Nachbarn, an dem ich vorbei laufe und denke, Nein, nein mir geht es nicht gut, ich habe Probleme aber. ABER ich lebe, ich bin hier und der Tag war nicht schlecht. Mir geht es gut.

 

 

Ich habe Angst. Das ist alles. Ich habe eine unermessliche Angst. Vor allem Menschen zu verlieren, die mir etwas bedeuten, bloß dadurch, wer ich bin. Und ich habe Angst, wieder in die Dunkelheit zu fallen und traurig zu sein, nicht mehr aufstehen zu können und zu enttäuschen. Und ich verstehe das alles nicht. Dieses Leben nicht und andere nicht und mich nicht. Und ich mache verdammt viele Fehler. Ich rede mich damit heraus, dass ich noch lerne, aber ich drücke mich davor. Im Moment kann ich mich selbst nicht ausstehen und wie kann ich von jemand anderem verlangen, mich zu ertragen? Dennoch liegt da diese Lüge vor mir, vor zu spielen, es wäre alles gut und manchmal wirkt diese Maske und manchmal eben nicht.

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