Alles dunkel

Ich bin müde und traurig und verzweifelt und alles fühlt sich so unendlich dunkel an. Alles ist eine immense Belastung. In diesen Momenten gibt es keine Hilfe. Natürlich ist irgendwo ein Licht am Ende des Tunnels – sagt man. Aber ich spüre kein Licht und ich sehe nur schwarz. Diese tiefschürfende Verzweiflung gräbt sich ein tiefes Loch in meine Brust und füllt es mit Leere. Es gibt keine Freude mehr und das nagt am meisten, vor allem wenn man gesagt bekommt, mach etwas, dass dir Freude bereitet. Tu etwas für dich. Aber ich gar keine Ahnung habe, was das ist und daran noch mehr verzweifle. Natürlich ist es wichtig auf sich zu achten und Dinge zu tun, die einem gut tun, aber was, wenn man nicht weiß, was das ist. Wenn das alles verschwunden und verloren ist und da nur noch dieser Schmerz ist. Ein Leid, das mich in stücke reißt und eine Angst die sich klamm an mich heftet. Angst, die Menschen in meiner Umgebung zu enttäuschen, zu verletzen und nicht für sie die Person zu sein, die sie kennengelernt haben. Ob es die Erkrankung ist oder schlicht meine Persönlichkeit, weiß ich nicht. Doch es hinterlässt immer tiefere Spuren und nimmt mir nicht nur meine Freude und Lebenswillen, sondern auch alles andere im Leben weg. Sie ist gefährlich. Sie ist tödlich. Aber vor allem, zerstört sie alles, was man aufgebaut hat und wofür man lebt. Ich bin müde vom kämpfen und ich weiß nicht wie ich die nächsten Tage überstehen soll. Vor allem, da ich Urlaub habe. Andere würden sich freuen über die anstehenden Urlaubstage, ich sehe ihnen qualvoll entgegen und finde keine Erholung darin. Alles kotzt mich an, vor allem ich mich selbst.
Es ist mühselig immer wieder und wieder gegen diese unsichtbare Macht anzukämpfen, die jeden Tag zur reinsten Qual werden lässt, mit dem Wissen, dass selbst wenn man sie bezwungen hat oder einen schönen Moment erlebt, die meiste Zeit meines Lebens schwarz ist und dass es immer wieder kehrt und länger bleibt, als es die Freude jemals schaffen kann. Was soll das für ein Leben sein?

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