overthinking overwhelming

Nur ein Moment,  nur eine Sache, ein Wimpernschlag und alles ist anders. Ich vertraue nicht darauf, dass es jemals bestand hätte, wenn es mir mal annähernd gut geht, wenn ich mal etwas schaffe und gut mache, denn im nächsten Augenblick reißt es ein und fängt wieder zu bluten an. Meine Brust ist ein einziges schmerzendes Loch, das jegliche Freude tilgt und den Versuch auf die Beine zu kommen verhindert. Egal was ich tue, es hat keinen Zweck, ich gebe so viel und erhalte nichts zurück. Es ist anstrengend und mühselig alles zu geben und nichts zu bekommen. Meine Luft geht mir aus, ich atme flach und ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Wie kann man ein so aufgewühltes und angeschlagenes Herz beruhigen? Wie kann mir das alles egal werden? Woher soll ich die Gelassenheit nehmen, dieses Leben nicht immer gegen die Wand zu fahren? All meine Bemühungen sind zwecklos und ergeben keinen Sinn. Es tut sehr weh und nimmt mir die Luft zum Atmen, den Willen weiter zu machen, die Kraft zu leben. Nur noch zusammenrollen und sterben. Kein Wunsch, kein Traum, kein Ziel, weil keine Besserung in Sicht ist. Alles wird nur noch schwerer und schmerzhafter. Alles nur noch ein Kampf, den niemand gewinnen kann. Egal wofür ich mich entscheide, auf keinem Weg scheint die Sonne für mich, nichts ist einfach und jeder Schritt eine einzige Qual. Es sollte doch alles viel besser sein…

Pflichtbewusstsein

Das einzige was mich stur am Leben hält ist diese eine Sache: meine Pflicht am Leben zu bleiben, die mir ins Ohr flüstert, dass es noch mehr zu erleben gibt, dass es nicht immer wehtut und mir den Boden unter den Füßen wegreißt, mir jegliches Gefühl dafür nimmt, dass es auch schön sein kann, das das Leben weder gut noch böse ist, sondern eine Erfahrung, die lohnenswert ist. Bewusst atmen und weiter machen. Bewusst-sein, dass ich noch am Leben bin, obwohl ich schon so oft hätte sterben können, sterben wollte und auch gestern kurz davor war die Welt zu verlassen. Dass es mir selbst heute schwer fällt daran zu glauben, dass es um ein Haar anders ausgegangen ist. Ich wäre weg. Einfach verschwunden und die wenigsten hätten etwas davon erfahren. Aber hier und da sind Seelen, die sich dennoch sorgen und bekümmert sind. Die ratlos rätseln wie man mir helfen könnte und wie es besser und erträglicher zu machen geht. Im Moment ist alles schrecklich und jeder Atemzug fällt unheimlich schwer. Die Gedanken ziehen mich mit schweren Ankern hinab, während ich strampelnd dagegen ankämpfe und krampfhaft versuche etwas Schönes zu sehen, aber selbst das schmerzt. Ich klammere mich an Seifenblasen fest, die zwischen meinen Händen zerplatzen.

Einzig die Sedierung hat mich wohl davor bewahrt mir noch Schlimmeres anzutun, obwohl mir massiv danach war alles zu zerstören. Also habe ich mich in die leeren Arme des Schlafes begeben der mich betäubte. Noch immer hängt mir die Wirkung des Medikaments nach und ich fühle mich weder richtig wach noch richtig da. Jeder Schritt ein bisschen unsicher und meine Zunge schwer, meine Augenlider müde und mein Fokus verzerrt. Die Unfähigkeit unehrlich zu sein und die Klappe zu halten, wenn man mich etwas fragt, stellt viele Personen vor Probleme und man sieht ihnen ihre Sorge und Hilflosigkeit an. Dass selbst die Fachleute keinen Rat mehr wissen ist zermürbend. Für mich gilt weiter machen, auch unter diesen widrigen Zuständen. Solange bis ich es schaffe, auf die ein oder andere Weise. Entweder gewinnt man oder lernt.

 

Was passiert eigentlich mit Aliens die von Dämonen besessen sind? 

