lebendig begraben

Die Tage werden zu untragbaren Lasten. Zu kleinen im unbewussten ausgefochtenen Kämpfen und voller Verachtung. Ich kämpfe und ringe um jeden Atemzug um jeden Moment, doch sie rinnen mir wie schwereloser Sand durch die Finger. Wie Zeit, die niemand zurückdrehen kann und für immer verloren ist. Es reißt mir den Boden unter den Füßen weg und ich kann nicht mehr stehen, bleibe liegen und wenn ich mich wieder aufrapple ist es nicht genug. Es reicht nicht. Ich wandere wie durch Träume. Laufe in Zeitlupe und schnappe nach Luft wo keine ist. Diese Welt fühlt sich unwirklich an und jeder Tag davon wird schwerer. Ich habe mir den Urlaub anders vorgestellt, habe mich darauf gefreut Zeit zu haben, auszuschlafen. Abstand von der Schule und Arbeit. Aber nun kann ich die Nächte nicht schlafen, komme nicht zur Ruhe, weil ein unsichtbarer Sturm in mir tobt, den ich nicht bändigen kann. Jeder Moment ist wie eine Qual. Heute und davor wieder mit vielen dunklen Gedanken gekämpft. Mich einfach betrinken oder die Tabletten missbrauchen, zu viele nehmen und mich schneiden oder gleich vor einen Zug werfen. Die Adern sahen heute Morgen so verlockend aus, wie sie hervorgetreten sind, als wäre ich nur einen Schritt und einen Schnitt von etwas Endgültigem entfernt. Aber selbst das schaffe ich nicht. Weder das Leben, noch den Tod bekomme ich auf die Reihe. Irgendwie auf ganzer Linie versagt. Und diese Versagensängste umklammern und lähmen mich. All die Gedanken die wie brachiale Gewalt auf mich einschlägt und fesselt. Nichts liegt in meiner Macht, ich bin machtlos und bewegungslos. Obwohl ich mich bewegen müsste. Ich schaffe es nicht. Es fühlt sich nicht gut an und alles andere ist großes Leid.

Citizien Soldier – Bedroom Ceiling

Das Gewicht der Zurückgezogenheit


Manchmal bin ich schwer, statt leicht. Dann sind alle Worte die ich zuvor gesagt habe wie Blätter im Wind und meine Sehnsucht ist wie ein Orkan. Ich weiß nicht ob es am Mond liegt oder an einer anderen Energie. Aber dann gibt es diese Tage, in denen ich gar nicht mehr stark bin und meine Mauern nur allzu leicht einzureißen sind. In denen mich Blicke und Worte verrückt machen. In denen die Träume am stärksten sind. Vor allem jedoch, macht es mich im Kopf ganz wirr und auf meiner Haut ist ein dünner Film. Es braucht nur jemand mit einem Messer vorbei kommen und es wäre so leicht mich aufzuschneiden und meine Schwachstellen zu erkennen. An diesen Tagen ist es besonders schwer sich selbst zu ertragen. Dann ist es schwer die Beherrschung nicht zu verlieren oder stark zu sein, sich zu widersetzen gegen all die Triebe, Gedanken und Gefühle. Dann möchte ich gern einfach nur liebevoll in den Arm genommen werden, nichts sagen und nichts denken, nichts tun müssen und nichts erwarten. Doch es gibt keine Arme mehr, die mich halten und in denen es sich sicher anfühlt. Es gibt keinen Ort mehr, an den ich fliehen kann, weil ich verlernt habe loszulassen.

Ich weiß noch, als er gefragt hat, ob es sich sicher anfühlt bei ihm anfühlt und ich mit Ja geantwortet habe, weil es keinen Moment davor oder danach gab, in dem es sich so angefühlt hat.

Mit der Zeit wird es nur noch schwieriger und ich nehme die Worte allzu ernst, zu persönlich und mache mir zu viele Gedanken. Nichts ist mehr einfach und nichts fühlt sich sicher an, in einer Welt die zerfällt und mir ihre Zähne zeigt. Nur heute hätte ich eine Schulter gebraucht und starke Arme. Ein bisschen Hilfe. Ich hoffe, dass dieses Gefühl vergeht. Weil ich mir einrede, dass ich es auch alleine schaffe, auch wenn ich deutlich sehe, dass ich es nicht alleine schaffe.

