Bianca

Kennst du das, wenn Menschen wie vom Erdboden verschluckt werden? Ich kenne es bei einer ehemaligen Freundin. Ich finde sie nicht, aber ich denke oft an sie, vermisse sie und habe keine Möglichkeit sie zu finden. Wenn ich ihren Namen bei Google eingebe, zeigt es mir, dass es keine mit meiner Suchanfrage übereinstimmenden Dokumente gefunden hat. Ist das nicht seltsam? Als wäre dieser Mensch einfach gelöscht wurden. Verschluckt von der Welt. Aber in meinen Erinnerungen ist sie so deutlich und klar, es kann kein Traum sein, dass sie da war. Ich weiß noch wie ich auf einer Bank vor der Sporthalle mit ihr saß und mein Kopf auf ihren Schoß gelegt habe und sie mir die Haare aus der Stirn gestrichen hat. Ich weiß, wie ich uns zwei silberne Ringe mit goldener Gravur gekauft habe mit unseren Namen darin graviert. Wie kraftvoll und übereilt und stark unsere Freundschaft war und wie zerbrechlich zugleich die Tage der Jungend sind, in der alles verwirrend ist und von Veränderung überworfen. Die letzten Schuljahre war ich allein und ich weiß, ich hätte sie nicht allein lassen dürfen in dieser schweren Zeit, die ihr Leben erfuhr. Meine Mutter war neidisch auf diese Freundschaft und missgönnte es uns. Wer weiß, was sie gesagt hat, dass alles so auseinandergerissen wurde oder ob es meine Schuld ist, sie nicht etwas fester gehalten zu haben, von Gefühlen überrollt und egoistisch. Ich weiß nur, dass ich von ihr Träume, dass ich sie vermisse und nicht weiß, wo sie ist, wie es ihr geht und was sie tut.

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Smile

Manchmal höre ich gar nichts und dann ist es so laut, dass es sehr viel Kraft kostet dagegen anzukämpfen. Gegen den Drang sich zu betrinken, sich zu schneiden, sich wehzutun oder sterben zu wollen. Es sind nur flüchtige Momente, die in mich hinein stechen, als wollen sie alte Erinnerungen wecken. Erinnerungen die ich verborgen halte und verdränge. Die Monate sind schnell vergangen. Irgendwie wie im Dunst und einem lethargischen Alltag. Zwischen Müdigkeit, Erschöpfung und Eintönigkeit. Der Reiz fehlt aber gleichzeitig auch die Motivation etwas zu ändern oder zu sprechen. Im Grunde ist alles okay. Nur hin und wieder eben nicht.

Citizien Soldier – Just Be Happy

ohne Konsequenzen


Ist dir jemals aufgefallen, das die bösen Kinder von damals, völlig ohne Strafe gelebt haben? Niemand hat sie wirklich bestraft noch wurden sie zur Rechenschaft gezogen. Heute ist es noch schlimmer. Selbst wenn sie etwas klauen, verbrennen, zerstören, jemanden das Bein brechen oder die Nase, wenn sie jemanden abstechen oder etwas wertvolles zerstören, bleiben sie völlig straffrei. Etwas, das mich geprägt hat und mir die Hoffnung genommen hat, dass, wenn ich jemanden anzeige, niemals Gerechtigkeit erfahren werde. Es hat sich nichts daran geändert.
Denn diese Welt ist nicht gerecht. Jemand hat meinem Bruder mit Absicht das Bein gebrochen und er wurde niemals verantwortlich dafür gemacht. Es gab kein Schmerzensgeld, keine Entschuldigung, nicht einmal ärger für den Täter. Man kommt einfach damit durch. Und so achtsame und vor allem gehorsame Geschöpfe wie ich, trauen sich nicht über die Stränge zu schlagen oder dermaßen üble Taten zu verrichten. Aber jene, die entweder das System geknackt und verarscht haben oder jene die nicht so sehr darüber nachdenken was wäre wenn, diejenigen haben es leicht, kommen durch und können machen was auch immer sie wollen. Es ist die Gefangenschaft der Freiheit. Die Einengung der Regeln ohne welche zu haben. Ein beschränkter Geist wie meiner, der so wenig Leben enthält und viel zu viel Angst hat auszubrechen oder etwas zu tun, wird niemals die andere Seite berühren können.


