alte Wunden

Manchmal ist es nur ein Wort, eine andere Stimmlage, ein rauerer Klang in einer vermeintlich sicheren Umgebung, die alles zerstört. Der Schmerz der wie eine Klinge in meine Mitte fährt und alles zerschneidet, was es zusammenhält. Dann ist es bloß ein Klang, ein Trigger, der all die Stabilität zerbirst und mich in Stücke fallen lässt. Die vermeintliche Sicherheit gibt es nicht. Die Dämonen schlafen nie, sie lauern und warten, bis sie glauben, ich hätte sie vergessen und dann fahren sie mit unerbittlicher Härte ihre Klauen aus und verschlingen mich. Ich, die nicht einmal dagegen ankämpfen kann, egal was die Realität und Logik sagt und wie falsch meine Gedanken und Gefühle sind. Sie sind da und sie sind unerträglich. Sie reißen mich von den Füßen, lassen mich auf dem Boden krauchen und zusammenrollen. Ich kann nichts dagegen tun außer zu leiden. Doch diesmal war ich nicht allein. Er war da und er hat sich um meinen zusammengekauerten Körper gelegt und mich getröstet. Seine Worte wie lindernder Balsam. Auch wenn sich alles in mir sträubt und ich mich verkriechen will, bleibt er und ist da. Fragt was er tun kann, was mir gut tut und bleibt, bis es besser wird. Ich weiß nicht ob er es versteht, weil ich unfähig bin zu erklären, aber er hat keine Angst und läuft nicht weg. Gleich wie hässlich mein Herz geworden ist und wie zerstört meine Seele ist. Es fühlt sich beinahe an, angekommen zu sein. Umso intensiver ist die Angst und all die anderen Befürchtungen die mich zu zerreißen drohen, wenn ich nicht aufpasse. Doch er schenkt mir Ruhe. Zumindest für einen kurzen Moment, diesen langen Lebens.

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Verdrehte Gefühle


Was wenn all die Traurigkeit keine Trauer war, sondern immer das unfassbare Glück am Leben zu sein?


Ich habe darüber lange nachgedacht und wie tief eigentlich meine Gedanken gehen, so tief, dass ich den schmerzhaftesten Punkt in mir und anderen berühren kann. Mein Gehirn fühlt sich wie aufgeplustert an und wird weit wenn es Abend ist. Ich habe so viele Fragen, so viele unendliche Fragen und komprimiere sie auf eine einzelne Person, dabei kann ich sie jedem stellen. Der Fokus ist eingeengt und begrenzt. Die Weite der Gedanken kaum zu beschreiben. Dennoch bin ich unendlich müde und verängstigt von der Dunkelheit dieser Welt, die ihr Licht nach und nach verliert. Ich habe die Sterne in der finsteren Nacht gefunden und es ist, als sammle ich sie und gleichzeitig, als würden sie um mich herum sein wollen. Aber ich kann sie nicht halten. Verbrenne ich mich oder verlieren sie das Interesse? Immer der nagende Zahn, dass ich nie genug sei. Und gleichzeitig ruft jemand in der Ferne nach mir. Eine Möglichkeit, eine Variante vielleicht in ein besseres Leben zu starten. Jemand spricht sanfte Worte und streut Licht in das dunkle All. Doch der schwarze Nebel bleibt, nur hier und da erhasche ich einen Blick hindurch. Gleich einer ungewissen Ahnung, weiß ich nicht was auf mich zukommen wird. Aber ich weiß, wir teilen alle die selben Ängste.

Das Gewicht der Zurückgezogenheit


Manchmal bin ich schwer, statt leicht. Dann sind alle Worte die ich zuvor gesagt habe wie Blätter im Wind und meine Sehnsucht ist wie ein Orkan. Ich weiß nicht ob es am Mond liegt oder an einer anderen Energie. Aber dann gibt es diese Tage, in denen ich gar nicht mehr stark bin und meine Mauern nur allzu leicht einzureißen sind. In denen mich Blicke und Worte verrückt machen. In denen die Träume am stärksten sind. Vor allem jedoch, macht es mich im Kopf ganz wirr und auf meiner Haut ist ein dünner Film. Es braucht nur jemand mit einem Messer vorbei kommen und es wäre so leicht mich aufzuschneiden und meine Schwachstellen zu erkennen. An diesen Tagen ist es besonders schwer sich selbst zu ertragen. Dann ist es schwer die Beherrschung nicht zu verlieren oder stark zu sein, sich zu widersetzen gegen all die Triebe, Gedanken und Gefühle. Dann möchte ich gern einfach nur liebevoll in den Arm genommen werden, nichts sagen und nichts denken, nichts tun müssen und nichts erwarten. Doch es gibt keine Arme mehr, die mich halten und in denen es sich sicher anfühlt. Es gibt keinen Ort mehr, an den ich fliehen kann, weil ich verlernt habe loszulassen.

Ich weiß noch, als er gefragt hat, ob es sich sicher anfühlt bei ihm anfühlt und ich mit Ja geantwortet habe, weil es keinen Moment davor oder danach gab, in dem es sich so angefühlt hat.

