Kein Zuhause

Ich will endlich ankommen. Wie ein im Sturm davon getragenes Blatt im Wind, entrissen dem Stamm zu dem es gehört, taumle ich hier umher und suche in wirren Kreisen nach einem Platz an dem ich bleiben kann. Nach einer Schulter, die mich hält und Armen die mich Willkommen heißen, jemand der mich wärmt und festhält. Einen Ort an dem ich zur Ruhe komme, der meine Heimat ist, mein Zuhause. Aber nichts in dieser Welt fühlt sich jemals wie Zuhause an. Nicht einmal die vier Wände für die ich im Monat so viel Geld bezahle. Immer noch taumle ich in dieser Welt wie ein Kind, dass nie seinen Platz gefunden hat. Irgendwo wurde ich allein gelassen und blieb an diesem dunklen Ort stehen, darauf wartend, dass mich jemand abholt. Doch es kommt niemand. Zurückgelassen. Verlassen. Allein. So wie es sich die meiste Zeit in mir anfühlt. Niemand erreicht mich dort an dem kühlen Platz, den ich mir selbst geschaffen habe, unfähig einen anderen Weg zu finden oder mir selbst mein Zuhause zu sein. Ich bin mir so fremd und ich widere mich an. Nie erwachsen geworden und immer noch ist da das störrische Kind mit dem sturen Kopf, dass nichts gelernt hat und all seine Gefühle heraus purzeln ohne Rücksicht auf andere.
Ich wollte es so sehr: Ankommen. Einen Platz im Leben haben, dass ich sogar mein eigenes Leben dafür aufgegeben hätte. Dass ich es weggeworfen hätte um es jemand anderem zu schenken. Meine eigenen Bedürfnisse haben nicht mehr existiert. Sowas passiert ständig. Weil ich es nie anders gelernt habe und alles was ich gelernt habe ist schlecht. Ich bin schlecht. Also kehre ich die Wünsche, Träume und Ziele unter einen großen Teppich, weil es nicht wichtig ist. Und heute, wenn jemand etwas anderes sagt, sind die alten Worte so beständig gefestigt, dass ich die neuen gar nicht mehr hören kann. Dass sie keine Rolle spielen, egal wie oft jemand sagt, dass ich nicht allein bin oder dass ich wichtig bin und gebraucht werde. Was ist das für eine Welt, in der man nur noch hadert und zu kämpfen hat? In der alles was man gelernt hat vernichtend ist und das alles nur noch schwerer macht.
Ich würde gerne ankommen. Ich würde mich gerne in dieser Welt zuhause fühlen. Aber alles was ich fühle, ist die Tatsache, dass ich mich unwohl in dieser Welt und unter diesen Menschen fühle. Es gibt schon lange keinen Ort mehr, an den ich gehen kann oder der sich wie ein Zuhause anfühlt.

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Aggressionen

Wenn ich ihm jetzt begegnen würde, würde ich ihn an den Haaren zerren und zu mir herab ziehen und von Verrat und Misstrauen reden. Davon, was er getan hat und was man nicht tun sollte. Ich würde ihn schlagen, verprügeln, würde ihm Schmerz zufügen, weit weg von Vergebung. Ich kann ihm nicht vergeben. Noch nicht oder nie. Ich weiß es nicht. Ich bin voller Wut und kann nicht verstehen, wie ein Mensch sowas tun kann. Wie man mich einfach wegwerfen kann, wegsperren und vergessen. Treten wie Müll. Behandeln wie Dreck. Abfall. So fühlt es sich im tiefsten Ich an. Als wäre ich wertlos. Nicht von Bedeutung. Das will mir diese Wut auf ihn sagen. Das sagt es mir wenn ich darüber nachdenke. Deswegen will ich ihn nicht sehen. Ich will ihn bluten sehen. Er soll leiden, wie ich es tue. Aber ich weiß, dass ich wieder einmal die einzige bin, die leidet, die diesen Schmerz fühlt und der so schwer zu besänftigen ist. Am liebsten will ich ihn auch in diese kahlen weißen Wände stecken ohne Ausweg und ganz allein mit all diesen Gedanken. Er hat es verdient. Er hat all das schreckliche verdient, das er mir angetan hat. Aber die Welt ist nicht fair und dieser Schmerz ist meiner allein und damit muss ich klar kommen. Das ist die traurige Realität. Es gibt keine Vergeltung, es gibt keine Gerechtigkeit, kein Karma, nichts, dass ihn das spüren lässt, was ich durchmachen muss. Ich hasse ihn nicht. Ich verachte ihn nicht. Er verdient weder meine Gefühle noch meine Gedanken. Er macht mich kaputt. Immer noch, nach all dem was er mir angetan hat. Ist Vergebung wirklich der einzige Weg? Ich kann ihm nicht vergeben und ich kann nicht vergessen.

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