Poets of the Fall – My Dark Disquiet

kein Trost

Heute ging es in einem Gespräch um Trost. Trost zulassen und geben. Doch weder kann ich das eine noch das andere. Ich fühle mich hilflos, wenn jemand von mir Trost braucht und ich nicht weiß was ich machen soll. Aber genauso, ist es für mich unangenehm und fremd, wenn ich getröstet werde. Es ist sogar schmerzhaft und ich möchte das nicht, ich schäme mich dafür wie ich mich für jedes meiner Gefühle schäme. Deswegen zeige ich sie so selten. Aber irgendwann, habe ich verlernt die Maske abzunehmen. Vor allem bei meinen Freunden, bei den Menschen, die mir beibringen könnten, wie es geht los zu lassen und wieder Gefühle zu zeigen und zu teilen. Freunde, bei denen ich damit eine festere Beziehung ausbauen kann. Aber es geht nicht, weil ich nie Trost erfahren habe.
Tiefgreifende Fragen, die alles in Frage stellen, sind jene, die davon künden, was in der Vergangenheit los war. Dort als man noch Kind war und geweint hat, wie ist die Umwelt mit einem umgegangen? Diese Dinge festigen sich und werden zu einem Verhaltensmuster im Erwachsenenleben. Deswegen kann ich kein Trost annehmen und deswegen kann ich niemanden gut trösten. Ich habe es nie gelernt noch erfahren.
Auch wenn ich oft die Treppenstufen hinauf gehe und einen lieben Menschen besuche, der mir Trost spenden könnte. Wenn ich die Bilder vor Augen habe, dass ich jemanden fest umarme und dann in Tränen ausbreche. In dem Moment, in dem ich vor der Person stehe, trage ich wieder die Maske, lächle und schlucke alles andere runter, weil ich denke, das ich es nicht wert bin. Dass ich keine Umstände machen möchte und es mir unangenehmer ist Gefühle zu zeigen als taub zu sein. Wie aber kann ich den nächsten Schritt schaffen und weinen und zulassen, dass ich getröstet werde, wenn ich das nie gelernt habe und davor weglaufe?
Ich weiß, dass an dem Tag bevor meine Oma gestorben ist, meine Laterne bei mir war und ich auch dort nicht weinen konnte. Ein paar Tränen sammelten sich in meinen Augen und einen Kloß im Hals hatte ich, die ich beide runter geschluckt habe. Eine Umarmung habe ich mir eingefordert. Aber mein einziger Gedanke war nur, dass es mir leid tut, dass sie das mit erleben muss. Das es gerade dieses Wochenende ist, an dem sie da ist und ich hoffe, dass sie das nicht trifft oder persönlich nimmt, das es keine Spuren hinterlässt. Statt an meine Trauer, denke ich an sie und was es in ihr auslöst und hinterlässt. Nicht einmal dann, bei dem Menschen, der mir am nächsten ist, schaffe ich mich vollkommen fallen zu lassen. Es ist immer die Anspannung und Kontrolle in meinem Nacken, die alles strafft und festzieht. Nichts darf durchsickern, immer schön lächeln und lieb sein, nur keine Probleme machen.

Wie soll man auch so etwas kompliziertes wie diese Gefühle erklären, die einen überkommen, wie ein Tsunami. Wie erklären, dass ich ohne Grund traurig bin oder es eintausend Millionen Gründe gibt traurig zu sein, das aber niemand versteht. Das irgendwas in mir fehlt, das mein Gehirn kaputt ist, dass ich kaputt bin, dass diese Welt kaputt ist. Wie soll ich die Frage beantworten: „Was ist denn los?“, wenn ich das selbst nicht weiß? Wie mich all dem Stellen, wenn ich mehr Angst vor dem Bloßstellen meiner Emotionswelt habe, als vor der Maske, die das alles verbirgt?

Elif – Fort Knox

Was mir fehlt

Auf einmal wurde mir bewusst was dieses klaffende Loch ist. Was diese Leere und Hoffnungslosigkeit in mir ausmacht. All die Realität und die Wirklichkeit. Die Menschen, die ihre Träume verloren haben, die sie gegen Mechanik und Automatismus ausgetauscht haben. Diese Lethargie, die mich streift und ermüdet. Es ist der Verlust der Liebe. Mein romantisches Herz, dass an der Realität zerschellt ist. Mein Herz, das von einem Mann zerschnitten wurde und nicht mehr bebt.
Ich hatte immer jemanden oder Etwas, wofür mein Herz geschlagen hat. Wofür ich aufgestanden bin und jeden Tag durchgestanden habe. Jemand, den ich faszinierend fand. Für den ich geatmet habe. Einen Grund um weiter zu machen, um etwas in der Welt zu suchen. Wie eine Hoffnung. Ein helles Licht. Damals als das Licht nur für diesen einen Mann gebrannt hatte, so hell und leuchtend, das all meine Worte seine Farbe trugen. Das meine Wünsche alle an ihn gingen und dass meine Zunge nur seinen Namen sprach, wie auch meine Vorstellung nur ihn kannte, war der Grund warum ich existierte. Doch dieser Mann hat mich meiner Liebe beraubt und sie mit Füßen getreten. War das die Strafe für all meine törichten Gefühle? Für diese Dummheit?
Heute, als ich seit Monaten auf den Film von Violet Evergarden gewartet habe, und ihn endlich schaute, strömt das alles aus mir heraus und wird mir klar. Ich habe all das verloren, als er mir alles genommen hat. Als das vage Versprechen von Hoffnung zur Dunkelheit wurde. Ich wusste, dass etwas zerbrochen war, das irgendwas kaputt gegangen ist, aber ich konnte es lange Zeit nicht benennen. Ich habe nie jemanden so geliebt wie ihn. Nie jemanden mit diesem Blick angesehen. Es gab niemanden an meiner Seite, der seinen Platz ausfüllen konnte, egal mit welchen Mitteln ich diese Leere stopfen wollte. Ich bin verloren gegangen und die Welt um mich herum ebenso.