Mit der Zeit wird es nur noch schwieriger und ich nehme die Worte allzu ernst, zu persönlich und mache mir zu viele Gedanken. Nichts ist mehr einfach und nichts fühlt sich sicher an, in einer Welt die zerfällt und mir ihre Zähne zeigt. Nur heute hätte ich eine Schulter gebraucht und starke Arme. Ein bisschen Hilfe. Ich hoffe, dass dieses Gefühl vergeht. Weil ich mir einrede, dass ich es auch alleine schaffe, auch wenn ich deutlich sehe, dass ich es nicht alleine schaffe.

Poets of the Fall – My Dark Disquiet

Was mir fehlt

Auf einmal wurde mir bewusst was dieses klaffende Loch ist. Was diese Leere und Hoffnungslosigkeit in mir ausmacht. All die Realität und die Wirklichkeit. Die Menschen, die ihre Träume verloren haben, die sie gegen Mechanik und Automatismus ausgetauscht haben. Diese Lethargie, die mich streift und ermüdet. Es ist der Verlust der Liebe. Mein romantisches Herz, dass an der Realität zerschellt ist. Mein Herz, das von einem Mann zerschnitten wurde und nicht mehr bebt.
Ich hatte immer jemanden oder Etwas, wofür mein Herz geschlagen hat. Wofür ich aufgestanden bin und jeden Tag durchgestanden habe. Jemand, den ich faszinierend fand. Für den ich geatmet habe. Einen Grund um weiter zu machen, um etwas in der Welt zu suchen. Wie eine Hoffnung. Ein helles Licht. Damals als das Licht nur für diesen einen Mann gebrannt hatte, so hell und leuchtend, das all meine Worte seine Farbe trugen. Das meine Wünsche alle an ihn gingen und dass meine Zunge nur seinen Namen sprach, wie auch meine Vorstellung nur ihn kannte, war der Grund warum ich existierte. Doch dieser Mann hat mich meiner Liebe beraubt und sie mit Füßen getreten. War das die Strafe für all meine törichten Gefühle? Für diese Dummheit?
Heute, als ich seit Monaten auf den Film von Violet Evergarden gewartet habe, und ihn endlich schaute, strömt das alles aus mir heraus und wird mir klar. Ich habe all das verloren, als er mir alles genommen hat. Als das vage Versprechen von Hoffnung zur Dunkelheit wurde. Ich wusste, dass etwas zerbrochen war, das irgendwas kaputt gegangen ist, aber ich konnte es lange Zeit nicht benennen. Ich habe nie jemanden so geliebt wie ihn. Nie jemanden mit diesem Blick angesehen. Es gab niemanden an meiner Seite, der seinen Platz ausfüllen konnte, egal mit welchen Mitteln ich diese Leere stopfen wollte. Ich bin verloren gegangen und die Welt um mich herum ebenso.


Mein Vater glaubt noch an eine Welt, in der man sich zufällig auf der Straße oder im Supermarkt trifft und verliebt. Aber so eine Welt gibt es nicht mehr. Sie glotzen alle in ihre Smartphones und können nicht weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denken. Die Gespräche sind flach und ihnen fehlt die Tiefe. Aber ich will mehr. Das volle Programm. Über einem Bett aus Rosen, bis zum über die Schwelle tragen und tiefgreifende Gedanken teilen und spüren. All den romantischen Quatsch in Liebe verpackt. Etwas, dass sich echt anfühlt, wahrhaftig ist. Doch so etwas gibt es nicht mehr. Ich habe all diese Ideen in meinem Kopf und manche davon umgesetzt und andere verworfen, weil es am Ende nichts mehr wert war.
Ich schreibe Briefe immer noch gern mit der Hand, auf teurem Papier in edlen Briefumschlägen. Die alten Traditionen sind mir lieber, als das was kommt und ist. Alles ist so weit weg. Meine Gefühle sind wie taub und eingeschlafen. Tief in einem lang andauernden Traum gefangen. Oft falle ich in die selbe Starre, den selben Trott, wie all die anderen Menschen und das macht mir am meisten Angst. Darin zu versinken. In einem Hamsterrad aus Wehmut. In dem ich mich verliere und nichts mehr spüre. Auch habe ich Angst überhaupt noch etwas zu empfinden, weil von Außen immer das Gerede laut wird und die Stimmen brutal, wenn man nur mal für einen Moment unglücklich ist. Lieber sehen sie ein aufgesetztes Lächeln als die echten Tränen. Lieber ist ihnen die Gleichgültigkeit der Komfortzone als den Mut der Liebe zu riskieren. Bin ich auch schon darin gefangen? Habe ich den Mut verloren, weil ich mit Füßen getreten wurde? Weil die Hoffnung auf Liebe, für mich nicht mehr gilt?
Ich wünschte für jeden gäbe es die Liebe, die es auch in Filmen und Büchern gibt. Irgendwann ein Happy End.

Jackie Chan & Kim Hee Seon – Endless Love
Klapperhorn

Du weisst nicht, was dich erwartet.

Irgendwas ist immer

In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht.

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Write the truth as you know it, as you feel it and as you learn from it.

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“The core of man's spirit comes from new experiences.” ― Jon Krakauer, Into the Wild

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