Wenn du merkst, dass deine Alpträume nicht aufhören, wenn du aufwachst…

Meine Träume quälen mich. Ich sehe in ihnen meinen Verlust und die Gewalt mit der sie mich nieder drückt. Die Wahrheit mit brachialer Faust auf mich einschlagen. Sie zertrümmert noch den letzten Rest von mir. In den Träumen geht es immer um ihn. Von mangelnder Liebe, fehlender Zuneigung und einer Distanz über Welten, davon, dass ich ihn verloren habe, dass ich mich verloren habe und dass ich ihn sehen, aber nicht mehr berühren kann. Ein kalter Blick, ein weiterer gescheiterter Versuch nach Nähe und ein Feuer, das langsam erlischt und Rauch der mich erstickt. Ich weiß nicht, warum es mir diesmal so verdammt schwer fällt und warum jeder Tag noch leidvoller als der andere ist, warum das Leben so eine harte Wendung genommen hat. Ich dachte es könnte nicht mehr schlimmer kommen, aber das kann es immer und jetzt ist es schier unerträglich, kein Mensch würde das Überleben, aber ich mache weiter und weiß nicht wieso und weiß nicht wie ich das schaffe. Meine Tränen wollen nicht mehr versiegen und mein Herz fühlt sich so schmerzhaft an, dass ich wünschte, es würde wirklich absterben und mich mitnehmen.

Und nachdem ich aus diesen schrecklichen Träumen aufwache, realisiere ich, dass sie meine Realität geworden sind. Dass sie nicht einfach aufhören, in dem ich die Augen aufmache, sondern sie mein Leben geworden sind. Ich lebe in einem ständigen Alptraum.

Saviour – like this

der unwahrscheinliche Fall

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass er wieder zurück kommt… schreib ihm alles auf, was dir wehgetan hat. Schweigen nutzt nichts, wenn es weiter gehen soll:


Ich habe mich allein gelassen von dir gefühlt, ich habe mich gefühlt, wie weggeworfen, wie Abfall, wie etwas unbrauchbares, mit dem Du nichts mehr zutun haben willst. Für mich hat es sich so angefühlt, als hättest du mich in meiner schwersten und dunkelsten Stunde allein gelassen. Als könnte ich nicht auf dich zählen, wenn es wirklich darauf ankommt und ich dich brauche. Genau in dem Moment in dem ich dich am meisten gebraucht hätte warst du nicht da. Du hast nicht gesagt, dass du mich brauchst, du hast gar nichts gesagt, viel mehr hast du mich einfach weg gestoßen, statt mich in den Arm zu nehmen, fest in den Arm zu nehmen und zu sagen, welche Angst du um mich hast und dass du mich brauchst, dass ich am Leben sein soll und dass ich dir wichtig bin. Aber du hast gar nichts getan und das hat sich schrecklich angefühlt. Auch als wir uns getrennt haben, hast du nicht einmal geschrieben, dass Du mich vermisst oder gefragt wie es mir geht oder dich nach mir erkundigt. Ich habe oft das Gefühl, dass es dich überhaupt nicht interessiert wer ich bin und was mir durch den Kopf geht. Dir ist es immer schwer gefallen Geschenke zu machen, aber warum fragst du nicht danach was ich mag oder was mir gefällt oder was ich mir wünsche? Warum fragst du nicht nach mir? Bin ich dir so egal?
Ich habe auch ständig mit mir gerungen. Du musst mich so nehmen wie ich bin und ich kann mich nicht ändern. Ich kümmere mich schon so gut ich kann um mich selbst, aber besser geht es nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Mit all dem Licht und all meiner Dunkelheit.

Ich hätte mir gewünscht, dass wir an unserer Beziehung arbeiten und sie nicht einfach aufgeben, weil es gerade schwieriger ist. Dass wir durch dick und dünn gehen, wie Louis und Clark oder Bonnie und Clyde. Das du nicht einfach fortgehst, sondern bleibst und mir beistehst bis es wieder besser wird. Ich hatte wirklich gehofft, dass unsere Liebe stark genug dafür ist. Das wir es hätten besser machen können. Weil wir uns wichtig sind.