Dennoch lässt es mich nicht los zuzusehen wie diese Ungerechtigkeit ihren Lauf nimmt. Wie nichts passiert, wie einfach alles weiter geht und die Straftäter ungestraft bleiben. Leider ist auch Selbstjustiz strafbar und selbst mit dem Wissen, wenn ich etwas tun würde, würden sie mich nicht erwischen, weil dieser Staat und diese Provinz und die Polizisten einfach zu dumm, zu faul und überhaupt nicht wie im Fernsehen sind, sind mir die Hände gebunden und die Hemmung ist groß. Es ist viel zu leicht heutzutage ungesehen ein Verbrechen zu verüben und das traurige daran ist, das die, die wirklich etwas Gutes tun bestraft werden und die Bösen immer wieder davon kommen.


Nicht nur die Natur ist kaputt, das ganze System weist wahnsinnig große Lücken auf und wir sind an einem Punkt angekommen, an dem man nichts mehr reparieren kann.

Alles dunkel

Ich bin müde und traurig und verzweifelt und alles fühlt sich so unendlich dunkel an. Alles ist eine immense Belastung. In diesen Momenten gibt es keine Hilfe. Natürlich ist irgendwo ein Licht am Ende des Tunnels – sagt man. Aber ich spüre kein Licht und ich sehe nur schwarz. Diese tiefschürfende Verzweiflung gräbt sich ein tiefes Loch in meine Brust und füllt es mit Leere. Es gibt keine Freude mehr und das nagt am meisten, vor allem wenn man gesagt bekommt, mach etwas, dass dir Freude bereitet. Tu etwas für dich. Aber ich gar keine Ahnung habe, was das ist und daran noch mehr verzweifle. Natürlich ist es wichtig auf sich zu achten und Dinge zu tun, die einem gut tun, aber was, wenn man nicht weiß, was das ist. Wenn das alles verschwunden und verloren ist und da nur noch dieser Schmerz ist. Ein Leid, das mich in stücke reißt und eine Angst die sich klamm an mich heftet. Angst, die Menschen in meiner Umgebung zu enttäuschen, zu verletzen und nicht für sie die Person zu sein, die sie kennengelernt haben. Ob es die Erkrankung ist oder schlicht meine Persönlichkeit, weiß ich nicht. Doch es hinterlässt immer tiefere Spuren und nimmt mir nicht nur meine Freude und Lebenswillen, sondern auch alles andere im Leben weg. Sie ist gefährlich. Sie ist tödlich. Aber vor allem, zerstört sie alles, was man aufgebaut hat und wofür man lebt. Ich bin müde vom kämpfen und ich weiß nicht wie ich die nächsten Tage überstehen soll. Vor allem, da ich Urlaub habe. Andere würden sich freuen über die anstehenden Urlaubstage, ich sehe ihnen qualvoll entgegen und finde keine Erholung darin. Alles kotzt mich an, vor allem ich mich selbst.
Es ist mühselig immer wieder und wieder gegen diese unsichtbare Macht anzukämpfen, die jeden Tag zur reinsten Qual werden lässt, mit dem Wissen, dass selbst wenn man sie bezwungen hat oder einen schönen Moment erlebt, die meiste Zeit meines Lebens schwarz ist und dass es immer wieder kehrt und länger bleibt, als es die Freude jemals schaffen kann. Was soll das für ein Leben sein?

Sommer Sonne Depression

Es ist heiß, die Sonne scheint, alle haben Spaß, gehen ins Bad, sind draußen, genießen das Wetter. Die Freude des Lebens erstrahlt. Aber nichts davon berührt mich. In mir ist es leer. Ich verstecke mich. Die Dunkelheit greift im hellsten Licht nach mir. Egal wie stark und hell der Tag ist, egal wie laut die Menschen lachen, in mir ist und bleibt es dunkel. Wird dunkler, mit jedem Versuch der Finsternis zu entkommen. Etwas zu spüren, dass nicht Bedrückung ist, wird zur Herausforderung. Meine Liebe schwindet. Das helle schöne Licht des Glücks, scheint mich zu verlassen. Das Atmen fällt schwer und jeder Schritt ist eine Qual. Selbst der Körper will sich nicht mehr bewegen und ächzt bei jeder Bewegung. In mir tut alles weh und außerhalb genauso. So sehr ich versuche mich dagegen zu wehren, desto schwerer wird es, etwas zu fühlen. Ich weiß, dass es nur temporär ist, dennoch fühlt es sich wie ein für immer an. Als hätte man mir alle Kraft und jeden Willen genommen. Wie kann man Hoffnung haben, wenn sie nie da war? Man kann sie nicht verlieren, wenn sie nie da war. Und ich möchte niemanden und nichts, nicht mal meinem Gefährten davon in Kenntnis setzen, weil es dunkle Spuren hinterlässt, die klaffende Wunden reißen. Ich hoffe, dass, wenn wir uns wieder sehen, alles besser ist und ein Gefühl zurück kehrt, dass mich nicht zerreißt und schmerzt. Denn Schmerz ist das einzige was ich immer fühlen kann. Aber die schönen Gefühle zuzulassen, festzuhalten oder zu erwecken scheint mir unmöglich. Tränen sind leichter als Lachen.

