Wie ein Löwe zum Ungeheuer wird

Die Angst ist etwas, dass jede Erinnerung zu einer Qual macht und die Zukunft damit zu etwas unerträglichem heranwächst. Die Konfrontation erscheint unmöglich. Allein der Gedanke daran dem Löwen zu begegnen, reißt mich in einen dunklen Strudel. Schon allein das Wissen darüber, ihm begegnen zu können ist als würde hinter der nächsten Ecke etwas schreckliches lauern. Immer auf der Hut, immer angespannt. So gehe ich durch die Welt. Als lauert der nächste harte Schlag schon im nächsten Moment und ich muss mich irgendwie wappnen. Aber davor kann man sich nicht schützen. Es gibt keinen Schild und kein Schutz. Wenn es passiert ist es plötzlich und überfällt mich wie ein Gespenst. Ich kann mich weder dagegen wehren noch vorbereiten. Ständig ist da die Angst vor dem Ungeheuer. Dabei ist er kein Monster und auch kein Schreckgespenst. Aber meine Erinnerung ist so angeschwollen und hat ihn in etwas Grässliches verwandelt vor dem ich mich in Acht nehmen muss. Ich selbst habe mir all das angetan und kann es nicht mehr rückgängig machen. Also warte ich, ständig in Furcht und mit dem Gedanken ihm zu begegnen und nicht damit fertig zu werden. Niemals würde er mir etwas tun. Es ist wie mit den Spinnen und dem Spruch, dass sie viel mehr Angst vor dir haben, als du vor ihnen. Dennoch schreit man auf, wenn man die haarigen Achtbeiner sieht und trotzdem ist da die übergroße Angst vor so etwas winzigem. Genauso verhält es sich mit dem Löwen, der zu etwas viel Größerem herangewachsen ist, dass mir eine schreckliche Angst macht und den Wunsch erweckt, ihn nie wieder begegnen zu müssen. Denn die Angst ist, dass ich mit den Gefühlen nicht klarkomme. Meine Angst sind die Gefühle selbst und jene die ich nicht kontrollieren kann und die mich beherrschen, aber die ich nicht beherrsche. Dass sie noch immer zu stark sind und mich übermannen wie eine reißende Flut. Die Angst, dass ich einen oder mehrere Tage brauche um mich wieder zusammen zu reißen. Doch selbst, wenn ich dem Löwen nicht begegne ist er in meinem Kopf und ich leide. Gleich einem Trauma, weil der Schmerz über die Monate so sehr gewachsen ist, dass es bleibende Schäden hinterlassen hat. Einen Schmerz, den ich mir am Ende selbst angetan habe, genauso wie ich daran Schuld bin, dass der Löwe zu einem Monster wurde.

Jeden Tag fühlt es sich ein bisschen mehr an als würde ich wahnsinnig werden. Die schlechte Art des Wahnsinns, die einen auffrisst von innen und gegen die man sich nicht wehren kann. Als würde man nach und nach den Verstand verlieren und es bei lebendigem Leib spüren wie man sich verliert. An Normalität ist kaum noch zu glauben, kaum noch zu hoffen. Irgendwas ist in mir unwiderruflich kaputt gegangen und ich spüre die Schäden nur allzu deutlich.

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