Einzelteilchen

»Neulich habe ich dir von dem größten Geheimnis der Magie erzählt: vom Anderen Teil. Jedes Leben eines Menschen auf der Erde besteht letztlich in der Suche nach dem Anderen Teil. Es ist gleichgültig, ob der Mensch vordergründig hinter Wissen, Geld oder Macht her ist. Was immer er auch erreicht, er wird unvollständig sein, solange er nicht seinen Anderen Teil gefunden hat.«*

Es gibt den Glaube, dass kein Mensch allein auf dieser Welt ist. Jeder hat einen anderen Teil auf dieser Welt, manchmal sind es mehr als nur einer. Zu jedem gehört jemand oder mehr. Im Leben begegnet man vielen solcher Teile, die zueinander gehören. Die zu einem gehören. Bei der Inkarnation teilen wir uns, sodass es mehr Seelen auf der Welt gibt (Überbevölkerung). Dadurch gibt es nicht immer nur einen Teil, sondern mehrere. Manche erkennen einander und bleiben, andere wiederum sind nur eine gewisse Zeit da und ziehen dann weiter. Man erkennt seinen anderen Teil an einem leuchten hinter der linken Schulter. Dazu gehört aber mehr als bloßer Glaube. Es tröstet ein wenig, wenn dies wahr sein sollte, dass man nicht ganz allein ist. Jedoch vermute ich, dass ich mich nie geteilt habe und somit auch nie meinen anderen Teil begegnen kann. Ich bin ein Einzelteil. Im Moment glaube ich eher daran, dass ich verdammt bin und nur diejenigen anlocke und einen Platz gebe, die mir nachhaltig schaden und die all das Komplizierte umso komplizierter machen. Der andere Teil ist gut, freundlich und nicht kompliziert. Nichts wird schwerer gemacht.

»Aber woran erkennt man den Mann oder die Frau seines Lebens?«, fragte Brida.
»Du musst etwas riskieren«, war die Antwort.
»Dabei wirst du oft scheitern, du wirst enttäuscht werden, desillusioniert. Aber wenn du nie aufhörst, nach deiner Liebe zu suchen, wirst du sie am Ende finden.«*

Beim lesen dieser Einfachheit, die den Texten anhaftet, musste ich bitterlich weinen. Nein, ich bin noch nicht darüber hinweg, ich habe es noch immer nicht geschafft und alles ist schrecklich und fühlt sich wie ein schwerer Verrat und Verlust gleichermaßen an. Als hätte man mir mehr als nur mein Herz genommen, auch meinen Glauben, meine Hoffnung, mein Vertrauen. Es ist alles vernichtet und tut weh. Die Welt färbt sich in düsteren Farben um mich her. Mag die Sonne auch scheinen und alles gut laufen, erkenne ich kein Licht, weil es mir genommen wurde. Und ich komme nicht raus aus dieser Dunkelheit, denn das ist alles was er hinterlassen hat. Ich hatte so sehr gehofft und geglaubt meinen anderen Teil gefunden zu haben. Habe mich so sehr darauf versteift, dass ich nicht mitbekommen habe, wie es mich zerstörte. Vielleicht habe ich mich geirrt. Womöglich habe ich Recht, wenn ich der Annahme bin, dass es keinen anderen Teil für mich gibt. Hätte er mich nicht längst gefunden? Doch jetzt fühlt es sich an, als wäre ich allein besser dran. Keinen Moment kann ich an etwas anderes denken, als an die umklammernde Einsamkeit – das einzige das immer sicher war. Sie ist kalt und hoffnungslos, sie kann niemals enttäuschen.

»Wenn wir mit jemandem im Bett sind, dann geben wir diesem Menschen nicht nur die Erlaubnis, mit unserem Körper, sondern mit unserer ganzen Persönlichkeit eins zu werden. Die reinen Kräfte des Lebens kommunizieren ganz unabhängig von uns miteinander, und wir können dann nicht verbergen, wer wir sind. Gleichgültig, welches Bild wir von uns selber haben – Verkleidungen, fertige Antworten, ehrenhafte Ausflüchte gelten hier nicht.«*

* Aus dem Buch von Paolo Coelho ‚Brida‘

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