Dankbar 4

  1. des festen Gedankens, der die schlimmen Gefühle, weniger schlimm werden ließ
  2. eines kurzen Moments Euphorie
  3. über das Lachen eines oder mehrerer Witze

 

Wer zur Hölle wäre ich ohne dich
Mein tapferes Gesicht lässt sich nichts anmerken, es versteckt die Wahrheit

-Dodie „Sick Of Losing Soulmates“

 

 

Du stehst in der Tür und fragst mich „Weißt du was mit mir los ist?“ Du klingst so unheimlich verzweifelt und verschwindest dann einfach. Gehst aus der Tür, als gehst du in ein anderes Leben, dass nicht meines ist. Lässt mich in diesem Raum allein zurück und es zerfetzt mich schier. Ich schreie, ich tobe, ich bin am Boden. Winde mich wie ein gebrochener Mensch, winsle wie ein geschlagener Hund. Diese Einsamkeit, die Du hinterlassen hast, tut unerträglich weh. Doch etwas in meinem Kopf hält dagegen an, flüstert und raunt mir zu. „Was gab man dir? Gib es dir selbst. Schenk dir, was dir geschenkt wurde. Was fehlt dir? Ersetze es. Du bist nicht schwach, du bist nicht abhängig davon.“ Und so umarme ich mich wimmernd. Forme mich zu einer kleinen Kugel und antworte meinen Stimmen. „Aufmerksamkeit und das Gefühl gut zu sein. Das Gefühl, als würde es reichen am Leben zu sein und als würde man sich darüber freuen“ Aber das was ich  mir gebe, reicht nicht aus, wovon du mir gegeben hast.

Das Zimmer in dem ich liege ist ein Spiegel. Und ich liege in einem Bett aus Traurigkeit, verkleidet mit einer warmen Decke, die alles versteckt. Du legst dich zu mir und ich zittere vor Ehrfurcht, als du so nah bist. Deine Hand auf meiner Hüfte. Eine warme weiche Berührung ohne jeglichen Gedanken an mehr. Dankbarkeit, die mich heiß durchfließt. Ich will nicht mehr, flüstert es in meinem Kopf. Wenn alles so bleibt, reicht es aus. Es muss nicht mehr sein. Du bist hier und freundlich sprichst du mit mir, wie mit einem traumatisierten Kind. „Wir müssen los“, sagst du, ziehst dich an und streichelst durch meine Haare. Ich will noch etwas liegen bleiben, den Moment etwas länger halten, aber du gehst und ich bleib allein hier dösend zurück.

Die Straße fließt an mir vorbei, ich erhasche diesen verhassten Ort mit Tränen im Blick und einem schaudernden Herzen. Die Häuser gleiten an mir mit erstaunen vorbei. Es ist taghell. Die Sonne brennt und das Auto in dem wir sitzen hat hinten getönte Scheiben aus dem ich in eine vorbeifließende Welt sehe. Du sitzt neben mir und berührst meinen Oberschenkel mitfühlend. Machst dir Sorgen, sprichst, dass du bei mir bleibst. Aber ich erinnere mich an die Momente, in denen du nicht da warst und sie haben einen Riss hinterlassen, durch den ich sehen kann. Das Gefühl ist wie ein Monster unter dem Sitz. Es hockt und lauert dort. Knabbert an meinen Waden, während du versuchst mich zu beruhigen.

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