Leistung

Ich hatte gestern ein Gespräch, dass mich ein wenig weiter gebracht hat und mir die Augen öffnete. Zumindest einen Spaltbreit. Es gibt nicht mehr viele solcher Gespräche oder solcher Menschen, die dazu in der Lage sind, die Dinge beim Namen zu nennen und die Kleinigkeiten richtig zu erkennen und dann ein paar hilfreiche Tipps geben oder zuhören. In der Leistungsgesellschaft von heute macht man sich kaputt in dem Glauben, dass nur noch Leistung zählt. Ich muss aber nichts leisten und schon gar nicht in der Liebe oder der Beziehung. Ich darf sein, ich darf nichts tun und krank sein, ich darf sein wer ich bin auch wenn ich nichts dafür mache. Man liebt mich nicht wegen meiner Leistung, meiner Noten oder meiner Kraft, man liebt mich meiner selbst Willen, wenn ich einfach nur bin. Es genügt, wenn ich atme, wenn ich noch nicht tot bin, sondern da sitze und den Moment erlebe, gleich wie es mir geht. Denn all das gehört dazu, all das wird geliebt, auch wenn ich das nicht glauben kann, weil meine Gedanken gegen mich arbeiten und meine Gefühle wie Höllenfeuer brennen.

That I would be good, even if I did nothing
That I would be good, even if I got the thumbs down
That I would be good if I got and stayed sick
That I would be good even if I gained ten pounds
That I would be fine even if I went bankrupt
That I would be good if I lost my hair and my youth
That I would be great if I was no longer queen
That I would be grand if I was not all knowing
That I would be loved even when I numb myself
That I would be good even when I am overwhelmed
That I would be loved even when I was fuming
That I would be good even if I was clingy
That I would be good even if I lost sanity
That I would be good
Whether with or without you

Alanis Morisette – That I Would Be Good

SELBSTLIEBE

ein Gedicht von Charlie Chaplin,
vorgetragen an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1956

Als ich begann mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war.
Heute nenne ich es Selbstachtung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen, und konnte sehen, dass alles, was mich umgab, mich einlud zu wachsen.
Heute nenne ich es Reife.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage,  zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und alles geschieht im absolut richtigen Moment. Also konnte ich ruhig sein. Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen.  Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet; Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen. Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist,  von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ist Selbstliebe.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, zu versuchen immer recht zu haben, und seit dem habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist Bescheidenheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, weigerte ich mich weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für den gegenwärtigen Moment, in dem alles geschieht. Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten.
Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren.

Heute weiß ich: Das ist das Leben!

Gefühle

Nathan Wagner – I Miss You

Man kann nicht einfach sagen, es soll aufhören, stop, ich will das nicht mehr. Man muss es ertragen. Weil Gefühle eine Naturgewalt sind, die man nicht einfach aufhält, wenn sie einmal da sind. Sie bleiben, so lange sie bleiben müssen. Sie sind da, solange bis sie wieder verschwinden. Ich weiß nicht einmal woher sie kommen und warum sie mich dermaßen aus der Bahn werfen und zerreißen. Meine Gefühle übermannen mich und sind wie ein unaufhaltsamer Sturm. Ich kann sie nicht kontrollieren. Sie beherrschen mein Denken und meine Handlung, ich bin ihre Marionette und scheinbar wirkt nichts außer die Kraft von außen. Sie sagen skillen, aber das ist nur ein kleiner Teil, eine Ablenkung, die wahre Kraft ist und bleibt ungezähmt und kann nicht einfach ‚weg geskillt‘ werden, man muss sie ertragen, aushalten, überwinden.

Der Löwe hält mich fest, wenn ich es nicht kann. Er verliert den Glauben nicht, wenn ich mich längst verloren glaube. Er bleibt ruhig, bleibt bei mir und hält mich im Arm, bis die Tränen versiegen und bis ich wieder atmen kann. So sanft, dass wir beide einschlafen und unsere stürmischen Herzen beruhigen.

Dennoch passiert es in letzter Zeit zu oft. Bin ich zu angreifbar geworden? Wird die Instabilität zu einem  Dauerzustand? Wie lange wird der Löwe noch für mich stark sein, bis er selbst daran zerbricht? Denn immer wieder schreien mich meine Dämonen an, dass ich es nicht verdient habe, dass alles um mich herum kaputt geht und jeder in den Abgrund gerissen wird, der bei mir ist. Deswegen ist es besser allein zu sein, um anderen nicht zu schaden. Weil ich eine Krankheit bin, die alles und jeden infiziert und vernichtet.

