And I’ve got nothing to say to you

“Denn klar und kalt wie ein Sternenstrahl drang der Gedanke in ihn ein, dass der Schatten am Ende doch nur etwas Geringes und Vergängliches sei: Dieses Licht und diese erhabene Schönheit waren seinem Zugriff für immer entzogen.“

Was ist jetzt noch in meinem Kopf außer der beständigen Leere eines toten Herzens? Meine Seele hat keinen wert mehr, also springe ich auch genauso damit um. Alles verliert an Licht, an Wärme und an Geschmack. An Wunder glaube ich schon lange nicht mehr. Die Welt hat ihre harten unbarmherzigen Klauen in mein Fleisch geschlagen und mir die Realität gezeigt, in der es keine Hoffnung und Träume mehr gibt. Alles wird fad und taub. Als würde man unter Wasser leben und nichts könnte einen jemals in diesem Abgrund erreichen. Keine Hand, kein Wort, kein Blick. Und das was dann so mächtig aufzuckt und sich wehrt wird auch noch mit der letzten Kraft bezwungen und vernichtet. Weil man nichts fühlen darf und jedes Gefühl nur weiteren Schmerz bedeutet. In mir ist alles wie ausgestorben. Eine wüste Landschaft. Staub auf meiner Zunge, mit geschlossenen Augen. Ich kann nichts mehr sehen, dass mir Hoffnung bringt oder Freude oder irgendein anderes Gefühl außer Schwarz. Der Versuch etwas Gutes zu sehen, in all der Grausamkeit misslingt und dann breche ich zusammen über hohlen Worten und frage mich, warum muss ich dieses Leben führen, warum so viel Leid erleben, warum mit dieser Qual an meiner Seite, warum kann es nicht einfach sein und das ich das doch wirklich nicht verdient habe? Während eine andere Stimme kreischt, das es alles meine Schuld ist. Aber mit einfach aufstehen und lächeln ist es nicht getan. Auch nicht wenn ich um Vergebung bitte oder eine Entschuldigung heraus würge. Nicht einmal, wenn ich etwas verändere. Das Dunkle wird immer bleiben und es wird mich von Zeit zu Zeit immer mehr auffressen. Wie ein schwarzes Loch hat es sich von Anbeginn an mir gelabt und verzehrt. Irgendwann wird es mich ganz in die Tiefe reißen. Die einzige Angst, die ich habe, ist, dass das niemals aufhört und selbst nach meinem Tod weitergeht. Denn jeder Schritt ist mit Blei gefüllt und zieht mich auf den Boden. Jeder noch so kleine Moment fügt mir weiter schwere Wunden zu und ich krauche immer noch in eine Richtung, dessen Weg ich nicht kenne. Ich  mache immer noch weiter und weiß nicht, warum ich nicht einfach aufgeben kann, warum es hier nicht einfach endet? Da steckt so viel Furcht in meinen Knochen. Unnötiges das mich im Innern zerreißt. Während die Welt für andere beflügelt weiter geht, während sie weiter machen, immer höher, immer weiter, immer gescheiter, bleibt meine purpur stehen und bildet eine nie endende Hölle aus der die Dämonen mir zujubeln und sich nach mir ausstrecken. Es hat mich nie jemand gefragt, ob ich dieses Leben wirklich will. Und ganz gleich ob wir nur dieses Leben haben, fühlt es sich wie ein altes Kuscheltier an, das in die Ecke gestellt wurde und aus der Ferne angeschrien und verteufelt, bespuckt und in den Dreck geworfen.

 

FINNEAS – I Lost A Friend

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