ohne Konsequenzen


Ist dir jemals aufgefallen, das die bösen Kinder von damals, völlig ohne Strafe gelebt haben? Niemand hat sie wirklich bestraft noch wurden sie zur Rechenschaft gezogen. Heute ist es noch schlimmer. Selbst wenn sie etwas klauen, verbrennen, zerstören, jemanden das Bein brechen oder die Nase, wenn sie jemanden abstechen oder etwas wertvolles zerstören, bleiben sie völlig straffrei. Etwas, das mich geprägt hat und mir die Hoffnung genommen hat, dass, wenn ich jemanden anzeige, niemals Gerechtigkeit erfahren werde. Es hat sich nichts daran geändert.
Denn diese Welt ist nicht gerecht. Jemand hat meinem Bruder mit Absicht das Bein gebrochen und er wurde niemals verantwortlich dafür gemacht. Es gab kein Schmerzensgeld, keine Entschuldigung, nicht einmal ärger für den Täter. Man kommt einfach damit durch. Und so achtsame und vor allem gehorsame Geschöpfe wie ich, trauen sich nicht über die Stränge zu schlagen oder dermaßen üble Taten zu verrichten. Aber jene, die entweder das System geknackt und verarscht haben oder jene die nicht so sehr darüber nachdenken was wäre wenn, diejenigen haben es leicht, kommen durch und können machen was auch immer sie wollen. Es ist die Gefangenschaft der Freiheit. Die Einengung der Regeln ohne welche zu haben. Ein beschränkter Geist wie meiner, der so wenig Leben enthält und viel zu viel Angst hat auszubrechen oder etwas zu tun, wird niemals die andere Seite berühren können.


Dennoch lässt es mich nicht los zuzusehen wie diese Ungerechtigkeit ihren Lauf nimmt. Wie nichts passiert, wie einfach alles weiter geht und die Straftäter ungestraft bleiben. Leider ist auch Selbstjustiz strafbar und selbst mit dem Wissen, wenn ich etwas tun würde, würden sie mich nicht erwischen, weil dieser Staat und diese Provinz und die Polizisten einfach zu dumm, zu faul und überhaupt nicht wie im Fernsehen sind, sind mir die Hände gebunden und die Hemmung ist groß. Es ist viel zu leicht heutzutage ungesehen ein Verbrechen zu verüben und das traurige daran ist, das die, die wirklich etwas Gutes tun bestraft werden und die Bösen immer wieder davon kommen.


Nicht nur die Natur ist kaputt, das ganze System weist wahnsinnig große Lücken auf und wir sind an einem Punkt angekommen, an dem man nichts mehr reparieren kann.

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alte Wunden

Manchmal ist es nur ein Wort, eine andere Stimmlage, ein rauerer Klang in einer vermeintlich sicheren Umgebung, die alles zerstört. Der Schmerz der wie eine Klinge in meine Mitte fährt und alles zerschneidet, was es zusammenhält. Dann ist es bloß ein Klang, ein Trigger, der all die Stabilität zerbirst und mich in Stücke fallen lässt. Die vermeintliche Sicherheit gibt es nicht. Die Dämonen schlafen nie, sie lauern und warten, bis sie glauben, ich hätte sie vergessen und dann fahren sie mit unerbittlicher Härte ihre Klauen aus und verschlingen mich. Ich, die nicht einmal dagegen ankämpfen kann, egal was die Realität und Logik sagt und wie falsch meine Gedanken und Gefühle sind. Sie sind da und sie sind unerträglich. Sie reißen mich von den Füßen, lassen mich auf dem Boden krauchen und zusammenrollen. Ich kann nichts dagegen tun außer zu leiden. Doch diesmal war ich nicht allein. Er war da und er hat sich um meinen zusammengekauerten Körper gelegt und mich getröstet. Seine Worte wie lindernder Balsam. Auch wenn sich alles in mir sträubt und ich mich verkriechen will, bleibt er und ist da. Fragt was er tun kann, was mir gut tut und bleibt, bis es besser wird. Ich weiß nicht ob er es versteht, weil ich unfähig bin zu erklären, aber er hat keine Angst und läuft nicht weg. Gleich wie hässlich mein Herz geworden ist und wie zerstört meine Seele ist. Es fühlt sich beinahe an, angekommen zu sein. Umso intensiver ist die Angst und all die anderen Befürchtungen die mich zu zerreißen drohen, wenn ich nicht aufpasse. Doch er schenkt mir Ruhe. Zumindest für einen kurzen Moment, diesen langen Lebens.

Das Gewicht der Zurückgezogenheit


Manchmal bin ich schwer, statt leicht. Dann sind alle Worte die ich zuvor gesagt habe wie Blätter im Wind und meine Sehnsucht ist wie ein Orkan. Ich weiß nicht ob es am Mond liegt oder an einer anderen Energie. Aber dann gibt es diese Tage, in denen ich gar nicht mehr stark bin und meine Mauern nur allzu leicht einzureißen sind. In denen mich Blicke und Worte verrückt machen. In denen die Träume am stärksten sind. Vor allem jedoch, macht es mich im Kopf ganz wirr und auf meiner Haut ist ein dünner Film. Es braucht nur jemand mit einem Messer vorbei kommen und es wäre so leicht mich aufzuschneiden und meine Schwachstellen zu erkennen. An diesen Tagen ist es besonders schwer sich selbst zu ertragen. Dann ist es schwer die Beherrschung nicht zu verlieren oder stark zu sein, sich zu widersetzen gegen all die Triebe, Gedanken und Gefühle. Dann möchte ich gern einfach nur liebevoll in den Arm genommen werden, nichts sagen und nichts denken, nichts tun müssen und nichts erwarten. Doch es gibt keine Arme mehr, die mich halten und in denen es sich sicher anfühlt. Es gibt keinen Ort mehr, an den ich fliehen kann, weil ich verlernt habe loszulassen.

Ich weiß noch, als er gefragt hat, ob es sich sicher anfühlt bei ihm anfühlt und ich mit Ja geantwortet habe, weil es keinen Moment davor oder danach gab, in dem es sich so angefühlt hat.

Mit der Zeit wird es nur noch schwieriger und ich nehme die Worte allzu ernst, zu persönlich und mache mir zu viele Gedanken. Nichts ist mehr einfach und nichts fühlt sich sicher an, in einer Welt die zerfällt und mir ihre Zähne zeigt. Nur heute hätte ich eine Schulter gebraucht und starke Arme. Ein bisschen Hilfe. Ich hoffe, dass dieses Gefühl vergeht. Weil ich mir einrede, dass ich es auch alleine schaffe, auch wenn ich deutlich sehe, dass ich es nicht alleine schaffe.

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