Für den schwarzen Schatten Namens Depression gibt es keine Jahreszeiten, keine guten Zeiten. Es gibt nur klammernde Dunkelheit die niemals los lässt und immer wiederkehrt. Egal was man tut, egal was man macht. Es kehrt immer wieder. Mal läuft es gut, dann wieder eine ganze Weile schlecht. Nebst dieser Dunkelheit wird sie genährt von den gegenwärtig katastrophalen Nachrichten. Wer will in dieser Welt leben und wer will Leben in diese Welt geben?

Madeline Juno – Sommer, Sonne, Depression

Liebe tut nicht weh


Es sind immer die eigenen Gedanken die wehtun, zusammen mit den Handlungen der Person für die man glaubt Liebe zu empfinden. Aber wer bin ich, zu behaupten was Liebe ist und ob sie wehtut oder nicht? Es war nur ein Gedanke der mir heute kam, als ich über meinen Gefährten nachgedacht habe und über das Glück einen Menschen wie ihn zu kennen. Jene Gefühle und die Verbindung, die nicht wehtut und nicht auf Schmerz aufgebaut ist. Etwas, das langsam heilt und die Wunden verarztet, die mit all den Jahren entstanden sind. Nicht alles wird narbenlos bleiben, einiges reißt immer wieder auf, doch er gibt mich nicht auf, egal wie schrecklich ich bin und reicht immer das Pflaster. Es ist eine Art Liebe, an die ich nicht geglaubt habe, eine die ich nie gesehen habe. Die leicht ist, schmerzfrei, ohne mir wehzutun. Nichts das um sich schlägt, festgehalten werden will oder mit aller Kraft versucht sich mir zu entziehen oder die Kraft raubt. Es ist einfach, leicht, schwebend. Vertrauen, Treue, Loyalität, Freundschaft, Intimität sind auf einmal federleichte Begriffe mit Sinn. Nichts worum man kämpfen muss oder das man erzwingt. Wo ich bisher nur einen Kampf gesehen habe in dem ich verliere, ist dies ein schwereloser Tanz in dem es keine Verlierer gibt. Wir gewinnen in jedem Moment, den wir zusammen verbringen, und statt weniger zu werden, wird es immer mehr.

Einzig die einsamen Momente, getrennt voneinander, wenn ich nicht aufpasse, machen mir Angst. Angst, dass er verschwinden könnte, dass eine höhere Gewalt ihn fortzerrt. Etwas, worauf ich keinen Einfluss habe, geschieht und all mein mageres Glück wird fortgespült. Mit ihm habe ich wieder atmen gelernt. Ich bewahre es wie meinen Schatz.

Johannes Falk – Bitte lieb mich

schwarze Wände

Private Paul – Hass

Er wird niemals die Tiefe meines Schmerzes verstehen, nie die dunkelste Dunkelheit fühlen, das Leid eines sich windenden Herzens, das das Licht fürchtet. Er wird niemals ahnen wie es ist, mit all der Finsternis zu leben – Hand in Hand, bis zum Ende. Er weiß nicht, wie schwer es ist zu atmen, wenn einem die kalten Klauen packen und nicht mehr los lassen, wenn sie einen nieder drücken und die Kraft rauben. Er hat keine Ahnung welche unsichtbaren Kämpfe in jedem Moment in mir toben und wie viel Energie sie mich kosten, während ich versuche einfach nur zu existieren. Er weiß nicht wie schwer es für mich ist an diesen Tagen zu leben. Er weiß nur, welche Stille dieser Kampf übrig lässt. Dennoch stempelt er mich nicht ab, stellt mich in keine Ecke, er nimmt meine Hand und steht mir bei, hilft wo er kann, bleibt an meiner Seite, auch wenn ich weiß, wie schwer das ist und ich mich selbst ankotze und die Zweifel und Angst nährt.

