das kleine Glück

Hier und da treffe ich auf Menschen, die das Leben im Ganzen genießen können. Die es mit beiden Händen schöpfen und leben. Die sich nichts nehmen lassen, alles geben und alles erleben. Rücksichtslos und ohne Umschweife. Gewissenlos geradezu. Einerseits macht es mich neidisch und andererseits sehr traurig. Weil ich diese Freiheit nie spüren kann und immer zu viele Gedanken da sind. Weil nichts einfach ist. Ich kann nicht einfach raus gehen und all die Dinge erleben, die ich mir vorstelle. Meine Fantasie ist eher ein Gefängnis und eine Fessel, als das Messer, dass mich befreit. Weder habe ich den Mut noch das Selbstwertgefühl einfach in diese Welt zu springen und mir zu nehmen, was ich will. Ich bemerke ja nicht einmal mein eigenes Bedürfnis und zügle all meine Emotionen, weil ich Angst vor ihrer gewaltigen Kraft habe. Wie also kann ich einfach so in die Welt hinaustreten und leben? Angst ist ein großer Aspekt des ganzen. Mut ist sehr klein – auch wenn die Stimmen in meinem Kopf davon reden es einfach zu wagen, weiß mein Verstand was am Ende passiert. Noch mehr Verletzungen, noch mehr Scherben, vielleicht ein paar Erfahrungen, aber zu welchem Preis? Manchmal möchte ich nicht höher, weiter, schneller und mehr, sondern langsamer, achtsamer und einfacher. Keine Komplikationen aus falschen Gründen, keine weiteren Wunden, weil ich mich wieder überschlagen habe. Jeder Mensch ist anders, so sagt man doch, und ich bin nicht so wild und frei und ungestüm. Ich bin leise, intensiv und emotional. Kleinste Unebenheiten und Ereignisse können meine kleine Welt bereits ins Wanken bringen. Ich muss vorsichtiger sein und dennoch das Gleichgewicht finden um nicht in der Angst zu versinken oder mich einzumauern. Hin und wieder raus, ab und zu mal eine neue Erfahrung, aber mit bedacht und nicht auf biegen und brechen und mit Gewalt. Nur weil andere Menschen das können und tun, heißt es nicht, dass ich das auch muss oder sollte. Letztendlich sind wir alle unterschiedlich und das ist in Ordnung. Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon, heißt es doch schließlich.

Nicole Dollanganger – Cement

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