Mein Vater glaubt noch an eine Welt, in der man sich zufällig auf der Straße oder im Supermarkt trifft und verliebt. Aber so eine Welt gibt es nicht mehr. Sie glotzen alle in ihre Smartphones und können nicht weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denken. Die Gespräche sind flach und ihnen fehlt die Tiefe. Aber ich will mehr. Das volle Programm. Über einem Bett aus Rosen, bis zum über die Schwelle tragen und tiefgreifende Gedanken teilen und spüren. All den romantischen Quatsch in Liebe verpackt. Etwas, dass sich echt anfühlt, wahrhaftig ist. Doch so etwas gibt es nicht mehr. Ich habe all diese Ideen in meinem Kopf und manche davon umgesetzt und andere verworfen, weil es am Ende nichts mehr wert war.
Ich schreibe Briefe immer noch gern mit der Hand, auf teurem Papier in edlen Briefumschlägen. Die alten Traditionen sind mir lieber, als das was kommt und ist. Alles ist so weit weg. Meine Gefühle sind wie taub und eingeschlafen. Tief in einem lang andauernden Traum gefangen. Oft falle ich in die selbe Starre, den selben Trott, wie all die anderen Menschen und das macht mir am meisten Angst. Darin zu versinken. In einem Hamsterrad aus Wehmut. In dem ich mich verliere und nichts mehr spüre. Auch habe ich Angst überhaupt noch etwas zu empfinden, weil von Außen immer das Gerede laut wird und die Stimmen brutal, wenn man nur mal für einen Moment unglücklich ist. Lieber sehen sie ein aufgesetztes Lächeln als die echten Tränen. Lieber ist ihnen die Gleichgültigkeit der Komfortzone als den Mut der Liebe zu riskieren. Bin ich auch schon darin gefangen? Habe ich den Mut verloren, weil ich mit Füßen getreten wurde? Weil die Hoffnung auf Liebe, für mich nicht mehr gilt?
Ich wünschte für jeden gäbe es die Liebe, die es auch in Filmen und Büchern gibt. Irgendwann ein Happy End.

Jackie Chan & Kim Hee Seon – Endless Love

Diese Tage

Und dann, dann kommen diese leeren Tage auf die ich mich erst so gefreut habe, als alles so viel und stressig und erschöpfend war. Freie Tage. Aber wenn sie da sind, ist alles taub und es fällt schwer, sich an irgendetwas zu erfreuen. Die Zeit fließt dann wie ein träger Fluss aus schwarzem Pech und wandelt sich in ein dunkles Ungeheuer, dem ich nicht entkommen kann. Ich liege da und nichts geht vorbei. Das Gefühl bleibt, dass alles so sinnlos erscheint und jede Bewegung keinen Zweck erfüllt. Alles wie in zähflüssigem Schleim. Mir fehlt die Motivation und der Antrieb. Die Gefühle sind da, sie sind nicht taub, sie sind grau und dunkel und trübsinnig. Trotz einen gewonnenen, eines freien und zeitlosen Tages, kann ich ihn nicht nutzen. Obgleich so viele Pläne und Vorbereitungen fehlt die Kraft, als würde man immer tiefer sinken und könnte nicht an die Oberfläche schwimmen. Der Schmerz ist nicht taub, er ist stark und bebt unter der Haut und im Schädel. Es gibt kein Pflaster und keine Salbe dafür, nicht einmal eine Pille oder bitteren Saft. Es heißt, auszuhalten und abzuwarten. Darüber bekümmert sein, wie die Zeit vergeht ohne, dass sie einen Sinn erlebt. Müde und brennend sind meine Augen und mein Körper schwer, der sich über den Boden schleift. Ich habe nichts geschafft und nichts erreicht.

NF – Wake Up
Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Ysardssons Welt

Science Fiction und Fantasy

Der verwunschene See

Im Märchenland

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Kayla McCurdy's Blog

Write the truth as you know it, as you feel it and as you learn from it.

Strange Trails

“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

Deus Ex Teacup

Paperplanes are a way of communication, too.