D.

glücklich sein

Akzeptanz braucht lange. Loslassen fällt so unheimlich schwer. Nicht an all die Szenarien zu denken, die passieren könnten, die aber niemals eintreffen werden. Allein zu sein, völlig abgeschnitten und wie im Stillstand zu leben, während all die anderen Leben weiter gehen, bleibe ich hier stehen. Nicht wie ein innehalten, sondern wie ein gefesselt-sein und sich nicht mehr bewegen können, wird mir die Luft abgeschnürt. In meiner Brust lebt ein schwarzes Loch mit Stacheln und drückt mir schwer auf den Leib. Ich dachte wirklich, diesmal wird alles anders und wenn ich nur durchhalte, wenn ich nicht aufgebe, kann es gut werden. Das war ein Irrtum. Es ist egal was ich tue. Zeit, sagen sie, würde alles heilen. Für mich geht die Zeit nicht schnell genug um. Es tut unvorstellbar weh. Jede Nacht träume ich von ihm, jede Nacht weine ich, jeden Tag quäle ich mich durch die zähen Stunden. Ich dachte er wäre mein Schicksal, mein Seelenverwandter, aber wie immer sind meine Gefühle schneller als mein Verstand. Voreilig schießen sie hervor wie Pfeile die mein Herz treffen. Dann stehe ich wieder da mit blutigen Händen und Tränen im Gesicht und weiß nicht weiter. Vielleicht ist dieses Glück nicht für mich bestimmt. Vielleicht ist es wirklich besser allein zu sein, als alle und mich zu verletzen in dem verrückten Versuch glücklich zu sein.

Vielleicht werde ich irgendwann wichtiger als eine Sucht sein…

Glashaus – Schöner sein

verlassen

Cruel Summer

Ich komme an einen Punkt an dem ich die Schwäche in meinen Gliedern und Gedanken spüre. Ein Zittern wenn ich stehe und Schwindel wenn ich mich bewege. Schwermut und Apathie zeichnen mich aus. Lächeln gar unmöglich. Der komplette Zerfall meines Körpers und ich sehe ihn dabei langsam zu. Ich kann den Hunger nur noch als Schmerz spüren und nichts dagegen tun. Kein Appetit und keine Lust mehr zu essen, zu trinken oder zu schlafen. Könnte ich das Atmen nur abstellen. Ich weine noch immer, ich leide noch immer, nichts hat sich geändert. Selbst das untrügliche Gefühl ganz allein zu sein bleibt. Ich warte noch auf die Erfüllung meiner Hoffnung und weiß doch wie sinnlos das ist. Selbst wenn Wünsche in Erfüllung gehen stürzen sie mich in den Abgrund. Jeden Tag muss ich von Null anfangen und in jeder Nacht suchen mich Alpträume heim. Niemand würde diese Marter aushalten. Diese komplette Hoffnungslosigkeit die mich fest in ihrem Griff hat. Ich weiß nicht ob ich mit diesem Verlust leben kann, es reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Es hat mein Herz zerschmettert und den letzten Rest meines Glaubens, dass es irgendwann gut werden wird. Ich habe versagt und ich bin verloren.

Liebe

Dich geliebt zu haben
Dich geliebt zu haben, geliebt wie ein Wahnsinniger
geliebt öfter auf den Knien als aufrecht
geliebt, dass ich nicht mehr schlafen oder essen konnte:
Was bleibt mir davon, Dich geliebt zu haben?

Dich geliebt zu haben, von ganzer Seele und mit den Augen,
bis ich sogar den Namen Gottes vergaß,
damit ich nur noch einen Namen rufen musste:
Was bleibt mir davon, Dich geliebt zu haben?

Es bleibt nur meine Stimme, die plötzlich ohne Echo ist,
es bleiben nur meine Finger, die ins Leere fassen,
es bleibt nur meine Haut, die sich nach Deinen Händen sehnt,
und vor allem bleibt die Angst, Dich noch zu lieben,
wenn ich morgen am Sterben bin.