Die Tage sind hart. Vor allem die schwere Erkenntnis und das nicht wahr-habe-wollen, dass ich arbeiten will, aber nicht kann. Dass ich so gut und normal sein möchte, wie jeder andere auch, aber unfähig dafür bin. Zu viele Gedanken, zu viel das nebenher passiert und in mir drin explodiert. Jeder Tag frisst mich bei lebendigem Leib und es gibt kaum Linderung noch Ruhe. Schon am Morgen will mein Körper sich nicht mehr bewegen und die Augen öffnen sich nur unter Qualen und immensen Anstrengungen. Jeder Schritt mit einem Stöhnen begleitet. Jeder Meter mit einem Fluch. Ich will keine Menschen mehr sehen, sie machen mich wütend. Irgendwann falle ich jemanden an, tue ihm aber am meisten mir weh. Die Stimmung ist gereizt und gedrückt. Wandelnd zwischen Wut und Verzweiflung. Es macht mich verrückt.

Gleichzeitig wird mir Anerkennung geschenkt, wird mir gesagt, wie gut ich bin und ich merke selbst, dass ich trotz minimaler Erfahrung, die Aufgaben besser als manch langjährige Mitarbeiter bewältige. Es strengt an dieser Kampf zwischen Perfektion und völliger Nutzlosigkeit. Aber selbst das, nimmt mein Schädel nicht hin und zerpflückt es in all seine Einzelteile. Es bleibt nichts Gutes mehr übrig.

Vertrauen und Schwindel

Zwischen den anfälligen Attacken der Übelkeit, Bauchschmerzen und des schwarzen Schwindels huschen die düsteren Gedanken und zerstören mein Kopf, meine Gefühle und mein Vertrauen. Wer niemals die Chance hatte, Vertrauen zu lernen, hat irgendwann ein großes Problem. Vor allem, wenn die Bilder im Kopf ein anderes Bild malen als die Realität und die Alpträume überhand nehmen. Immer wenn ich Bilder und Worte lese ist es wie der Biss einer giftigen Natter, die ihr Toxin in mein Hirn jagt und mich von innen her auffrisst. Ich weiß, dass es unlogisch ist, was dort steht und was ich sehe, dass man Menschen Vertrauen kann, dass ich meinem Gefährten – vor allem ihm – vertrauen kann und er Hoffnung in dieses Wochenende legt, dass ich mir weniger Sorgen und Gedanken mache, wegen Menschen, für die er nicht einmal ein Auge hat. Dennoch beißt und zwickt und schlägt und tritt es, um nach Aufmerksamkeit zu haschen. Woher kommt das Gefühl? Woher all die Zweifel und Bilder? Welcher Narr war dafür verantwortlich? Oder bin am Ende ich der einzige Narr?

Irgendwo zwischen Wahn und Wirklichkeit liegt meine Welt und sie ist wacklig, wie auf Stelzen in einem stürmischen Meer. Ich komme kaum voran, aber irgendwie vergeht die Zeit, rasen die Tag – die Schönen, die Hässlichen – und es ist erschreckend, wie sie verrinnt und mich zurück lässt mit nichts in den Händen. Was wenn Erinnerungen alles sind was uns bleibt? Wenn wir alles dafür tun müssen, sie zu erschaffen, sie zu erleben und zu behalten?

In meinem Kopf rattert und zuckt es, mein ganzer Körper fühlt sich schlaff und verdreht an. Manchmal fällt mir atmen schwer und existieren, dann will ich alles los werden, vor allem aber den Schmerz. Ich möchte normal sein, gewöhnlich, nicht so ein kaputtes Ding, das irgendwie voran kraucht, aber selbst in den schönen Momenten leidet. Ich hatte einen zutiefst beneidenswerten Tag und dennoch lag ich im Bett, habe diese Bilder und Worte gesehen und konnte nichts dagegen tun, dass es wie ein Dolch im Herzen ist der tanzt und tiefer dringt. Die Träume von einer falschen Welt, das Leid, das jene verursachen bis zur Übelkeit und Unruhe, die mich nicht schlafen lässt. Bis er kommt. Bis er sich an mich schwiegt, den Mund aufmacht, mich tröstet mit seiner Anwesenheit und gleichzeitig ängstigt mit jener Tiefe die uns verbindet.

Metallica – the unforgiven (remastered)
Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

Ysardssons Welt

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Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

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“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

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