Dünnhäutig

Dünn wie Seidenpapier. Ein Spinnennetz um meinen Kopf. Alles ist wirr. Bricht auseinander. Es gibt keine Gewissheit mehr nur noch Zerstörung. Und selbst die sich errettenden Worte fehlen und bleiben aus. Man erwartet immer so viel von anderen, weil sie Versprechen geben, die sie am Ende nicht halten können. Es ist immer ein anderes Bild als die Wirklichkeit und wenn man an der Klippe steht, springt man für niemanden hinab. Niemand wird gerettet. Wir alle fallen in die Tiefe. Und ich habe genug Menschen mit hinunter gerissen oder gestoßen. Wieder habe ich es getan. Was macht das mit einem Menschen? Was macht das mit einem selbst? Ich erschrecke mich vor dem was passiert ist und ich nehme es kaum noch wahr. Es wird unter den Teppich gekehrt, statt angesprochen. Und wenn ich es laut sage, fühlt es sich so unwirklich wie eine Lüge an. Aber ja, diese Dinge sind mir passiert. Und ja, ich lebe damit schon eine Weile. Es war nie nötig darüber zu sprechen oder sprechen zu müssen. Man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Neue Beziehungen eingehen, Freundschaften, alles ist so viel schwerer, weil das Gepäck schwerer ist und ich will nichts davon teilen. Man sagt mir Disziplin und Distanziertheit nach. Ich würde keine Nähe zulassen. Wie kann ich das nach alldem? Es ist nicht das Klischee, dass ich Angst habe verletzt zu werden oder anderen Macht damit gebe. Es ist so viel mehr, dass ich es nie anders gelernt habe, mir nie etwas anderes gezeigt wurde. Das ist der Rahmen in dem ich lebe und dieser Rahmen eckt an und presst mich zusammen, zwingt mich darin zu bleiben ohne eine Wahl zu haben. Sie kennen nur dieses eine Bild und wenn ich sage, dass ich bereits ausgebrochen bin und dann in meine Schranken gewiesen wurde, sagt man, das das nicht ich war. Aber es ist schwer, wenn man nicht weiß, wer man ist. Taumelnd in dieser ewig grauen Welt ohne je Halt zu haben. Das einzige das Gewiss ist, ist diese viel zu dünne Haut durch die alles durchkommt und mich tief trifft. Kleinigkeiten, Worte, Gesten, nur ein Blick der alles zerbricht. Und ich halte dieses Leben nicht aus, auch wenn alle sagen, dass es Hoffnung gibt und dieser Zustand sich auflösen wird, dass es besser wird, fühlt es sich nicht so an. Eine stationäre Behandlung wurde wieder angesprochen. Traumabehandlung liegt in den Mündern der Unwissenden. Sogar schon ein Zeitrahmen wann die Gelegenheit gut wäre. Und was ist, wenn ich nicht will? Wenn ich gar nichts mehr will und einfach nur  noch auf den Abschied warte?

Kalte Tränen

Warum weine ich? Warum gebe ich anderen Menschen das recht, mich so zu verletzen? Warum kann ich nicht abschalten, was ich denke, was ich fühle und was meinen Körper schwächt? Damals, denke ich, war ich nicht so schwach und angreifbar. Heute ist alles anders. Heute  zucke ich bei jedem Wort gegen mich zusammen. Jeder Angriff greift tiefer, als hätte ich keine schützende Membran mehr, sondern offene Stellen in die sie hinein stechen. Mobbing. Klingt immer noch so falsch, wird aber realer. Wenn der Klassenlehrer alle anderen raus schickt und nur noch Du und eine andere im Raum sind. Eine, die versehentlich mit hinein gezogen wird. Ich sage „Siehst Du, jetzt bist Du auch in meiner dunklen Aura gefangen.“ Und kann nicht sagen „Was soll der scheiß?“ Oder über meine Gefühle sprechen. Wie fertig mich das macht und dass ich in diesem Moment nicht einmal angemessen reagieren kann, weil ich so zerstört bin. Weil die Mauer höher ist, weil die Gefühle mit Kälte alles abschirmen wollen, nur kein Blick hinter die Fassade, nur keine Schwäche zeigen, die definitiv da ist. Beim Versuch ein vernünftiges Gespräch  mit diesen Menschen zu beginnen, wird zurück gefeuert. Aber ich antworte nicht. Weil ich alles gesagt hab, was es zu sagen gibt. Wenn sie weitere Anschuldigungen ausüben, zeigt das nur, wie unfähig und unvernünftig sie sind. Dafür… das sie erwachsen sein wollen. M. hat recht. Und ich sollte mich auf ihre Worte stützen. Immerhin sehen wir uns nur zwei Tage die Woche, auch wenn das die Schlimmsten zwei Tage der Woche sind und ich nicht mehr weiß, wie ich das schaffen soll. Drei Jahre. Klingt ewig.

Es fällt raus, dass ich ihnen jemals irgendetwas von mir sagen werde und was sie damit anrichten. Dass sie Mörder sein könnten, wenn ich es nicht mehr schaffe, mich im Griff zu halten und das verlangt so viel Kraft von mir, am Leben zu bleiben, weiter zu machen, nichts dummes zu machen. Elf gegen einen, ist im gesamten schon unfair genug. Da habe ich nicht viel Chance und ich sollte sie auch nicht mal haben. So was sollte nicht passieren und tut es doch.

Nick Vujicic – Hear the Heart

Verfall

 

Depression sind nicht nur tödlich. Ob durch einen Schnitt, Sprung, Schuss, Schluck. Sie sind immer eines: Ein langsamer Zerfall bis zum Ende. Sie lähmen Dich und all Deine Wünsche. Legen überall Ketten um, dass Du Dich nicht mehr bewegen kannst, nicht mehr atmen kannst. Du bist machtlos, hilflos und verzweifelt. Alles färbt sich Dunkel von dieser Traurigkeit. Du bist zu traurig, um aufzustehen. Zu traurig um raus zu gehen. Zu traurig um irgendwas zu tun. Diese Apathie legt sich über alles und lähmt die Zunge, lähmt den Geist, lähmt die Glieder. Es raubt alle Sinne, nach und nach und packt die Welt in einen grauen Nebel. Nichts kann Dich mehr berühren, nichts das früher einmal etwas bewirkt hat. Menschen, die einmal Freunde waren, wenden sich von Dir ab, weil Du keine Zeit mehr für sie hast, weil Du lieber zuhause, alleine bist, als unterwegs und irgendwo, wo nur noch mehr Leid ist, wo Du das schwarze Herz verstecken musst, wo Du lächeln musst, wo Du dauernd angesprochen wirst, Du sollst nicht so traurig aussehen. Aber wenn Traurigkeit alles ist, was Du noch kennst, wie soll es anders sein? Sie nennen Dich Emo oder schlagen Dir vor nicht mehr so bekümmert zu sein. Weil das auch mit einem Knopfdruck geht. Weil man einfach nur die Lippen hochziehen muss und Lächeln und dann ist man gesund. Richtig? So einfach, ist es in ihren Augen und so schwer ist es, jeden Schritt zu gehen, jede Entscheidung zu treffen und selbst nur den Kopf einmal heben, ist ein mühsamer Akt.

 

Jurrivh – Suicide Note

Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Ysardssons Welt

Science Fiction und Fantasy

Der verwunschene See

Im Märchenland

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Kayla McCurdy's Blog

Write the truth as you know it, as you feel it and as you learn from it.

Strange Trails

“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

Deus Ex Teacup

Paperplanes are a way of communication, too.