Dich geliebt zu haben, voller Schmerzen geliebt,
dass es mir schier den Bauch und das Herz zerriss,
bis ich daran stürbe, bis ich verdammt sein würde:
Was bleibt mir davon, Dich geliebt zu haben?

Es bleibt mir nur
die eine Liebe,
die Du gerade gevierteilt hast.

De t’avoir aimée (Deutsch Übersetzung)
Künstler/in: Charles Aznavour (Շառլ Ազնավուր)
Lied: De t’avoir aimée

Am Leben

Es ist entweder sehr großes Glück oder sehr großes Pech, dass ich noch hier bin. Die Tabletten waren zu wenige und ich habe mich zu oft übergeben und mir war zu schlecht, als dass ich hätte sterben können. Manche reden von einem höheren Zweck, den ich noch erfüllen soll, andere wollen mich daran erinnern wie wertvoll und schön das Leben ist und wie wertvoll und schön ich bin. Deswegen hat mich auch mein Freund verlassen, weil ich ja ach so toll bin. Mein Leben ist im Moment nur angefüllt mit Leid, Trauer, Hilflosigkeit und dem Gedanken ein völliger Versager zu sein. Nichts hier ist schön und alles ist ein Kampf. Ich kämpfe für jeden schönen Moment und selbst diese zerrinnen mir zwischen den Fingern. Ich strenge mich mit allen Mitteln an. Dennoch erinnern mich nur kleinste Nuancen an das was ich verloren habe. Der Duft von Popcorn wird mich wohl noch lange an ihn erinnern. In den Nächten wache ich auf und weine, weil ich von ihm geträumt habe und nicht aufhören kann an ihn zu denken. In der Öffentlichkeit überkommt es mich und ich muss hart schlucken und mich zusammen reißen um nicht zusammen zu brechen. Er fehlt an allen Ecken und Enden und ich bin völlig allein in dieser chaotisch grausamen Welt. Und auch wenn ich andere sehe, die ihm gleichen, wird mir schlecht und ich beginne zu zittern. Mein Brustkorb fühlt sich an als wäre darin ein schwarzes reißendes Loch dass sich schwer und monströs in mir befindet und mich bei lebendigem Leib verschlingt. Dieser Schmerz ist unvorstellbar und real. Ich esse kaum noch, eigentlich fast nichts mehr. Ich kriege keinen Bissen runter und mein Körper fühlt sich wie eine Hülle aus Blei an, die einfach nichts hier zu suchen hat. Trotzdem atme ich noch und trotzdem suche ich nach dem Leben in dieser Welt. Niemand der mir begegnet, ahnt auch nur Ansatzweise, dass ich vor 11 Tagen hätte tot sein können. Niemand der mich sieht, hat nur einen Hauch einer Ahnung, welchen Schmerz ich ertragen muss. Dennoch ist da Hoffnung und ich weiß nicht wofür ich noch hoffe. Doch dieses Herz schlägt und es tut weh, das heißt also ich bin am Leben, auch wenn es sich alles andere als schön anfühlt.

Ursine Vulpine – And So My Heart Became A Void

Wie es sich anfühlt

Du hast mich einfach weggeworfen. Ich bin dir eine untragbare Last geworden. Erst wirfst du mich in dieses Gefängnis und sagst mir dann dass du mich verlässt. Findest du das fair? Ist das gerecht? Und dann verlangst du allen ernstes dass wir Freunde sein können und dass du dich noch mit mir treffen willst. Ich bin nicht dafür da deinen Egoismus zu füttern und dich dafür zu belohnen was du mir angetan hast. Ich werde alle Brücken abreißen und nichts mehr von dir übrig lassen. Das allein garantiert mein Überleben. Du hast mich allein gelassen. Das würde ich dir gerne aus voller Kehle entgegen schreien. Aber ich bleibe wie immer stumm. Unfähig wie immer und nieder gerungen von meinem eigenem Versagen. Aber du hast immer schon nur an dich gedacht.

Der Löwe und all seine Stärke ist fort. Was bleibt ist ein karges zerbrochenes Herz. Kaum noch fähig zu schlagen. Ich weiß nicht ob ich das schaffe. Ich weiß nicht ob ich das überleben werde. Ich werde nicht mehr die selbe sein. Ich werde immer weniger.