Mein Kerker ist kleiner geworden und die Haut enger in der ich lebe. Ich habe gemerkt, dass es mir fehlt mit Menschen zu sprechen und dass es meine Schuld ist, weil die Angst mich lähmt und mir die Worte raubt. Es schnürt mir förmlich die Kehle zu und macht mich unfähig irgendeinen Ton heraus zu bringen oder irgendetwas anzusprechen. Das gleiche Leid wie immer. Ich brauche jemanden um mich zu erweitern. In Worte und Sprache finde ich Wachstum. Aber im Moment fühlt es sich wie Stillstand oder Rückgang an. Ich verkümmere und es scheint als wäre es meine Schuld.

Weitere Tage

Die Tage formen sich wie ein steiler Abgrund. Mit Tränen benetzt kämpfe ich gegen dieses Leiden an, aber nichts will es besänftigen und kein Gedanke und keine Tat hilft. Ich quäle mich durch die zähen Minuten vergangener und zukünftiger Tage und frage mich wie das noch aushaltbar sein kann, wie ich noch sein kann, wenn nichts bestand hat und alles wie ein Messer in mich dringt. Unsichtbar aber mit verheerenden Folgen schneidet es immer tiefer und dieser Schmerz wird chronisch und hört nicht mehr auf. Trotz Sommer ist mir noch immer kalt, als wollte diese Kälte nie mehr aufhören und selbst die Sonne schenkt mir keine Freude mehr. Egal welches Wetter und an welchem Ort ich bin, fühlt es sich immer gleich beschissen an.

Ich fühle mich schwach, kaputt, völlig zerrissen und nicht mehr fähig auch nur einen weiteren Atemzug zu wollen. Das was passiert, ist lediglich der menschliche Überlebenswille gegen den ich nicht ankämpfen kann, den ich nicht ignorieren kann. Ein Automatismus der den Körper irgendwie noch am Leben hält ohne wirklich am Leben zu sein.

Jeder Tag eine neue Herausforderung, der ich nicht gewachsen bin. In  meinem Kopf schreit es, dass ich nicht mehr kann und trotz allem geht es weiter. Jeden Tag geht das Leiden weiter und hört nicht auf. Selbst die Morgen werden mühselig und das öffnen der Augen eine Qual. Wieder ein Tag, wieder kämpfen, wieder atmen und leiden. Die Schuldgefühle hören nicht auf und der Gedanke wertlos zu sein bleibt bestehen. Ich bin für niemanden eine Hilfe, für niemanden gut und vor allem bin ich ersetzbar und nichts besonderes. Aber es sollte keine Rolle spielen was ich für irgendwen bin. Für mich bin ich der größte Feind und habe kein Recht am Leben zu sein.

Nathan Wagner – Paranoia

Schuld und Scham

Worte die so eindringlich in mich greifen, dass sie sich wie ein Parasit festgekrallt haben und alles um sich herum mitreißen. Ich spüre es schlimmer denn je. Irgendwie wird nichts mehr besser, das Meiste wird nur noch schlechter und schwerer zu ertragen, die Gedanken, Gefühle und Probleme sammeln sich wie in einem alten rostigen Topf in dem schon bereits genug Müll angesammelt wurde. Es ist schwer Berührungen zu genießen, der Körper spannt sich an und fühlt sich hart wie lebloser Stein an. Es fällt auch schwer frei in Gegenwart von anderen Seelen zu sein gleich auf welche Weise. Irgendetwas zu tun das aus dem Rahmen fällt ist gar unmöglich. Angespanntheit schnürt mich ein. Meine Glieder fühlen sich an als wären sie in Beton zementiert. Ich kann mich kaum bewegen und manche Dinge, die mir widerstreben, lasse ich einfach geschehen, weil ich mich nicht wehren kann, weil ich nicht die Stärke habe mich zu verteidigen. Ich glaube immer noch, ich kann nicht kaputter werden als ich es bereits bin. Aber man kann  immer noch mehr zerstören, es gibt genug was einem Menschen schaden kann. Doch mein Ziel soll sein, dass ich mich wohlfühle. In mir und mit diesem Körper. Es gibt zu viele Baustellen und zu viel erlebter Mist als dass es einfach werden könnte, vor allem wenn ich vor den Gefühlen weglaufe und vor den Schwierigkeiten halt mache und umkehre. Ich fühle mich schwach und instabil, viel zu sensibel für eine so harte Welt wie diese, die durch all die momentanen Umstände nur noch kälter und rauer geworden ist, um das irgendwie zu ertragen, wo selbst die gesunden und starken Menschen krank werden.

