Entscheidungen


Was wäre, wenn ich mich damals für eine Anzeige entschieden hätte, was wäre, wenn ich das Angebot der Psychologin angenommen hätte, die meinte, dass es sehr gute Programme für diese Fälle gibt. Was wäre, wenn ich etwas klüger gewesen wäre und nicht mit ihm mitgegangen wäre wie ein kleines naives verliebtes Kind?
Was wäre aus diesem Mann heute geworden, der so tut als wäre nichts und ein unbeschwertes Leben führt, während ich kämpfe und strauchle, während Gerüche, Personen, Orte, Lieder, Worte und so vieles an ihn erinnert und mich zu Fall bringt?
Aber was, wenn das alles nur eine Täuschung ist? Wenn ich nicht das Opfer bin, wenn ich mir all das nur einbilde? Aber ist dies nicht gleichzeitig schon das Problem vieler Opfer, dass sie es sich Kleinreden, obwohl das Ergebnis eindeutig ist? Die Alpträume, die Angst, die kleine Panik im Nacken, die völlige Regungslosigkeit, wenn wir aus der Bahn geraten, die Nächte in denen ich mich selbst verletzt habe, in denen ich so leer war, das nichts mehr half. Ist das nicht alles Beweis genug, das etwas so schlimm verletzt wurde, dass ich ein mangelhaftes Leben führe, das eine gerechte Hand braucht?
Aber was ist Gerechtigkeit? Wenn ich mich für den Weg des Rechts entscheide, konfrontiert es mich mit allem was ich versuche zu verdrängen, all die Scham und Peinlichkeit, die Dummheit der platonischen Liebe, die niemals hätte so weit gehen dürfen. Der dünne Faden, den ich ergriff, weil ich glaubte es würde niemals so weit kommen, weil ich es niemals bedacht habe, nie wollte, aber ihn auch nicht verlieren wollte, bis er all das zerstört hat und ich nicht mehr davon los komme, es mich Tag für Tag zerreibt und weiter in die Tiefe zieht. Ist das Einbildung oder Tatsache? Ist es besser unter den Tisch zu kehren oder endlich zu agieren?
Was, wenn all das nur in meinem wirren Kopf stattgefunden hat und man darauf plädiert, dass ich Geisteskrank bin, das ich Unsinn erzähle und nichts davon wahr ist? Was, wenn alles umsonst ist?
Ich möchte nicht mehr, dass er einfach so weiter macht, als hätte er nicht ein Leben zerstört. Ich möchte nicht, dass niemand davon weiß, was er getan hat und das es vielleicht noch einmal mit jemand anderem passiert. Ich möchte nicht, dass er glücklich ist, wenn ich es seinetwegen nicht mehr sein kann. Ist das auch schon dumm?
Der Weg einer Entscheidung kann so viele Abzweigungen nehmen, dass man leicht den Überblick verliert und man kann niemals gewiss sein wohin es am Ende führt. Bin ich letztendlich mutig oder dumm genug diese Entscheidung zu wählen? Ich würde ein Leben zerstören, das meines zerstört hat.

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