alte Wunden

Manchmal ist es nur ein Wort, eine andere Stimmlage, ein rauerer Klang in einer vermeintlich sicheren Umgebung, die alles zerstört. Der Schmerz der wie eine Klinge in meine Mitte fährt und alles zerschneidet, was es zusammenhält. Dann ist es bloß ein Klang, ein Trigger, der all die Stabilität zerbirst und mich in Stücke fallen lässt. Die vermeintliche Sicherheit gibt es nicht. Die Dämonen schlafen nie, sie lauern und warten, bis sie glauben, ich hätte sie vergessen und dann fahren sie mit unerbittlicher Härte ihre Klauen aus und verschlingen mich. Ich, die nicht einmal dagegen ankämpfen kann, egal was die Realität und Logik sagt und wie falsch meine Gedanken und Gefühle sind. Sie sind da und sie sind unerträglich. Sie reißen mich von den Füßen, lassen mich auf dem Boden krauchen und zusammenrollen. Ich kann nichts dagegen tun außer zu leiden. Doch diesmal war ich nicht allein. Er war da und er hat sich um meinen zusammengekauerten Körper gelegt und mich getröstet. Seine Worte wie lindernder Balsam. Auch wenn sich alles in mir sträubt und ich mich verkriechen will, bleibt er und ist da. Fragt was er tun kann, was mir gut tut und bleibt, bis es besser wird. Ich weiß nicht ob er es versteht, weil ich unfähig bin zu erklären, aber er hat keine Angst und läuft nicht weg. Gleich wie hässlich mein Herz geworden ist und wie zerstört meine Seele ist. Es fühlt sich beinahe an, angekommen zu sein. Umso intensiver ist die Angst und all die anderen Befürchtungen die mich zu zerreißen drohen, wenn ich nicht aufpasse. Doch er schenkt mir Ruhe. Zumindest für einen kurzen Moment, diesen langen Lebens.

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kein Trost

Heute ging es in einem Gespräch um Trost. Trost zulassen und geben. Doch weder kann ich das eine noch das andere. Ich fühle mich hilflos, wenn jemand von mir Trost braucht und ich nicht weiß was ich machen soll. Aber genauso, ist es für mich unangenehm und fremd, wenn ich getröstet werde. Es ist sogar schmerzhaft und ich möchte das nicht, ich schäme mich dafür wie ich mich für jedes meiner Gefühle schäme. Deswegen zeige ich sie so selten. Aber irgendwann, habe ich verlernt die Maske abzunehmen. Vor allem bei meinen Freunden, bei den Menschen, die mir beibringen könnten, wie es geht los zu lassen und wieder Gefühle zu zeigen und zu teilen. Freunde, bei denen ich damit eine festere Beziehung ausbauen kann. Aber es geht nicht, weil ich nie Trost erfahren habe.
Tiefgreifende Fragen, die alles in Frage stellen, sind jene, die davon künden, was in der Vergangenheit los war. Dort als man noch Kind war und geweint hat, wie ist die Umwelt mit einem umgegangen? Diese Dinge festigen sich und werden zu einem Verhaltensmuster im Erwachsenenleben. Deswegen kann ich kein Trost annehmen und deswegen kann ich niemanden gut trösten. Ich habe es nie gelernt noch erfahren.
Auch wenn ich oft die Treppenstufen hinauf gehe und einen lieben Menschen besuche, der mir Trost spenden könnte. Wenn ich die Bilder vor Augen habe, dass ich jemanden fest umarme und dann in Tränen ausbreche. In dem Moment, in dem ich vor der Person stehe, trage ich wieder die Maske, lächle und schlucke alles andere runter, weil ich denke, das ich es nicht wert bin. Dass ich keine Umstände machen möchte und es mir unangenehmer ist Gefühle zu zeigen als taub zu sein. Wie aber kann ich den nächsten Schritt schaffen und weinen und zulassen, dass ich getröstet werde, wenn ich das nie gelernt habe und davor weglaufe?
Ich weiß, dass an dem Tag bevor meine Oma gestorben ist, meine Laterne bei mir war und ich auch dort nicht weinen konnte. Ein paar Tränen sammelten sich in meinen Augen und einen Kloß im Hals hatte ich, die ich beide runter geschluckt habe. Eine Umarmung habe ich mir eingefordert. Aber mein einziger Gedanke war nur, dass es mir leid tut, dass sie das mit erleben muss. Das es gerade dieses Wochenende ist, an dem sie da ist und ich hoffe, dass sie das nicht trifft oder persönlich nimmt, das es keine Spuren hinterlässt. Statt an meine Trauer, denke ich an sie und was es in ihr auslöst und hinterlässt. Nicht einmal dann, bei dem Menschen, der mir am nächsten ist, schaffe ich mich vollkommen fallen zu lassen. Es ist immer die Anspannung und Kontrolle in meinem Nacken, die alles strafft und festzieht. Nichts darf durchsickern, immer schön lächeln und lieb sein, nur keine Probleme machen.

Wie soll man auch so etwas kompliziertes wie diese Gefühle erklären, die einen überkommen, wie ein Tsunami. Wie erklären, dass ich ohne Grund traurig bin oder es eintausend Millionen Gründe gibt traurig zu sein, das aber niemand versteht. Das irgendwas in mir fehlt, das mein Gehirn kaputt ist, dass ich kaputt bin, dass diese Welt kaputt ist. Wie soll ich die Frage beantworten: „Was ist denn los?“, wenn ich das selbst nicht weiß? Wie mich all dem Stellen, wenn ich mehr Angst vor dem Bloßstellen meiner Emotionswelt habe, als vor der Maske, die das alles verbirgt?

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