Ich war heute auch nicht sehr nett, als ich von einer Kassierin ziemlich bissig und überheblich angemacht wurde, weil ich keinen Wagen dabei hatte, weil es keinen mehr gab – und ja, mag es falsch sein, ist das kein Grund auf jemand anderen herum zu hacken, weil ich finde, das man das auch netter sagen kann. Also habe ich zurückgefeuert, statt still zu bleiben. Habe ihr gesagt, dass ich auch nur ein Mensch bin – obwohl ich ihr am liebsten andere Dinge gezeigt hätte, die man nicht sagen nur fühlen kann, all den Schmerz sollte sie spüren, den sie damit auslöst – und ich auch einen schlechten Tag habe (und das schon sehr lange). Worauf sie meinte, sie habe keinen schlechten Tag und ich antwortete, dass meiner nicht so toll war. Und als sie mir mit diesem Unterton einen schönen Tag wünschte habe ich ihr geantwortet: „Geschenkt, den haben Sie mir verdorben.“ Anschließend hat sie sich mit einer Kundin hinter mir das Maul zerrissen. Das tat weh und ich habe mächtig gezittert und musste mich erst einmal auf eine Bank hinsetzen und beruhigen. Kleinigkeiten wie diese, die mich völlig aus der Bahn werfen und mir zeigen wie schwach und bescheuert ich bin, wie kaputt und unwürdig für ein Leben wie dieses. Wie in einer Welt leben, in der sich jeder der nächste ist – einschließlich mir? Wie überleben, wenn das Gute stirbt und Menschlichkeit keinen Platz mehr hat? Will man in so einer Welt wirklich noch leben? Wo Hoffnung immer kleiner wird, obwohl man sich so vehement daran krallt und versucht etwas anderes zu sehen als diese Hässlichkeit.

Konfrontation sagt die eine Instanz und die andere, dass man die Mauer in die ich mich schützend verpackt habe, langsam und Stein für Stein abtragen muss, damit ich überhaupt noch irgendjemanden an mich heran lassen kann. Aber etwas fehlt und ich vermisse meine beste Freundin und kann ihr im gleichen Atemzug nicht vergeben. Auch wenn sie an allen Ecken und Kanten fehlt und ich sie brauche, kann ich dem Wunsch nicht nachgeben, weil es immer wieder an den gleichen Punkten scheitern wird. Wir werden scheitern und ich kann nicht mehr kämpfen und ich kann niemanden mehr so nahe lassen, wie sie. Hier und da schleicht sie sich in Träume und ich versuche ihnen zu folgen, aber am Ende des Weges finde ich nichts mehr.

 

Lina Maly – Immer immer wieder

but I am living still

Dieses Gefühl macht mich schwach. Es reißt meine sicheren Mauern der Selbsterhaltung, Selbstbeherrschung und der Selbstdisziplin ein. Alles was ich  mir so schmerzvoll und mit Mühe aufgebaut habe fällt in sich zusammen. Ich kann es nicht erklären. Es fühlt sich fürchterlich an, nicht wie ein freiwilliger Prozess, sondern wie etwas, dass einfach so geschieht, ohne dass ich es aufhalten könnte. Ich greife mir ans Herz, aber nichts wird dies jemals aufhalten oder verändern. Und der Versuch stark zu sein, wird neuerlich scheitern, weil ich zu schwach bin um mich dem zu widersetzen. Die Macht anderer Menschen ist meine Niederlage. Sie beherrschen mich ohne davon zu wissen und wehe wenn einer dieser Menschen eine Ahnung hat, denn dann weiß ich, könnte er mich mit Sicherheit in Fetzen reißen und mich vollkommen beherrschen und vernichten. Aber letztendlich frage ich mich was ich zu verlieren habe? Ich weiß allerdings, dass es immer etwas zu verlieren gibt. Dann wird diese Welt kleiner oder härter und kälter werden als zuvor. Noch verworrener und schmerzhafter, wenn ich immer mehr riskiere und verliere. Das Gefängnis dessen Gitterstäbe sich enger ziehen und mich weiter einsperren werden. Der Unterschied ist, dass ich auf die eine Weise Erfahrungen mache und andererseits will ich mich eben vor diesen schützen. Aber ist das nicht das Leben? Erfahrungen sammeln, so viel Leid und Freude und alles mit zu nehmen was dieses Leben zu bieten hat? Was aber, wenn der größte Teil davon einfach nur Schmerz ist und weh tut? Wenn ich das nicht mehr will? Wenn es mich mehr Kraft kostet weiter zu machen, als aufzugeben? Was hält ein Leben dann noch am Leben? Das Risiko ist die Unwissenheit.

