Am Leben

Es ist entweder sehr großes Glück oder sehr großes Pech, dass ich noch hier bin. Die Tabletten waren zu wenige und ich habe mich zu oft übergeben und mir war zu schlecht, als dass ich hätte sterben können. Manche reden von einem höheren Zweck, den ich noch erfüllen soll, andere wollen mich daran erinnern wie wertvoll und schön das Leben ist und wie wertvoll und schön ich bin. Deswegen hat mich auch mein Freund verlassen, weil ich ja ach so toll bin. Mein Leben ist im Moment nur angefüllt mit Leid, Trauer, Hilflosigkeit und dem Gedanken ein völliger Versager zu sein. Nichts hier ist schön und alles ist ein Kampf. Ich kämpfe für jeden schönen Moment und selbst diese zerrinnen mir zwischen den Fingern. Ich strenge mich mit allen Mitteln an. Dennoch erinnern mich nur kleinste Nuancen an das was ich verloren habe. Der Duft von Popcorn wird mich wohl noch lange an ihn erinnern. In den Nächten wache ich auf und weine, weil ich von ihm geträumt habe und nicht aufhören kann an ihn zu denken. In der Öffentlichkeit überkommt es mich und ich muss hart schlucken und mich zusammen reißen um nicht zusammen zu brechen. Er fehlt an allen Ecken und Enden und ich bin völlig allein in dieser chaotisch grausamen Welt. Und auch wenn ich andere sehe, die ihm gleichen, wird mir schlecht und ich beginne zu zittern. Mein Brustkorb fühlt sich an als wäre darin ein schwarzes reißendes Loch dass sich schwer und monströs in mir befindet und mich bei lebendigem Leib verschlingt. Dieser Schmerz ist unvorstellbar und real. Ich esse kaum noch, eigentlich fast nichts mehr. Ich kriege keinen Bissen runter und mein Körper fühlt sich wie eine Hülle aus Blei an, die einfach nichts hier zu suchen hat. Trotzdem atme ich noch und trotzdem suche ich nach dem Leben in dieser Welt. Niemand der mir begegnet, ahnt auch nur Ansatzweise, dass ich vor 11 Tagen hätte tot sein können. Niemand der mich sieht, hat nur einen Hauch einer Ahnung, welchen Schmerz ich ertragen muss. Dennoch ist da Hoffnung und ich weiß nicht wofür ich noch hoffe. Doch dieses Herz schlägt und es tut weh, das heißt also ich bin am Leben, auch wenn es sich alles andere als schön anfühlt.

Ursine Vulpine – And So My Heart Became A Void

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