Fragil

Ich spüre alles und zwar so heftig, dass es mich zerreißt. Es ist ein greifbarer körperlicher Schmerz der mir unendlich wehtut. Kann man jemanden zu sehr mögen? Ja. Kann man jemanden zu sehr hassen? Ja. Mir fehlt das dazwischen, das ruhige, das sanfte. Ich bin alles und ich fühle alles in so einer Heftigkeit, dass sie mir den Boden unter den Füßen wegreißt. Es gibt kein Mittel dagegen. Ich weine bitterlich für ein oder zwei stunden und danach bin ich taub und leer. Ich leide für ein oder zwei stunden in Hilflosigkeit und Verzweiflung in der ich nicht weiß was ich tun soll und sich alles abgrundtief schwarz färbt und schmerzt. Dann bin ich taub für eine kurze Zeit und dieses Gefühl ist besser als irgendetwas fühlen zu müssen, dass einen gänzlich zerstört. Alles tut dermaßen weh, dass ich nicht mehr weiß was ich tun kann und leide. Jeder Atemzug ist Schmerz. Jeder Gedanke ist Schmerz. Jeder Augenblick ist Schmerz. Das ist mein Leben und es fühlt sich so an, als würde das niemals aufhören. Die alten Fehler wiederholen sich und das wovor ich davon gelaufen bin kehrt zurück und noch viel schlimmer. Es gibt viele Menschen die mir helfen wollen aber nicht mehr weiter wissen. Ich weiß es auch nicht. Ich sehe ohnehin nur diesen einen endgültigen Weg.

Ich weiß nicht wie es weiter geht oder gehen soll. Die Nervenzusammenbrüche mehren sich. Mehrere am Tag und ich schaffe die Arbeit nicht mehr und ich weiß nicht wie ich die Schule nächste Woche schaffen soll, wenn ich so instabil und unbrauchbar bin. Ich fürchte mich vor dem was mich erwartet und ich kann das Gute nicht mehr erkennen. Die Freude wird getilgt durch den Nebel meines Schreckens der überall haust. Angst vor den eigenen Gefühlen und Gedanken, vor dem eigenen Leben und was kommen wird, ist gewiss kein lebenswertes Leben mehr. Die Lebensqualität hat wieder ein gefährliches Minimum erreicht. Ohne Hilfe schaffe ich das nicht mehr und gleichzeitig weiß ich nicht mehr was hilft.

Angst vor dem einsamen Zuhause und Angst vor den massiven Gefühlsausbrüchen in der Wohnung des Löwen, wenn ich mich selbst hier alleine und verlassen fühle und ich mir selbst die Nähe verweigere, die ich gleichzeitig brauche. Jeder Moment ist ein Kampf und ich sehe wie ich ihn langsam verliere.

 