Als der Löwe auf seiner Gitarre gespielt hat, das Lied von dem Highwayman, habe ich mich an meinen an etwas erinnert und  bin seinem Wesen näher gekommen, dass sich mit einem Kribbeln bis in die verborgensten Stellen meines Körpers durchzog. Seine Wünsche und Träume, sich einfach die Gitarre zu nehmen und durch die Welt zu reißen, entlocken in mir wohl dasselbe Gefühl wie in ihm. Und ich habe mich erinnert welche Menschen ich getroffen habe und dass man von jedem etwas lernt und wie es jemanden gibt, der das alles auch auf sich genommen hat und was für ein schwerer aber lohnenswerter Weg es ist, wenn man seine Träume erfüllen will und sie lebt. Menschen die so glücklich wirken, wenn sie es geschafft haben und frei sind und auch zu einem großen Teil unerreichbar für all jene die noch nicht den Mut gefunden haben. Die egoistische Frage die ich mir dann stelle, ist jedoch, was wird aus mir? Was wenn ich nicht den Mut und die Kraft habe um auf diese Reise zu gehen oder wenn ich nicht einmal eingeladen werde oder es einfach nicht kann? Für mich ist ein anderes Leben bestimmt, denke ich immer. Aber irgendwie, ist es bereits am Ende angekommen. Es fühlt sich ganz so an, als würde es weder zurück noch nach vorn gehen. Irgendwo bin ich stecken geblieben und alles wird nur noch schlimmer. Trotz dem Widerstand den ich aufzeige und nach jedem Halm greife um ein wenig Schönheit und Genuss in dieser Welt zu entdecken, in mein eigenes Leben zu bringen und es genießen zu können. Dennoch ist die Dunkelheit zum greifen nahe.

 

The White Buffalo – Highwayman

No colors anymore

Schwarz bedeutet nicht immer böse. Dunkel bedeutet nicht immer schlecht. Es ist nicht die Verfinsterung der Seele, es ist die Leere die diese Farbe hinterlässt und alles zu einer dunklen Kugel zusammenpresst. Keine Gewalt und keine bösartigen Gedanken, nur noch ein schwarzer Fleck ohne Bedeutung. Die Menschen geben Farben Bedeutung, aber das stimmt nicht. Weiß und Schwarz sind beides leere Farben ohne Emotionen. Etwas das lähmt und willenlos  macht, das Hoffnung entreißt und jegliche Regung tilgt. Es löscht jegliche Facetten und Fantasie und alles bleibt eine unbemalte Fläche.

So fühlt es sich gerade für mich an. Schwarz und manchmal blendend weiß. Ich sehe nichts mehr und ich spüre nichts. Nur hier und da regt sich ein dunkler Schatten in dem noch dunkleren Geflecht das sich in mich gesponnen hat. Manchmal sind alle Fragen und Gedanken fort und jedes Gefühl mit ihm. Manchmal ist es so leer, dass ich kaum noch atmen kann. Sich zu erinnern, welche Ziele und Träume man hatte fällt schwer oder welche Menschen man an seine Seite hat und wie gut sie tun können, wird zu einer bloßen Angst, dass sie erkennen könnten, wie bedeutungslos das eigene Leben geworden ist. Wie hohl ich bin und das da gar nichts in  mir ist. Gleich wie sehr ich mich anstrenge, ist es ein Kampf gegen stürmische Windmühlen. Immer wieder hinfallen und immer wieder aufstehen. Irgendwie mache ich weiter, obwohl ich dafür schon lange keinen Sinn mehr sehe. Weiter machen… schauen wie lange ich dieses Spiel noch durchhalte. Irgendwo der schwache Versuch es erträglicher zu machen und immer wieder zu scheitern. Von vorne beginnen. Ewig geht das so weiter.

Und diese Schwärze ist wie ein Loch, ein Fass ohne Boden, frisst alles auf, was ich hinein werfe. Jegliche Ablenkung, bis es keine mehr gibt.

Valerie Broussard – Paint It Black

Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Ysardssons Welt

Science Fiction und Fantasy

Der verwunschene See

Im Märchenland

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Kayla McCurdy's Blog

Write the truth as you know it, as you feel it and as you learn from it.

Strange Trails

“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

Deus Ex Teacup

Paperplanes are a way of communication, too.