Brief an L

…hier ist ein Brief, aber ich weiß nicht was er am Ende mit dir macht, weil ich einfach drauf los schreiben werde.
Zurzeit geht es mir wieder schlechter, wie du sicherlich unlängst bemerkt haben wirst. Die Phase erstreckt sich mittlerweile schon einige Monate, wenn nicht sogar über ein Jahr. Es hat schon damit angefangen, dass ich mich mit S gestritten habe und wir nun getrennte Wege gehen. Es wurde leider nur bedingt besser. Und dann immer dunkler. Anfang des Jahres, mitten in der Corona-Krise, war ich auch im Krankenhaus, aber auch dort gab es nicht viel Hilfe seitens der Ärzte und Experten. Alles fühlt sich sehr grau und hilflos an. Vermehrt treten bei mir Nervenzusammenbrüche auf. Fast jeden Tag. Und ich weiß nicht weiter. Nicht wie ich die Ausbildung schaffen soll noch die Beziehung. Es fühlt sich an, als wäre ich ein kleines Kind, das nicht weiß was es auf der Welt macht und von allen verlassen wurde. Ich habe meinen Sinn verloren und ich weiß nicht was mir die Zukunft bringt. Besser gesagt, ich habe Angst vor der Zukunft. Meine Vergangenheit holt mich jeden Tag ein und macht es schwieriger voran zu kommen. Das Aufstehen und weiter machen fällt sehr schwer. Trotz all dieser Hürden kämpfe ich. Leider sehen das nicht sehr viele und es gibt auch kein Applaus und keine Anerkennung dafür. Ich kämpfe, jeden Tag so gut ich kann. Ich mache weiter, obwohl ich gar nicht richtig weiß warum. Ich versuche immer ein paar Highlights am Tag zu finden. Zu Lächeln und auch die schönen Aspekte zu erkennen. Der Sonnenuntergang, ein Regenbogen, die Katze die ich streicheln darf, einen liebevollen Freund der an meiner Seite ist, das leckere Essen, einen Moment Ruhe, ein schönes Gespräch, Freunde die an mich denken. Trotz aller Hürden kratze ich die kleinen Glücksmomente zusammen. Ich versuche das Gute zu sehen und das Lebenswerte. Aber es fällt mir mit jedem Tag schwerer und am Abend ist es am schlimmsten. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre ich ganz allein auf der Welt und es gibt niemanden, der mir helfen kann. Niemand der da ist. Obwohl so viele Menschen für mich da sind und helfen wollen. Das ist das Schlimmste, dass es dich glauben macht, du wärst ganz allein und alles ist sinnlos und jeder hasst dich. Es flüstert dir ein, du wärst wertlos und das du deine Freunde nicht in diese Misere ziehen sollst. Niemand sollte das hier erleben, was ich durchmache. Ich bin allein. Allein mit den Gedanken und Gefühlen. Genau so fühlt es sich an und es gibt dir allein die Schuld daran. Dann schotte ich mich ab und werde noch einsamer und manchmal wird es so schlimm, dass ich nicht mehr Leben will. Das ist furchtbar. Ein Mensch, der nicht mehr Leben will… der sein Leben einfach wegwerfen will, weil es zu leidvoll ist. Dabei ist man nicht dafür gemacht zu leiden und unglücklich zu sein. Das Leben soll schön sein und man sollte alle Freude und alles Glück erleben. Was habe ich falsch gemacht? Wo bin ich falsch abgebogen?

Ich bin ein Witz

Wer nimmt mich schon ernst? Sie sehen alle das verrückte Mädchen. Den durchgeknallten Menschen. Die, die keine Entscheidungen treffen kann, die alles falsch macht, die faul ist, die anstrengend und enttäuschend ist, ein Fehler im System, kaputt und diejenige die nicht richtig funktioniert. Keiner nimmt mich ernst. Sie haben meine Ticks und Macken gesehen und bewertet. Ich bin abgeschrieben. Weggeworfener Müll. Unbrauchbare Materie. Ich bin die, die zu oft sagt, dass es ihr schlecht geht und die traurig ist und die in einem Loch feststeckt, dass es keiner mehr ernst nimmt. Solange sie sich nicht das Leben nimmt ist doch alles gut. Aber keiner sieht, wie weh das tut und wie oft ich mit diesem Gedanken hadere. Es steht keiner vor meinem Bett und applaudiert, dass ich aufgestanden bin und am Ende des Tages ist auch niemand da um mir auf die Schulter zu klopfen, wie gut ich das gemacht habe, dass ich wieder einen weiteren Tag geschafft habe… irgendwie. Es ist mittlerweile selbstverständlich geworden, dass es mir schlecht geht, dass es keine Hilfe mehr gibt und niemand mehr hilft. Das ist das traurige, was keiner versteht. Dass es nicht einfach aufhört, wenn man weg sieht. Dass es nicht besser wird, wenn man nichts tut. Dass es immer noch schmerzt und mir den Verstand raubt. Dass ich Nervenzusammenbrüche habe und die zur Normalität geworden sind. Dass keine Tablette hilft und das Umfeld stempelt mich ab, schreibt mich ab, ich existiere nicht mehr, werde ignoriert und an den Rand gestellt. Für mich gibt es keine Zukunft. Für mich gibt es kein Glück. Es ist alles dunkel und schwarz und ich wünschte ich könnte ganz darin versinken und es würde all meine Gedanken und Gefühle mit sich nehmen.